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Dienstag, 11. Jun. 13

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Berlin - Im Ent­führungs­fall des Deutsch-Liba­nesen Khaled el Masri will die Oppo­sition mit der Andro­hung eines Unter­suchungs­aus­schus­ses umfas­sende Auf­klärung erzwin­gen.

Berlin - Im Fall der im Irak ent­führ­ten deut­schen Archäo­login Susanne Osthoff und ihres Fahrers gibt es wei­ter­hin keine neue Ent­wick­lung. Der Kri­sen­stab des Aus­wär­tigen Amtes kam am Montag zwei Mal unter Lei­tung...

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Analyse: Schröder stellt Freundschaft über Kritik

Moskau - Ein breites Lächeln zur Begrüßung, ein intensiver Händedruck oder kräftiges Schulterklopfen müssen bei Politikern nicht unbedingt Ausdruck einer tiefen Freundschaft sein.

Schröder und Putin

Gerhard Schröder und der russische Präsident Wladimir Putin bei der Unterzeichung des Pipeline-Vertrags (Archivfoto).

Doch wer in den vergangenen Jahren die Begegnungen Gerhard Schröders mit Wladimir Putin aus nächster Nähe erlebte, spürte die innige Verbundenheit des früheren Bundeskanzlers mit dem russischen Präsidenten.

Der sonst eher unterkühlt wirkende Putin blühte bei Treffen mit Schröder auf. Ein Witzchen hier, ein Frotzeln da: alles wie unter Freunden, allerdings begleitet vom Blitzlichtgewitter der Pressefotografen.

Der Anfang war auch zwischen Putin und Schröder schwer. Der deutsche SPD-Politiker hatte als frisch gebackener Kanzler auf Antrittsbesuch in Moskau verkündet, die Zeit der Saunafreundschaften sei vorbei. Das zielte auf die Schwitzgänge seines CDU-Vorgängers Helmut Kohl mit dem damaligen Präsidenten Boris Jelzin. Auch Jelzins Nachfolger Putin musste sich erst an Schröder gewöhnen. „Zunächst ist mir gesagt worden, dass Schröder ein zugeknöpfter Mann ist”, erinnerte sich Putin bei einem gemeinsamen Auftritt in der Talkshow „Boulevard Bio”.

Doch im Gegensatz zu früheren Kremlherrschern besitzt Putin die Fähigkeit, im Umgang mit westlichen Amtskollegen schnell eine Atmosphäre der Nähe und des Vertrauens zu schaffen. Im Verhältnis zu Schröder kamen Putins exzellente Deutschkenntnisse aus seiner Zeit als KGB-Offizier in der DDR hinzu.

Im weltpolitischen Alltag merkten die beiden studierten Juristen schnell, dass auf das Wort des anderen auch in schweren Zeiten Verlass ist. Schröder kam in der Öffentlichkeit nie ein Putin- kritischer Satz über die Lippen. Selbst als alle Welt Putins zunehmend autoritäre Politik ins Visier nahm oder das Vorgehen gegen den kremlkritischen Oligarchen Michail Chodorkowski anprangerte, bejahte Schröder noch die Frage eines Journalisten, ob er Putin für einen lupenreinen Demokraten halte.

Schröder rechtfertigte sein Schweigen in der Öffentlichkeit damit, dass er es vorziehe, hinter verschlossener Tür mit Putin Klartext zu reden. Von Schröder lasse er sich Kritik gefallen, weil der „ein wohlwollender Freund” sei, sprang Putin dem Kanzler bei.

Ob im Pferdeschlitten im tief verschneiten Russland oder gemeinsam in einer engen Traktorkabine auf der Hannover-Messe: Die Freundschaft der beiden Politiker war auch immer ein von den Beratern geschickt inszeniertes Medienspektakel. In Schröders Heimatstadt Hannover ist dessen 60. Geburtstag auch deshalb unvergessen, weil Putin einen Kosakenchor aus Moskau mitbrachte.

Über den Nutzen dieser Politiker-Freundschaft gehen die Meinungen auseinander. Zweifelsohne hat das Vertrauen auf höchster Ebene dazu beigetragen, die Aussöhnung zwischen Deutschen und Russen 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges voranzubringen.

Dass das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland „kaum verbesserbar” sei, wie Schröder im Oktober 2003 behauptete, dürften damals wie heute manche deutsche Wirtschaftsvertreter und Kulturschaffende sowie russische Menschenrechtler anders sehen. Putin ließ unzählige Gelegenheiten verstreichen, im Streit um die so genannte Beutekunst einen entscheidenden Schritt auf die Deutschen zuzugehen. Und selbst ein Weltkonzern wie Siemens musste mit ansehen, wie sicher geglaubte Großprojekte im Turbinengeschäft und beim Eisenbahnbau platzten, weil der Kreml es sich anders überlegte.

Auch nach dem Ende seiner Kanzlerschaft bleibt Schröder Russland eng verbunden, nicht nur wegen des heftig kritisierten Engagements im Betreiberkonsortium für die Ostsee-Pipeline. Im Vorjahr adoptierten die Eheleute Schröder ein kleines Mädchen aus einem Kinderheim der Stadt St. Petersburg - angeblich unter stiller Mithilfe Putins.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/12/12/tt/t/rzo205077.html
Montag, 12. Dezember 2005, 17:14 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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