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Donnerstag, 16. Feb. 06
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Nach Schneechaos jetzt Regen und Tauwetter München/Hamburg - Anhaltende Regenfälle und die Schneeschmelze haben am Donnerstag in Bayern Flüsse über die Ufer treten lassen und Straßen, Keller und Höfe überschwemmt.
Mit neuen Regenfällen und weiterem Tauwetter wird auch in Teilen von Sachsen sowie in Baden-Württemberg Hochwasser erwartet. Ungeachtet der Niederschläge nähert sich der Bodensee einem Rekord-Tiefstand für die Jahreszeit. Der Pegelstand des Rheins steigt dagegen nach extremem Niedrigwasser allmählich wieder an. In den vom Schneechaos betroffenen Gebieten Ostbayerns entspannte sich die Lage am Donnerstag weiter. Auch der Landkreis Passau hob den Katastrophenalarm auf. Im Landkreis Regen waren nach Behördenangaben noch rund 850 Helfer damit beschäftigt, verschneite Dächer von der tonnenschweren Last zu befreien. Der Katastrophenalarm sollte dort am Donnerstagabend aufgehoben werden. In der vergangenen Woche hatten sechs Kreise in Niederbayern und der Oberpfalz den Ausnahmezustand ausgerufen. In vier Kreisen wurde der Alarm bereits zurückgenommen. Nach Beginn der Regenfälle waren im Bayerischen Wald erneut einige ältere Gebäude unter der Schneelast zusammengebrochen. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Das mit Beginn der Schneeschmelze befürchtete Hochwasser trat zunächst in Ostbayern nicht auf, es kam lediglich zu Überschwemmungen und kleineren Überflutungen an Flüssen. Auf dem Main-Donau-Kanal dürfen nach gut dreiwöchiger Zwangspause wieder die ersten Schiffe fahren. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg gibt den Verkehr von diesem Freitag an mit Einschränkungen frei. Trotz des Tauwetters ist die Eisdecke im knapp 60 Kilometer langen Mittelabschnitt noch bis einen halben Meter dick. Nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes stiegen im Donaugebiet und in Nordbayern die Pegel der Flüsse zeitweise stark an. Am Nachmittag entspannte sich die Lage wieder, doch an den Unterläufen sei weiter mit steigenden Wasserständen zu rechnen. Teilweise blockierten Überschwemmungen auch Bundesstraßen. Ein Schlammabgang behinderte den Zugverkehr zwischen München und dem Allgäu. In Sachsen wurde für die Flüsse Neiße und Schwarze Elster sowie die Nebenflüsse der oberen Elbe, der Mulde und der Spree der Hochwassernachrichtendienst aktiviert. Mit anhaltendem Tauwetter im Böhmerwald und Riesengebirge wird auch für die Elbe ein erhöhter Wasserstand erwartet. Dagegen führt die Oder Niedrigwasser und ist noch über 200 Kilometer zugefroren. Zehn Eisbrecher sind im Einsatz. Nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz wurde zuletzt 1963 in einem Februar ein so niedriger Wasserstand am Rhein gemessen wie in den vergangenen Tagen. Es habe diesen Winter zu wenig Niederschläge gegeben, sagte der Hydrologe Peter Hörter. „Und wegen des Frosts blieb der Schnee meist liegen, statt zu schmelzen.” Extremes Niedrigwasser auch am Bodensee: Am Pegel Konstanz wurden am Donnerstag 2,31 Meter gemessen - nur fünf Zentimeter mehr als der niedrigste Wert aller Zeiten vom 17. Februar 1858. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/news/t/rzo221623.html |
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