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Schweiß treibendes Guayaquil

Guayaquil - Es ist schwer zu sagen, wo Ecuador am schönsten ist: im Andenhochland oder im Amazonas-Tiefland, auf den Galapagos-Inseln oder an der Pazifikküste? In jeder Beziehung am heißesten ist jedenfalls Guayaquil.

Guayaquil

444 Stufen führen zum Leuchtturm Guayaquils. (Bild: Georg Alexander/dpa/gms)

Die schwüle und Schweiß treibende Hafenmetropole im Südwesten des südamerikanischen Landes hat schon viel überstanden: Feuersbrünste, Piratenüberfälle, Naturkatastrophen oder Gelbfieber-Epidemien.

Heute ist Guayaquil eine Tropenstadt , die vor Lebensfreude dampft: Am Abend, wenn die brütend heiße Äquatorsonne im Pazifik versunken ist, flanieren die Menschen auf dem Malecon, der langen Uferpromenade. Die Kneipen, Discos und Restaurants im Zentrum sind voll mit gut gelaunten Menschen. Der Kontrast zur vergleichsweise kühlen ecuadorianischen Hauptstadt Quito im Andenhochland ist krass: Während im manchmal melancholisch wirkenden Quito allenfalls Touristen und jüngere Leute ausgehen und die historische Altstadt abends so gut wie ausgestorben wirkt, ist in der Treibhausluft Guayaquils an den Wochenenden die halbe Stadt auf den Beinen.

Alle Flüge zu den Galapagos-Inseln werden über Guayaquil abgewickelt. Und es lohnt sich, einen Zwischenstopp einzuplanen. Die Stadtväter versuchen seit Jahren, das Image Guayaquils als gefährliche und lärmende südamerikanische Hafenstadt zu verbessern.

So wurde nicht nur der Malecon am Ufer des Rio Guayas zu einer schicken exotischen Flaniermeile ausgebaut, sondern auch das Viertel Santa Ana saniert, das in Top-Lage auf einem steilen Hügel am Nordende des Malecons klebt. Dort, wo sich vor wenigen Jahren noch kein fremder Ecuadorianer - geschweige denn ein Tourist - hineinwagen durfte, leuchten jetzt modernisierte Häuser in frischen Farben.

Die Auswahl an Restaurants und Szene-Kneipen in dem einstigen Elendsviertel ist groß. Daran, dass in dem hübschen Treppenviertel alle 30 Meter ein Polizist steht, muss man sich allerdings erst gewöhnen. So ganz scheint die Stadtverwaltung dem Frieden in Santa Ana doch nicht zu trauen.

Die massive Präsenz der Sicherheitsleute sorgt jedenfalls dafür, dass man unbehelligt die 444 nummerierten Stufen bis zum alten Leuchtturm und zur Kapelle hinaufgehen kann, die auf der Spitze des Hügels stehen. Von dort geht der Blick nicht nur über den breiten Rio Guayas und das Stadtzentrum, sondern auch über den Nachbarhügel Cerro del Carmen.

Der Kontrast ist offensichtlich, denn der Cerro del Carmen ist heute noch so, wie Santa Ana vor einigen Jahren war: grau, schmutzig und gefährlich. Überhaupt hört man sehr Unterschiedliches, was die Sicherheitslage und die Kriminalität in Guayaquil angeht. Fest steht nur eins: Nachts sind große Teile der Drei-Millionen-Stadt unsicher. Das gilt auch für unübersichtliche Ecken im Zentrum, etwa am Mercado Central oder in den Parks. Touristen sollten daher im Dunkeln per Taxi unterwegs sein. Tagsüber gelten die Viertel im Zentrum mit dem Malecon und die touristischen Ausflugziele dagegen als ungefährlich.

Zu diesen Zielen zählt auch der Parque Histórico am Ufer des Rio Daule, rund 15 Taximinuten vom Zentrum entfernt. Hier sind viele Tier- und Pflanzenarten Ecuadors zu sehen. In der so genannten Traditionszone wurden zudem Handelshäuser aus der Zeit der Kakao- und Zuckerbarone wieder aufgebaut. Das Viertel gibt einen schönen Eindruck vom alten Guayaquil und der goldenen Epoche des Kakaobooms.

Informationen: Ecuadorianische Zentrale für Tourismus, c/o Bz.Comm, Robert-Bosch-Straße 28, 63225 Langen (Tel.: 00800/59 30 05 93, E-Mail: ecuador@bz-comm.de).

www.viveecuador.com

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/01/23/service/reise/t/rzo211807.html
Dienstag, 10. Januar 2006, 10:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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