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Donnerstag, 16. Februar 06

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Generationswechsel bei den Brit Awards

London - Die meisten Titel für die Newcomer-Band Kaiser Chiefs - und für Superstar Robbie Williams nicht einmal einen Trostpreis: Bei der Verleihung der Brit Awards, dem wichtigsten britischen Popmusik-Preis, hat sich in diesem Jahr der Nachwuchs durchgesetzt.

Kaiser Chiefs

Die Kaiser Chiefs dürfen sich über drei Brit Awards freuen.

Die Hälfte aller Auszeichnungen ging an Musiker, die vor einem Jahr noch kaum jemand kannte. Für die Überraschung des Abends sorgte jedoch Coldplay. Die derzeit erfolgreichste britische Gruppe kündigte an, eine schöpferische Pause einzulegen.

Die meisten Brit Awards heimsten am Mittwochabend in London die Kaiser Chiefs („Oh My God”, „I Predict A Riot”) ein, eine junge Fünfer-Truppe aus der Industriestadt Leeds. Die „Kaisers” - benannt nach einem südafrikanischen Fußballverein - gewannen in den Kategorien beste britische Band, bester Live-Act und beste Rock-Darbietung. Den zweiten Platz teilten sich Coldplay und Pop-Sänger James Blunt („You're Beautiful”), die jeweils auf zwei Gold-Trophäen kamen.

Coldplay holte sich die Titel für die beste Single („Speed of Sound) und für die beste CD („X&Y”). Blunt wurde zum besten männlichen Solo-Künstler gewählt und für die beste Pop-Darbietung ausgezeichnet. Trotzdem war die Preisverleihung für den Ex-Soldaten, der vor einem Jahr noch völlig unbekannt war, eine kleine Enttäuschung: Ebenso wie die Kaiser Chiefs war Blunt in fünf Kategorien nominiert gewesen.

Noch schlimmer erging es dem 15-maligen Gewinner Robbie Williams, der trotz eines neuen Albums in diesem Jahr ohne jeden Preis blieb. Williams - sonst Dauergast bei den Brit Awards - war dann auch gar nicht erst erschienen. In der auf jugendlich getrimmten Britpop-Szene gehört der 33-Jährige inzwischen zu den älteren Kalibern. Auch Stimmwunder Kate Bush, die sich nach langer Pause ebenfalls mit einem neuen Album zurückgemeldet hatte, ging leer aus.

In die allgemeine Generationswechsel-Stimmung reihte sich dann auch Coldplay-Sänger Chris Martin ein. Der 28-Jährige kündigte zur Überraschung der 7000 Gäste an, dass seine Band kürzer treten werde. „Ihr werdet uns bei solchen Anlässen für viele, viele Jahre nicht mehr sehen”, rief Martin ins Publikum. „Die Leute haben die Nase voll von uns - und wir auch.” Der Coldplay-Boss - Lebensgefährte von Hollywood-Star Gwyneth Paltrow - wird im April zum zweiten Mal Vater.

Als beste Neuentdeckung wurden die Arctic Monkeys geehrt, die sich kürzlich mit ihrem Debütalbum „Whatever People Say I Am, That's What I'm Not” an die Spitze der britischen Hitparaden katapultiert hatten. Als beste britische Sängerin wurde die Schottin KT Tunstall ausgezeichnet, als beste internationale Sängerin Madonna, als bester internationaler Sänger Kanye West. Die Preise für die beste internationale Band und für das beste internationale Album holten sich Green Day mit „American Idiot”.

Ein Sonderpreis fürs Lebenswerk ging an Paul Weller, den Gründer der Kultbands The Jam und Style Council. Der 47-jährige „Altmeister des Britpop” wird von vielen der neuen Briten-Bands als Vorbild genannt. Grund genug für die Brit-Award-Gäste, ihm zum Abschluss der zweieinhalbstündigen Zeremonie stürmisch zu feiern - allen Zeichen für den Generationswechsel zum Trotz.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/magazin/musik/t/rzo221629.html
Donnerstag, 16. Februar 2006, 10:54 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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