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Sonntag, 15. Dez. 19

ErzgebirgeAnna­berg-Buch­holz - Jeder Fußtritt auf dem frisch ver­schnei­ten Weg knirscht. Wie im Märchen sind die Tannen „ver­zucker­t”, und die Kälte lässt die Fluss­läufe zufrie­ren.

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Vom Skiwandern und kalter Semmelmilch

Annaberg-Buchholz - Jeder Fußtritt auf dem frisch verschneiten Weg knirscht.

Erzgebirge

Das Erzgebirge hat kilometerlange Loipen. (Tourismusverband Erzgebirge/dpa/gms)

Wie im Märchen sind die Tannen „verzuckert”, und die Kälte lässt die Flussläufe zufrieren. Im Winter entfaltet das Erzgebirge seinen ganzen Charme.

Besonders Familien mit Kindern schätzen die Idylle zwischen Annaberg-Buchholz, Freiberg und Zwickau sowie die Aufgeschlossenheit und Gemütlichkeit seiner Bewohner. Immer mehr Urlauber nutzen auch die Nähe zu Tschechien und testen die 240 Kilometer lange Skimagistrale mit wechselndem Streckenverlauf auf sächsischer und böhmischer Seite zum Skiwandern.

Die Bettenzahl im Erzgebirge verdoppelte sich seit 1990 auf mehr als 30 000. Ob Abfahrt oder Langlauf, Anfänger oder Pistenprofi - die etwa 70 Skipisten, 1000 Kilometer gespurte Loipen und die Rodel- und Eisbahnen bieten viele Möglichkeiten, sagt die Marketingleiterin des Tourismusverbandes Erzgebirge, Jana Vierig. Immer mehr Zulauf haben Skitouren ohne Gepäck inmitten eines der waldreichsten Naturparks Deutschlands. Auf den 600 bis 1200 Meter über dem Meer liegenden Höhen des Erzgebirgskammes und seiner Ausläufer zwischen Schöneck und Altenberg durchqueren die Urlauber in neun Etappen die Region. Abends relaxen sie in den Thermen und Saunalandschaften der Urlaubsorte. Wer Glück hat, trifft unterwegs vielleicht den aus Oberwiesenthal stammenden Skispring-Olympiasieger und -Weltmeister Jens Weißflog oder die Volksmusik-Gruppe „De Randfichten” („Der Holzmichl”).

Von der Kreativität der Einheimischen können sich die Gäste zum Beispiel bei der Weltmeisterschaft im „Arschleder-Wettruscheln” in Neudorf am 12. Februar überzeugen. Das Lederteil hatten sich die Bergleute einst um die Hüfte gebunden, wenn sie ins Bergwerk einfuhren, erklärt ein Mitglied des veranstaltenden Skiverein Sehmatal. Heute dient es als Gaudi-Sportgerät zum Wettrodeln: Es gewinnt, wer am schnellsten damit über einen verschneiten Hang saust.

Abends laden Hotels und Pensionen zum „Butzenabend”. Einheimische führen ins Klöppeln ein, geben einen Kurs in der lokalen Mundart und tischen Spezialitäten der Region auf. Dazu zählt auch das so genannte Neunerlei („Neinerlaa”): Das einstige Weihnachtsfestessen wird heute den ganzen Winter hindurch angeboten, wobei sich die Zusammensetzung von Ort zu Ort unterscheidet. Beliebt ist die Kombination aus Gänsebraten, Bratwurst, Linsen, Sellerie, Rote Beete, Heringssalat, Brot und Salz sowie kalter Semmelmilch. „Das Erzgebirge war früher eine arme Gegend. Semmeln und Milch waren wie ein Festschmaus, daran wird heute noch erinnert”, erzählt Vierig. Und zum Abschluss gehört einer der selbst gebrannten Liköre mit Kräutern aus dem Wald.

Die rund 700 000 Menschen in dem etwa 300 Millionen Jahre alten Mittelgebirge in der Grenzregion zwischen Sachsen und Böhmen sind stolz auf ihre vom Bergbau geprägte Geschichte. Rund 20 Schaubergwerke sind in Betrieb und bieten sich als Alternative zu einem Ausflug auf den Brettern an. Sie erlauben entlang der touristischen Silberstraße die Einfahrt unter Tage und lassen die Geschichte von Silber-, Steinkohle- und Uranbergbau hautnah erleben.

Kulturinteressierte kommen in rund 100 Museen vom Adam-Ries-Museum in Annaberg-Buchholz, dem einzigen deutschen Strumpfmuseum in Gelenau bis zum Ersten Nussknacker-Museum Europas in Neuhausen und dem Frohnauer Hammer auf ihre Kosten. Der 1904 stillgelegte Eisenhammer, der zuvor als Silber- und Kupferhammer verwendet wurde, wurde 1436 erstmals erwähnt und demonstriert Besuchern heute die alte Technik.

Und auch wenn in anderen Teilen Deutschlands die Weihnachtsdekoration längst wieder auf dem Dachboden oder im Keller verstaut ist, schmückt sie in den Kunsthandwerkszentren von Seiffen und Schneeberg mit seiner achteckigen Bergkirche die Fenster. Das ganze Jahr arbeiten die Bewohner an Räuchermännchen und Schwibbbögen - und lassen sich von Touristen gerne über die Schulter schauen.

Informationen: Tourismusverband Erzgebirge, Adam-Ries-Straße 6, 09456 Annaberg-Buchholz (Tel.: 03733/18 80 00; Fax: 037733/188 00 20).

Internet: www.tourismus-erzgebirge.de , http://schnee.schneehoehen.de/deutschland/sachsen.htm

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/01/23/service/reise/deutschland/t/rzo214310.html
Freitag, 20. Januar 2006, 10:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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