NachrichtenMagazinMagazinService
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Internet-Service Kontakt
Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages
Archiviert am
Montag, 12. Dezember 05

SC Freiburg - Alemannia AachenMünchen - Frei­burg (dpa) - Ale­man­nia Aachen hat mit seinem ersten Sieg beim SC Frei­burg einen Auf­stiegs­platz in der 2. Fuß­ball-Bun­des­liga erklom­men. Die Mann­schaft von Trainer Dieter Hecking gewann beim...

Rocca siegt in MadonnaMadonna di Cam­piglio - Beim Sla­lom-Hei­mer­folg des Ita­lie­ners Giorgio Rocca in Madonna di Cam­piglio sind Alois Vogl und Felix Neu­reuther im Stan­gen­wald gestürzt.

St. Peters­burg - Die deut­schen Hand­ball-Frauen haben Titel­ver­tei­diger Frank­reich ent­zau­bert und halten bei der Welt­meis­ter­schaft in St. Peters­burg weiter Kurs auf das Halb­finale.

Schalke beurlaubt Rangnick

Gelsenkirchen/Düsseldorf - Mit der erwarteten Entlassung von Ralf Rangnick hat der FC Schalke 04 die Konsequenzen aus den Vorkommnissen am Wochenende gezogen, einen neuen Cheftrainer aber noch nicht aus dem Hut gezaubert.

Abschied

Schalkes Trainer Ralf Rangnick verabschiedet sich von den S04-Fans.

„Uns blieb nicht anderes übrig. Die Entwicklung mit dem Höhepunkt am Samstag hat uns dazu gezwungen”, erläuterte Manager Rudi Assauer die sofortige Beurlaubung des 47-jährigen Schwaben nach einem einstimmigen Vorstandsbeschluss.

Im letzten Hinrundenspiel beim VfB Stuttgart soll Co-Trainer Oliver Reck, der vorige Woche sein Fußballlehrer-Diplom erworben hat, die Revier-Elf betreuen. Darüber hinaus will der Vizemeister in aller Ruhe einen Nachfolger suchen, der möglichst am 4. Januar die Rückrunden-Vorbereitung aufnehmen soll. „Wir sind an einer langfristigen Lösung interessiert”, sagte Sportmanager Andreas Müller. Assauer versicherte: „Wir haben noch nicht über einen Nachfolger nachgedacht, geschweige denn diskutiert.”

Rangnick hatte sich mit seiner „Ehrenrunde” und dem demonstrativen Dank an die Fans in der Veltins-Arena vor der Partie gegen den FSV Mainz 05 (1:0) selbst die Grundlage für die Erfüllung seines Vertrages bis zum Saisonende entzogen. „Wir waren danach zum Handeln gezwungen. Wir bedauern den Schritt, aber es gab keine Alternative. Wenn man das Verhältnis der Spieler zum Trainer bedenkt, war es nicht möglich, so weiter zu machen. Was passierte, ist nicht auf große Liebe bei der Mannschaft gestoßen”, betonte Müller, der selbst auch auf Distanz zu Rangnick gegangen war. Dabei war Müller die treibende Kraft bei der Verpflichtung des Coaches, der seinen Dienst auf Schalke am 28. September 2004 angetreten hatte.

Die Trennung hatte sich schon einen Tag vorher abgezeichnet, als Rangnick überraschend bekannt gab, seinen im Sommer 2006 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Als Hauptgründe für seinen Rückzug hatte der Schwabe („Ich bin die politischen Possenspiele leid”) das Durchsickern von Vereins-Interna an die Boulevardpresse sowie mangelnden Rückhalt in der Clubspitze angeführt.

Rangnick ist nach Klaus Augenthaler (Leverkusen), Wolfgang Wolf (Nürnberg), Ewald Lienen (Hannover), Michael Henke (Kaiserslautern), und Norbert Meier (Duisburg) schon der sechste Trainer, der in der laufenden Saison seinen Platz räumen musste. In der Bundesliga- Historie seit 1963 sind nun 299 vorzeitige Trennungen verzeichnet.

Der Trainerstuhl auf Schalke ist seit dem Weggang von Schalkes Bundesliga-Rekordcoach Huub Stevens ein Schleudersitz. Weder Frank Neubarth noch Marc Wilmots, Jupp Heynckes, Interimslösung Eddy Achterberg oder nun Rangnick hielten es lange aus. Müller räumte den „großen Trainer-Verschleiß” ein. „Aber es gab auch schon mal einen, der fast sechs Jahre bei uns war und an dem wir trotz zweier schlechterer Jahre festgehalten haben”, sagte Müller. Er lieferte damit einen versteckten Hinweis, dass der Neue durchaus auch ein alter Bekannter sein könnte. Zwar steht Stevens, der Schalke vom 8. Oktober 1996 bis zum 30. Juni 2002 trainierte, derzeit wieder bei Roda Kerkrade in Lohn und Brot. Doch dass der Niederländer sofort aus seinem bis 2007 datierten Vertrag heraus könnte, gilt als sicher. Als Alternativen werden Matthias Sammer und Ottmar Hitzfeld gehandelt.

Rangnick, der die Königsblauen vor 15 Monaten übernommen und ins DFB-Pokalfinale, zur Vizemeisterschaft und damit in die Champions League geführt hatte, war zwar der erfolgreichste Coach der jüngeren Club-Geschichte. In dieser Spielzeit jedoch monierten Kritiker, er habe nicht das Maximale aus dem mit 14,2 Millionen Euro verstärkten Kader herausgeholt. In der Bundesliga hat Schalke zehn Punkte Rückstand auf Bayern München, im DFB-Pokal schied der Club blamabel 0:6 bei Eintracht Frankfurt aus und scheiterte in der „Königsklasse” schon in der Vorrunde. Auch Schalkes Führungscrew genügte die Ausbeute nicht. „Wir haben Ralf jede Unterstützung gegeben und ihm ein Team hingestellt, das vor zwei Jahren noch undenkbar war”, sagte Müller. Und Assauer merkte an: „Wenn ich die Spieler sehe, erwarte ich einen Platz unter den ersten Drei.”

dpa-infocom



http://rhein-zeitung.de/on/05/12/12/sporttt/t/rzo204968.html
Montag, 12. Dezember 2005, 15:50 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
Druckversion