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Donnerstag, 24. Mai. 12
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Computer
Fotos richtig einscannen Kiel/München - Wenn angestaubte Fotos aus der Familienchronik digitalisiert werden sollen, ist Können gefragt.
„Man darf nicht erwarten, dass der Scanner die Arbeit abnimmt”, erklärt Gerhard Wolff vom Softwarespezialisten Lasersoft Imaging in Kiel. Die Vorstellung, Vorlagen automatisch eins zu eins in den Rechner einlesen zu können, sei grundfalsch: „Scannen ist nichts anderes als Fotografieren; nur dass die Kamera anders aussieht”, erklärt der Bildbearbeitungsexperte weiter. Daher muss sich der Anwender wie ein guter Fotograf Gedanken machen, bevor er auf den Auslöser drückt. Der häufigste Fehler sei, dass der Anwender die Kunst des Scannens unterschätzt, ergänzt Ingenieur Patrick Wagner, Chef der Firma ScanDig in München und Betreiber der Internetseite www.filmscanner.info. So sei es unerlässlich zu wissen, wie mit unterschiedlichem Bildmaterial umgegangen und welche Einstellungen nach dem Vorscan vorgenommen werden. Das neben einem fototauglichen Scanner nötige Werkzeug ist daher eine entsprechende Software, die in der Regel vom Scanner-Hersteller mitgeliefert wird oder von Spezialisten wie Lasersoft Imaging (SilverFast) oder Hamrick Software (VueScan) stammt. Hinzu kommt eine Bildbearbeitungssoftware, um den Digitalbildern nach dem Scannen den Feinschliff geben zu können. Als erstes sollte nach Angaben von Gerhard Wolff ein so genannter Prescan angefertigt werden - eine Vorschau. An dieser können dann die notwendigen Einstellungen vorgenommen werden. In einem weiteren Schritt wird die Balance zwischen hellen und dunklen Tönen festgelegt. Farbstiche sollten jetzt korrigiert werden. Welche Einstellungen anhand des Vorscans vorgenommen werden, hängt in erster Linie von der Art der Vorlagen ab: Auch wenn ein Dia wegen seiner enorm hohen Kontrastwerte nach Ansicht von Gerhard Wolff das Schlimmste ist, was man einem Scanner antun kann, ist es für den Nutzer eine angenehme Vorlage: „Ich kann mir das Dia ansehen.” Durch Vergleichen des Dias mit der angezeigten Vorschau auf dem Monitor ist es recht einfach, Vorlage und Scan möglichst identisch aussehen zu lassen. „Man sollte sich aber klar machen, dass man nie an das Dia herankommt”, warnt Torsten Steinbach, Technischer Leiter bei der Bildagentur laif in Köln. Wird darauf verzichtet, jedes Dia mit gesonderten Einstellungen zu scannen, sollten sie mit einer Farbtiefe von 16 Bit pro Farbkanal gescannt werden. Ein sehr häufig gemachter Fehler ist das Arbeiten an nicht kalibrierten Bildschirmen. „Beim Bestellen von Abzügen im Fotolabor erscheinen dann ganz andere Farben”, warnt Patrick Wagner. Die Farbtemperatur der Monitoreinstellungen sollte daher dem Tageslicht um die Mittagszeit gleichen, also 5500 bis 6000 Kelvin haben. Auch der Zeitaufwand für das Scannen eines Fotos sollte nicht außer Acht gelassen werden. Wenn es schnell geht, sind fünf Minuten für ein Bild zu veranschlagen. Bei kniffeligen Fällen - einem verdreckten Foto aus Omas Schuhkarton - kann es aber auch passieren, dass die Schieber und Kurven der Scansoftware länger als eine halbe Stunde verschoben müssen, bis das Foto den hohen Anforderungen an ein modernes Digitalbild entspricht. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/12/16/service/computer/t/rzo204935.html |
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