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Archiviert am
Donnerstag, 16. Februar 06 |
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Schwule, Fußball, Berlinale: 20 Jahre „Teddy Award” Berlin - „Männer wie wir” heißt es manchmal augenzwinkernd im Film, wenn es um Schwule und Fußball geht. „Fußball zementiert die Geschlechterrollen und eignet sich daher auch besonders gut, sie aufzubrechen”, meinen die Veranstalter des „Teddy Award” der Berlinale, auf der seit nunmehr 20 Jahren der Preis für den besten schwul-lesbischen Festivalfilm verliehen wird.
Also sind beim Jubiläumsfestival natürlich auch Filme zum Thema „Fußball und Schwule” dabei, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, die in der Hauptstadt sogar den traditionellen alljährlichen Christopher Street Day-Umzug der Berliner „Regenbogen-Gemeinde” (meist mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit an der Spitze) vom Terminkalender der Hauptstadt verdrängt hat. „Fußball und Schwule” thematisierte auf der diesjährigen Berlinale zum Beispiel der isländische Streifen „Eleven Men Out” von Robert Douglas, in dem sich ein gefeierter Fußballstar des Landes zum Entsetzen seiner Mannschaft öffentlich zu seinem Schwulsein bekennt. Obwohl die Festival-Vorstellungen „knackevoll” waren, zeigte sich an diesem Beispiel auch ganz schnell, dass es gute und weniger gute Filme in allen Sparten und Bereichen gibt, einen „Schwulen-Bonus” gibt es für keinen Regisseur. Der Film enttäuschte eher seine „Community”. Der Leiter der Berlinale-Sektion Panorama, Wieland Speck, Nachfolger des inzwischen verstorbenen „Vaters des Teddy Award”, Manfred Salzgeber, sieht zwar jetzt eine gewisse Normalität in der Filmbranche im Umgang mit „Schwulen-Filmen”, die sogar ein immer größeres Zielpublikum finden und daher auch an der Kinokasse attraktiv sind, erinnert aber auch an die noch immer existierenden Realitäten für Schwule und ihre Filmemacher. Auch viele Filmemacher sind an Aids gestorben, etwa Derek Jarman oder Manfred Salzgeber von der Berlinale. „Man meinte, das Thema habe sich erledigt, weil es nun schon schwule Bürgermeister gibt. Es hat sich aber längst nicht erledigt - bei uns nicht und schon gar nicht in den meisten Ländern dieser Welt, wo es weiterhin einen absoluten Nachteil bedeutet, schwul oder lesbisch zu sein.” Das betreffe bei weitem nicht nur islamische Länder, betont Speck. „In unserem Nachbarland Polen wurde vor kurzem ein Mann zum Präsidenten gewählt, der einen solchen Hass gegen Schwule und Lesben streut, dass viele Menschen darunter Schaden nehmen, auch physisch. Schwule und Lesben werden in Polen derzeit angegriffen von Neonazis und die Polizei tut nichts dagegen.” Bis in die 70er Jahre, so erinnert sich Speck, „mussten Schwule am Ende des Films ja tot sein, es sei denn, man hat sie sowieso nur als Pausenclown durchs Bild geschickt.” Das änderte sich erst, als bis dahin unbekannte Regisseure wie Derek Jarman, Rosa von Praunheim, Francois Ozon, Heiner Carow, Tilda Swinton, Rob Ebstein, Pedro Almodóvar, Gus van Sant und Stanley Kwan die Bühne beziehungsweise Leinwand betraten und mit ihren - oft auch mit dem Teddy Award in Berlin ausgezeichneten - Filmen eine internationale Karriere begannen und dem Thema Homosexualität im Film künstlerische Anerkennung verschafften. Der diesjährige Teddy Award wird an diesem Freitag verliehen. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/kino/t/rzo221427.html |
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