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Archiviert am
Donnerstag, 16. Februar 06 |
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Freundlicher Applaus für deutschen Film „Sehnsucht” Berlin - Mit Valeska Griesebachs Liebesfilm „Sehnsucht” ist am Mittwoch der dritte deutsche Beitrag im Wettbewerb der 56. Berlinale gezeigt worden.
Das Publikum nahm den in der brandenburgischen Provinz und mit Laienschauspielern gedrehten Film in einer ersten Pressevorstellung mit freundlichem Applaus auf. Kritiker bemängelten, dass die an Shakespeares „Romeo und Julia” erinnernde Geschichte um ein junges Paar etwas langatmig und manchmal unfreiwillig komisch erzählt ist. In epischem Ton und mit ruhigen Kamerafahrten wird von Ella (Ilka Welz) und Markus (Andreas Müller) berichtet - einem Ehepaar um die 30, das seit Kindertagen unzertrennlich ist. Markus ist Schlosser und Mitglied der freiwilligen Feuerwehr. Ella arbeitet ein paar Stunden in der Woche als Haushaltshilfe und singt im Chor. Als der Mann in eine Liebesaffäre verwickelt wird, kippt das sensible Gleichgewicht der Beziehung. Bei ein Schulungsseminar der Feuerwehr in der Kreisstadt lernt Markus die Kellnerin Rose kennen. Er verliebt sich in sie, doch die Liebe zu seiner Frau scheint von dieser neuen Leidenschaft nicht berührt zu werden. Das Ende ist tragisch: Markus will sich das Leben nehmen, aber überlebt. Der Film ist eine genaue Studie des Alltags in der Provinz, seine Dialoge wirken manchmal allerdings hölzern und überhöht. „Die Geschichte hat etwas von einem Song”, sagte die Regisseurin, die ihren Film auch als eine Art poetisches Märchen betrachtet. „Die Kamera sollte sehr schlicht und umgangssprachlich sein”, sagte Grisebach. Sie zeigt vor allem die Konflikte im Inneren der Figuren. Es gibt wenig Dialoge, Blicke und Gesten sprechen für sich. „Es sind Dinge, die jeder nachempfinden kann, deshalb war es nicht schwierig da reinzukommen”, meinte Hauptdarstellerin Ilka Welz. Grisebach hat für ihren Film rund 200 Interviews mit Frauen und Männern um die 30 Jahre geführt und sie nach ihren Wünschen, Träumen und Sehnsüchten befragt. Ein halbes Jahr lang wurden dann in verschiedenen brandenburgischen Dörfern Darsteller für den Film gesucht. Die Schauspieler von Markus und Ella sind im wirklichen Leben Karosserie-Mechaniker und Krankenschwester. Gedreht wurde im brandenburgischen Zühlen. Viele Bewohner des Dorfes spielen in dem Film mit. „Ich habe einen Ort gesucht, der den märchenhaften Ton des Films mit sich bringen kann”, sagte Grisebach. „Ich mag Brandenburg wirklich sehr, sehr gerne. Ich habe das Gefühl, dort verbirgt sich Vieles und Unbekanntes.” Grisebach hatte bereits 2001 mit ihrem Debütfilm „Mein Stern” auf sich aufmerksam gemacht. Insgesamt vier deutsche Filme sind dieses Jahr im offiziellen Rennen um den Goldenen Bären, der an diesem Samstag verliehen wird. Als letzter Beitrag läuft am Freitag Hans- Christian Schmids Film „Requiem”. Die beiden anderen deutschen Wettbewerbsfilme, Oskar Roehlers „Elementarteilchen” und Matthias Glasners „Der frei Wille”, stießen beim Publikum auf ein geteiltes Echo. www-berlinale.de dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo221422.html |
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