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Donnerstag, 19. Sep. 19

ErzgebirgeAnna­berg-Buch­holz - Jeder Fußtritt auf dem frisch ver­schnei­ten Weg knirscht. Wie im Märchen sind die Tannen „ver­zucker­t”, und die Kälte lässt die Fluss­läufe zufrie­ren.

-Dresden - Dresden ist in Fei­erstim­mung. Die Elb­metro­pole blickt 2006 auf 800 Jahre Geschichte zurück. Das Ereig­nis wird mit einem Feu­erwerk von Aus­stel­lun­gen, Kon­zer­ten...

Halle - „Um diese Zeit bei Hän­del!”: so ver­abre­den sich die Hal­len­ser. Sie meinen damit das bron­zene Stand­bild des 1685 in ihrer Stadt gebo­renen Kom­ponis­ten, das den Mit­tel­punkt des Markt­plat­zes bildet.

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Halle an der Saale feiert 1200-jähriges Bestehen

Halle - „Um diese Zeit bei Händel!”: so verabreden sich die Hallenser.

Moritzburg

Besuch der Moritzburg ist Pflicht. (Bild: Ziegler/Stadtmarketing Halle/dpa/gms)

Sie meinen damit das bronzene Standbild des 1685 in ihrer Stadt geborenen Komponisten, das den Mittelpunkt des Marktplatzes bildet.

In der Tracht des 17. Jahrhunderts blickt Georg Friedrich Händel von seinem Marmorsockel auf den Platz, in den zwölf Straßen und Gassen sternförmig einmünden. Er stützt sich, den Taktstock in der rechten Hand, auf ein Dirigentenpult, auf dem die aufgeschlagenen Notenblätter des „Messias” liegen.

Der Marktplatz ist das Zentrum der historischen Altstadt, die gerade aufwendig herausgeputzt wird. Schließlich feiert die Stadt in 2006 ihren 1200. Geburtstag und möchte sich möglichst vielen Besuchern im besten Licht zeigen. Fast alle Zeugen einer großen und wechselvollen Geschichte erstrahlen bereits jetzt im neuen Glanz, nur rund um die Marienkirche wird noch gebaut und gepflastert. Ihre blauen Spitzen und Hausmannstürme ergeben mit dem 84 Meter hohen Roten Turm die weithin sichtbare „Silhouette der fünf Türme”. Diese Ansicht ist die berühmteste der Stadt und wurde von Lyonel Feininger in mehreren Gemälden verewigt.

Halle bildet zusammen mit dem nur 38 Kilometer entfernten Leipzig das Zentrum der Region Mitteldeutschland. Immer noch haftet der viertgrößten Stadt der neuen Bundesländer das wenig schmeichelhafte Image einer gesichtslosen Industriestadt an, geprägt von den die Umwelt verseuchenden Chemiefabriken Leuna und Buna. Auch der Verfall der historischen Bausubstanz des von Kriegsschäden weitgehend verschonten Halle zur DDR-Zeit und die trostlosen Plattenbauten der Satellitensiedlung Halle-Neustadt prägten lange Zeit das Bild der Stadt.

Große Herausforderungen kamen auf die Stadt auch nach der Wende zu. „Mit der Abwicklung der Chemiegiganten und dem Aus für den Braunkohletagebau verloren Zehntausende ihre Arbeit, haben über 100 000 Menschen ihre Koffer gepackt und sind gegangen”, sagt Ingrid Häußler, Halles Oberbürgermeisterin. Doch dieser Prozess biete auch Chancen. Halle bekennt sich offen als „schrumpfende Stadt” und sucht nach völlig neuen Wegen der Stadtgestaltung.

Dazu zählen nicht nur umfassende Sanierungen, sondern auch die Umwidmung ganzer Wohngebiete wie der Silberhöhe zu einer so genannten Waldstadt. Von Juni bis September 2006 soll eine Ausstellung „Wandel. Halle - Stadt als Ansichtssache” mit weiteren Projekten belegen, wie das Schrumpfen der Bevölkerung zur Triebkraft eines erfolgreichen Stadtumbaus werden kann.

Innovative Bauprojekte haben in Halle Tradition. Die Armen- und Waisenanstalt des Pfarrers August Hermann Francke zum Beispiel entwickelte sich im frühen 18. Jahrhundert zu einer weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten pädagogischen und sozialen Einrichtung.

1991 erhielt die im Lauf der Jahre mit mehr als 50 Gebäuden zu einer Schulstadt angewachsene Einrichtung wieder den Status einer Stiftung. Zu besichtigen sind die Historische Bibliothek im ältesten Bibliothekszweckbau Deutschlands und die Kunst- und Naturalienkammer. Die von Francke in alle Welt entsandten Missionare, die ersten protestantischen übrigens, schickten über 3000 Schaustücke, darunter eine Rippe von einem Walfisch und ein echtes Krokodil.

Etwa zur gleichen Zeit wie die Franckeschen Stiftungen wurde die Friedrichs-Universität gegründet. Rasch entwickelte sich die akademische Lehranstalt zum Zentrum der Frühaufklärung in Europa. Im 18. Jahrhundert war sie die meistbesuchte Universität Deutschlands. Ereignisse, wie die erste Vorlesung in deutscher Sprache oder Personen wie Dorothea von Erxleben, die als erste deutsche Frau hier promovierte, begründeten diesen Zuspruch.

1817 wurde die hallesche Universität mit der bereits 1502 gegründeten Universität in Wittenberg vereinigt. Ihren heutigen Namen erhielt die Martin-Luther-Universität 1933 anlässlich des 450. Geburtstages des Reformators. Rund um den Universitätsplatz gruppieren sich mit Löwengebäude und Melanchthonianum historische sowie mit Juridicum und Audimax moderne Gebäude der Universität. Zusammen bilden sie einen innerstädtischen Campus, der 2003 mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet wurde.

Im Besichtigungsprogramm dürfen auch die beiden Burgen Halles nicht fehlen. Die Moritzburg, einst als wuchtige Zwingburg erbaut, beherbergt heute mehrere Museen. Besonderer Anziehungspunkt sind die Gemälde des Expressionismus von Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Lyonel Feininger, der von 1929 bis 1931 im Turm der Burg Quartier nahm und den berühmten Halle-Zyklus schuf.

Ihre erste urkundliche Erwähnung verdankt die Stadt Halle der Burg Giebichenstein. 806 wird über die Gründung eines Kastells „am östlichen Ufer der Saale, bei dem Ort, der Halle heißt” berichtet. Eine Kunstschule hat hier ihren Sitz. In den zwanziger und dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war sie unter der Kurzbezeichnung „Burg” eine der kreativsten Schulen in Deutschland.

Seither wechselte sie fast ein Dutzend Mal ihren Namen, hielt aber in Lehre und Ausbildung immer an ihren avantgardistischen Bekenntnissen fest. Von der Oberburg haben Besucher einen einzigartigen Blick auf das Saaletal, das zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Schiff erkundet werden kann. Spätestens hier versteht jeder, warum Goethe seinem Freund Friedrich Schiller empfahl: „Versäumen Sie ja nicht, sich in Halle umzuschauen.”

Informationen: Tourist-Information Halle, StadtCenter Rolltreppe, Große Ulrichstraße 60, 06108 Halle/Saale, (Tel.: 0345/47 23 30, Fax: 0345/472 33 30).

www.halle-tourist.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/01/23/service/reise/deutschland/t/rzo207657.html
Freitag, 23. Dezember 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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