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Archiviert am
Donnerstag, 16. Februar 06 |
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Ägyptischer Film feiert Comeback auf der Berlinale Berlin - Nach mehr als zehn Jahren hat der ägyptische Film auf der Berlinale mit einem rebellischen Beitrag ein gelungenes Comeback gefeiert: „Omaret Yacoubian” blickt hinter die Fassade der ägyptischen Gesellschaft und zeigt Korruption, Homosexualität, Drogenkonsum und Gewalt.
Der 27-Jährige Nachwuchsregisseur Marwan Hamed (27) prangert in der vielschichtigen Verfilmung eines erfolgreichen arabischen Romans Folter bei der Polizei ebenso an wie Zwangsabtreibungen oder die Benachteiligung der armen Bevölkerung. In Berlin ist der Film am Samstag mit Applaus gefeiert worden. Die zweite Bewährungsprobe steht im Juni an, wenn das nach arabischen Maßstäben skandalträchtige Werk ungekürzt in Ägyptens Kinos anlaufen soll. Hamed erwartet nach der Veröffentlichung der teuersten ägyptischen Kinoproduktion eine „große Debatte” in seiner Heimat. Doch spiegele der Film 90 Prozent der Gesellschaft des Landes, sagte er nach der Vorführung. Da der Roman nahezu ohne Änderungen verfilmt wurde, rechne er damit, dass auch der Film in seiner Heimat gezeigt werden darf. Das Werk beleuchte die ägyptische Gesellschaft zwar kritisch, „aber wenn Du jemanden liebst, sagst Du ihm die Wahrheit”, sagte Produzent Imad Adeeb. Lange genug habe man aus Angst vor der Obrigkeit geschwiegen. Das 1934 erbaute Yacoubian-Gebäude, an dessen Bewohnern sich die Geschichte entwickelt, ist auch heute noch ein auffälliges Haus im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Ein junger Mann, der auf dem Dach wohnt, träumt von einer Karriere bei der Polizei, wird aber wegen seiner niederen Herkunft und wegen freiheitlichen Gedankenguts abgewiesen. Später schließt er sich religiösen Fanatikern an. Um ihre Familie ernähren zu können, lässt sich eine Nachbarin von ihrem Arbeitgeber sexuell belästigen. Im Hausinneren gehen die Reichen ihren Lastern nach. Ein homosexueller Journalist verführt einen Soldaten in Geldnot. Ein älterer Privatier verlebt seine Tage als Playboy. Gelegentlich treffen die Erzählstränge aufeinander und verflechten sich. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo220607.html |
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