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Donnerstag, 16. Februar 06

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Dominik Grafs „Der Rote Kakadu” auf der Berlinale bejubelt

Berlin - Der Film „Der Rote Kakadu” von Dominik Graf ist bei seiner Uraufführung auf der Berlinale am Dienstagabend mit jubelndem Beifall und Bravorufen aufgenommen worden.

Berlinale -

Die Schauspieler Max Riemelt (r) und Ronald Zehrfeld (l.) mit Kollegin Jessica Schwarz in Berlin.

Die Publikumsreaktionen im voll besetzten Zoo-Palast setzten dabei erst nach einem längeren betroffenen Schweigen über das Ende einer Liebesgeschichte im Visier der Stasi ein.

Zu der Premiere waren neben Graf auch seine Hauptdarsteller Jessica Schwarz, die wegen einer Verletzung auf Krücken erschien, und Max Riemelt gekommen. Der Film über eine rebellische Jugendclique mit Vorliebe für die aufkommende Rock'n' Roll-Musik spielt in Dresden in den letzten Monaten vor dem Mauerbau 1961. Kinostart ist bereits an diesem Donnerstag.

Vor der Premiere hatte Graf über ein wachsendes Bewusstsein für die Geschichte der DDR gesprochen. „Es war kein Witzstaat und es war nicht nur ein Terrorregime”, sagte er. Die ebenfalls von der Berliner X-Filme produzierte Tragikomödie „Good Bye, Lenin!” hat nach Ansicht Grafs das Tor für ein Thema aufgestoßen, das bisher eher einseitig gesehen worden sei. „Vorher hat man die ganze DDR-Geschichte in "Tatorten" und "Polizeirufen" mit Stasimännern abgefrühstückt.”

Graf hat die Dreiecksgeschichte mit Detailfreude und opulenter Ausstattung in Szene gesetzt, wobei ihm Kritiker anrechneten, dass er den Sozialismus nicht verklärt und nicht ostalgisch wird. Für den Regisseur geht es in dem Film um die „Träume von der DDR als einem besseren Deutschland, die von innen und von außen gestört werden”. Im Berliner Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag ist dazu jetzt auch das Buch zum Film erschienen.

Auf der Berlinale war Graf vor vier Jahren mit „Der Felsen” auf wenig Gegenliebe gestoßen. Diesmal wird sein Film in der Sektion Panorama gezeigt. „Ehrlich gesagt bin ich ganz froh, dass der Film nicht im Wettbewerb läuft”, meinte er. Die deutschen Beiträge dort gehören für ihn eher in die „Hardcore-Fraktion”.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo221314.html
Mittwoch, 15. Februar 2006, 12:53 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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