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Montag, 23. Januar 06

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Frost wie seit Jahren nicht mehr

Hamburg - Jetzt ist auch Deutschland kälter als ein Gefrierschrank - zumindest an einigen Orten: Mit Tiefstwerten bis unter minus 34 Grad war der Montag der bisher kälteste Tag in diesem Winter. Bundesweit sind seit Sonntag mindestens vier Menschen erfroren.

Polen im Kälteschock

Der Winter hat Polen fest im Griff, wie hier in Sopot an der Ostsee.

Die Kältewelle aus Russland erreichte aber auch Frankreich, Tschechien, Rumänien, Österreich, Ungarn, die Türkei und Griechenland. Besonders schlimm blieb die Lage in Polen. Dort erfroren seit Winterbeginn schon 150 Menschen, mindestens 21 allein am Wochenende.

Rekordwerte in Deutschland gab es vor allem im Osten und Südosten. Am unbewohnten bayerischen Funtensee wurden am Morgen minus 34,8 Grad gemessen, im bayerischen Haidmühle zitterten die Bewohner bei minus 27 Grad, in Morgenröthe-Rautenkranz in Sachsen bei minus 24,5. In Berlin war es mit 17,8 Grad Frost so kalt wie seit 64 Jahren nicht mehr.

In Sachsen-Anhalt starb eine 74-Jährige in Wolfen, als sie auf dem Weg zum Briefkasten stürzte und nicht wieder aufstehen konnte. Ebenfalls in Sachsen-Anhalt wurde am Sonntag ein Jogger auf einem Feld tot aufgefunden. Im niedersächsischen Hameln erfror ein 68-Jähriger nach einem Sturz wenige Meter von seinem Haus entfernt. Im hessischen Wiesbaden starb am Sonntag ein 39 Jahre alter Obdachloser.

Auf den Straßen hatten die Pannenhelfer alle Hände voll zu tun. „Wir werden zu fast doppelt so vielen Pannen gerufen wie sonst”, sagte ADAC-Sprecher Jürgen Grieving. „Meist sind es Probleme mit der Batterie.” Auch der Schiffsverkehr litt unter der Kälte. Die Oder, die seit Tagen gesperrt ist, fror weiter zu. In Nordbayern wird von Dienstag an der Rhein-Main-Donau-Kanal zwischen Nürnberg und Berching betroffen sein.

Aber auch in anderen europäischen Ländern hatte die Kälte Folgen:

- Polen: Die Behörden meldeten mindestens 150 Tote. Bei Tiefsttemperaturen bis minus 31 Grad in der Nacht zum Montag brach in mehreren Orten der Nahverkehr zusammen, weil das Benzin in den Bussen gefror. Seit dem Wochenende erhält Polen weniger Erdgas aus Russland.

- Tschechien: Temperaturen bis minus 30 Grad forderten mindestens drei weitere Opfer. Ein 17-Jähriger wurde in einer Garage erfroren aufgefunden. Damit kamen bislang mindestens 16 Menschen ums Leben. Im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin musste der erste Block vorübergehend vom Stromnetz genommen werden.

- Rumänien: Bis Montag starben mindestens neun Menschen. In der Hauptstadt Bukarest wurden Zelte aufgestellt, wo gratis heißer Tee ausgeschenkt wurde. Hier herrschten Temperaturen von minus 17 Grad, der Rekord im Land lag bei minus 27 Grad.

- Bulgarien: Bei Temperaturen bis minus 19 Grad wurden im Norden des Landes Schulen geschlossen, weil sie nicht mehr geheizt werden konnten. Die Polizei warnte vor Fahrten in abgelegene Gebiete.

- Griechenland: Im Norden schneite es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder darunter. Dort waren Schneeketten nötig. Auch im Süden wird in den nächsten Tagen mit Minus-Graden gerechnet.

- Türkei: Bei Schnee und Kälte sind mindestens zwei Menschen erfroren. In einem Außenbezirk von Istanbul starb ein 64-Jähriger in einer behelfsmäßigen Unterkunft. In der Provinz Elazig im Südosten des Landes wurde ein Dorfbewohner erfroren im Garten seines Hauses gefunden. Bei dichtem Schneetreiben kam es auf einer Autobahn westlich von Istanbul zu einer Massenkarambolage mit einem Toten und 24 Verletzten. Etwa 30 Fahrzeuge waren in den Unfall verwickelt. Rund 4000 Dörfer vor allem im Norden und Osten des Landes waren eingeschneit. Der Bosporus wurde wegen Schneetreibens und geringer Sichtweiten für Transitschiffe gesperrt.

- Russland: In Podolsk bei Moskau und in Murmansk saßen am Montag insgesamt etwa 15 000 Menschen im Kalten, weil ihre Heizungen ausgefallen waren. In der Nähe von Moskau war eine Fernwärmeleitung zwischen einem Heizkraftwerk und 26 Hochhäusern geplatzt.

- Ukraine: Am Wochenende erfroren 24 Menschen, teilte das Gesundheitsministerium in Kiew mit. 371 Menschen wurden wegen Unterkühlung in Krankenhäuser gebracht.

- In Georgien saß die Bevölkerung wegen der Anschläge auf Strom- und Gasleitungen in Russland den zweiten Tag in ungeheizten Häusern. In Tiflis sollten in den nächsten Tagen nur Krankenhäuser und Bäckereien Gas erhalten, ordneten die Behörden an, obwohl in der Hauptstadt mit 15 Grad Frost der kälteste Winter seit zwölf Jahren herrschte.

- Schweden: Unfälle mit Schneescootern forderten am Wochenende fünf Menschenleben. Bei Nörrtälje starben ein sechs Jahre altes Mädchen und seine Eltern, als ihr Gefährt auf dem Eis eines Sees einbrach.

Auch in den kommenden Tagen bleibt es nach Angaben der Meteorologen in Deutschland ebenso wie im europäischen Ausland frostig. Übrigens: Den weltweiten Minusrekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren hält die russische Antarktis-Station Vostok: Am 21. Juli 1983 wurden dort minus 89,2 Grad gemessen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/01/23/news/t/rzo215040.html
Montag, 23. Januar 2006, 17:50 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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