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Archiviert am
Donnerstag, 16. Februar 06 |
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Regisseur Fernando Solanas auch mit 70 ein „Aufrührer” Buenos Aires - Das Lebensmotto des argentinischen Filmemachers Pino Fernando Solanas ist so einfach wie pathetisch: als Aufrührer will er mit der Kamera in der Hand für eine gerechtere Welt streiten.
Nach vier Jahrzehnten als Dokumentarfilmer und in einem Alter, wo viele nur noch die Füße hoch legen möchten, steht er immer noch Tag für Tag hinter der Kamera, sitzt im Schneideraum oder reist kreuz und quer in seinem riesigen Heimatland hin und her. Der Mann mit schlohweißer Mähne, der an diesem Donnerstag (16.) 70 Jahre alt wird, ist dauernd unterwegs und kaum ans Telefon zu bekommen. Zur Zeit arbeitet er an dem Dokumentarfilm „Argentina latente” (Argentinien im Wartestand), dem dritten Teil einer Trilogie über die extremen sozialen Ungerechtigkeiten in seiner potenziell so reichen Heimat. Wie die anderen beiden Teile, „Memorias del Saqueo” (Geschichte einer Plünderung) und „La dignidad de los nadies” (Die Würde des kleinen Leute), sucht der Film nach Antworten auf die eine, die wichtigste und schmerzhafteste Frage, die vielen Argentiniern den Schlaf raubt: „Wie kann es sein, dass es in Argentinien, dieser Superfabrik für Lebensmittel, die ganz Lateinamerika ernähren könnte, heute Hunger gibt?” Die Filme der Trilogie handeln von Misswirtschaft und Korruption, Vetternwirtschaft und Verschwendung. Aber vor allem rücken sie auch die negativen Folgen der Globalisierung in den Mittelpunkt. So stammen seine Themen zwar vordergründig aus Argentinien, haben nach Solanas Überzeugung aber zugleich eine globale Bedeutung, weil sie eine Fehlentwicklungen in aller Welt anprangern. Solanas hatte nie Angst, anzuecken und Stellung zu beziehen. 1991 zerschossen ihm Unbekannte beide Beine, nachdem er den damaligen Präsidenten Carlos Menem und dessen Regierung der Korruption beschuldigt hatte. Bereits mit seinem Filmdebüt „La Hora de los hornos” (Die Stunde der Hochöfen) von 1967 schuf er einen Klassiker des politischen Dokumentarfilms. Die Repressionen während der Militärdiktatur in Argentinien zwangen den Regisseur in den 70er Jahren ins Exil nach Paris. In dieser Zeit entstand unter anderem „Le Regard des autres” (Der Blick der anderen). Zehn Jahre später kehrte Solanas nach Argentinien zurück und setzte mit den Filmen „Sur” (Süden), „El Viaje” (Die Reise, 1992) und „La Nube” (Die Wolke) die Auseinandersetzung mit seiner Heimat und Lateinamerika fort. Und nach „Argentina latente” hat der „Aufrührer” schon das nächste Projekt ins Auge gefasst: „La Tierra sublevada” (Land im Aufruhr). dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo221410.html |
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