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Montag, 12. Dezember 05

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Mainz 05 verlor beim FC Schalke 04 mit 0:1

Mit eigenen Waffen geschla­gen

Gel­sen­kir­chen - Der FSV Mainz 05 kommt in der Fuß­ball-Bun­des­liga nicht von der Stelle. Am vor­letz­ten Spiel­tag der Vor­runde han­delte sich die Mann­schaft von Trainer Jürgen Klopp vor 61 524 Zuschau­ern in der aus­ver­kauf­ten Veltins Arena eine ver­diente 0:1 (0:0)-Nie­der­lage nach schwa­cher Leis­tung beim FC Schalke 04 ein.

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Die größte Tat von Dimo Wache in der ersten Hälfte auf Schalke: Der 05-Tor­hüter parierte in der 17. Minute den an Hamit Altin­top angeb­lich von Mathias Abel ver­schul­deten und von Levan Kobias­hvili geschos­senen Elf­meter.

Vor den Pres­sekon­feren­zen nach den Spielen der Fuß­ball-Bun­des­liga werden die kopier­ten Sta­tis­tik­werte der soeben been­deten Partie, die so genann­ten "IMP-Fuß­ball­daten" ver­teilt. Chris­tian Heidel schnappte sich ein solches Blatt Papier und griff sich an den Kopf. Alle, sagte der 05-Mana­ger, alle beim FSV Mainz 05 seien sich sicher gewe­sen: Das Aus­wärtss­piel beim FC Schalke 04 sollte der Knaller werden. Her­vor­ragende Mainzer Form, der Gegner geschwächt durch einen extrem harten Euro­papo­kal­fight beim AC Mai­land, ange­schla­gen durch das Aus in Europas Eli­teliga, genervt durch die Trai­ner­posse um Ralf Rang­nick - gute Voraus­set­zun­gen, um endlich mal zum großen Schlag aus­zuho­len. "Wir hätten uns abset­zen kön­nen", sagte Heidel stöh­nend mit Blick auf die Tabelle. So , wie die Frank­fur­ter Ein­tracht, die mit 18 Punkten auf Platz elf steht. Und vor dem Hin­ter­grund, dass den 05ern ein mach­bares Heim­spiel gegen den Tabel­len­vor­letz­ten MSV Duis­burg am nächs­ten Samstag bevor­steht.

Rang­nick rieb Salz in die Mainzer Wun­de

Nichts da. Der FSV Mainz 05 spielte so schlecht wie lange nicht mehr, verlor gegen einen eben­falls nicht son­der­lich guten Tabel­len­vier­ten FC Schalke 04 mit 0:1 (0:0). Jürgen Klopps Team steht damit zwar noch drei Punkte vor den Abstiegs­rän­gen, doch dort haben der 1. FC Köln und der 1. FC Kai­sers­lau­tern noch jeweils ein Nach­hol­spiel.

Als wäre dies alles nicht schon schlimm genug, rieb Ralf Rang­nick noch schön genüss­lich Salz in die Mainzer Wunde. "Ich muss meiner Mann­schaft ein Rie­sen­kom­pli­ment machen, was sie nach dem Cham­pions-League-Ein­satz hier läu­ferisch vor­gelegt hat." Vor allen Dingen wie sein Team in der zweiten Hälfte Vollgas gespielt, atta­ckiert habe, das stelle ihn sehr zufrie­den. "Wir haben die Mainzer mit ihren eigenen Waffen geschla­gen", sagte Schal­kes Trai­ner.

Und spätes­tens da war dessen Trainer Kumpel Jürgen Klopp der Tag end­gül­tig ver­saut. Denn das, was Rang­nick anführ­te, sind urei­gene Tugen­den, die Klopp für sich und sein Team ver­ein­nahmt und ver­inner­licht. Dass jemand in diesem Bereich den 05ern über ist, das darf schon alleine vom eigenen Anspruch her niemals vor­kom­men. Vor allen Dingen deshalb nicht, weil es zeigt: Ohne diese Zwei­kampfstärke im Kol­lek­tiv, ohne diese Mainzer Waffen ist die Mann­schaft nicht stark genug, um einen ohnehin per­sonell besser besetz­ten Gegner schla­gen zu kön­nen.

Klopp: "Nie­der­lage schnell abha­ken"

"Diese Nie­der­lage ist ärger­lich, und wir müssen sie schnell abha­ken, dieses Gefühl nicht lange mit uns herum schlep­pen", sagte Klopp nach­her." Denn dieses Gefühl hatte alle 05er betrof­fen. "Es war das, was jeder gesehen hat", sagte Klopp ärger­lich. Eine schlechte Vor­stel­lung seiner Mann­schaft. Von der all­gemei­nen Kritik wollte der 05-Trai­ner ledig­lich seine Innen­ver­tei­diger Manuel Fried­rich und Mathias Abel sowie Dimo Wache aus­klam­mern. Dieses Trio spielte stark.

"Mit einer nor­malen Leis­tung hätten wir die Sache hier offener gestal­ten kön­nen", sagte der Trainer sauer, "doch uns ist nichts gelun­gen. Wir hatten den Plan dabei, aber wir haben ihn nicht umge­setz­t." Das Kuriose daran. Die 05er spiel­ten dabei eine erste Halb­zeit, die alles andere als gut war und hatten darin drei fast hun­dert­pro­zen­tige Tor­chan­cen, um der Partie eine frühe Rich­tung zu geben. "Man muss sich nur mal vor­stel­len, wir spielen hier eine gute Halb­zeit", sagte Klopp sar­kas­tisch.

Wo soll man anfan­gen?

Wo soll man anfan­gen? Antonio da Silva, vor einer Woche noch gefei­erter Lenker aus der defen­siven zen­tra­len Mitte heraus, war spätes­tens nach seinem Hor­ror-Fehl­pass vor dem Fou­lelf­meter für nichts mehr zu gebrau­chen. Die beiden Außen­ver­tei­diger Chris­tian Demir­tas und Ben­jamin Wei­gelt, gegen Wolfs­burg noch Power-Angrei­fer über die Flügel, standen kom­plett neben sich - nichts gelang. Selbst wenn die Schal­ker, was häufig vorkam, die beiden Außen­linien unbe­setzt ließen und Räume anbo­ten, die in dieser Partie keiner der 05er erkannte. Und wenn, dann waren die Aktio­nen zu kom­pli­ziert, teil­weise zu tört­chen­mäßig ange­leg­t.

Fabian Gerber bemühte sich noch am meisten um Linie, fand sie jedoch nicht und rannte oft ins Leere. Petr Ruman fand ebenso wenig statt wie Michael Thurk. Mohamed Zidan ver­legte sich diesmal wieder ganz auf Ein­zelak­tio­nen, hatte jedoch wie Ben­jamin Auer wenigs­tens Tors­zenen.

"Wir haben zu wenig Zwei­kämpfe im Zentrum geführt. Daraus ist alles ent­stan­den", kri­tisierte der 05-Trai­ner. Im Zentrum war der Däne Chris­tian Poulsen unein­geschränk­ter Herr­scher, der zwar nor­maler­weise mit Gelb-Rot vom Platz gehört hätte wegen hef­tiger Fouls, der aber den 05ern den Schneid abkaufte und die Gegenstöße ein­lei­tete.

"Eine Lehre für uns", sagte Klopp frus­triert. "Auch weil es quatsch ist, dass man es in einer solchen Halb­zeit immer weiter halb­her­zig ver­sucht." Klopp schickte in der Schluss­phase den langen Abel als Mit­telstür­mer nach vorne, der aller­dings nicht einen Ball erhielt von den Kol­legen. Klopp: "Heute hat irgend­wie alles gepasst."

Jörg Schnei­der


http://rhein-zeitung.de/on/05/12/12/sport/r/mainz.html
Montag, 12. Dezember 2005, 11:48 © RZ-Online GmbH (aj)
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