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Donnerstag, 16. Feb. 06
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Virologe rät zu Vorsicht und Ruhe Marburg - Die deutsche Bevölkerung schwebt aus Sicht eines Geflügelpest-Forschers trotz der toten Schwäne auf Rügen nicht in akuter Vogelgrippen-Gefahr.
„Der Mensch ist bisher in Deutschland nicht direkt bedroht, wohl aber das Geflügel”, sagte der Biochemie-Professor Wolfgang Garten vom Institut für Virologie in Marburg. Er forscht seit über 30 Jahren an dem Geflügelpest-Virus. Es müsse nicht wegen jeder toten Amsel im Garten gleich das Gesundheitsamt alarmiert werden, aber Leichtsinn sei auch fehl am Platze: „Tote Vögel sollten grundsätzlich nur mit Handschuhen angefasst und entsorgt werden.” Aktionen wie die von Apothekern in Baden-Württemberg vorgestellte Schutzmaske sieht er kritisch: „Das ist nur sinnvoll, wenn man engen Kontakt mit erkrankten Tieren hat, eine Anschaffung für die Bevölkerung ist sicher verfrüht.” Es dürfe keine Hysterie geschürt werden. „Es ist nicht nachgewiesen, dass das in Deutschland aufgetretene Virus von Wildvögeln auf Menschen geht”, sagte der Wissenschaftler. Auch vom Nutzgeflügel aus sei die Übertragung von Tier zu Mensch weitaus schwieriger als von Tier zu Tier. Der Erreger sterbe sehr schnell, wenn er mit Licht und Wärme in Kontakt komme, auch Seife vernichte das Virus. Generell verbreite sich die Vogelgrippe über Schmier- und Tröpfcheninfektion, besonders gefährlich seien die Ausscheidungen. Spaziergänger schwebten aber sicher in keiner Gefahr. Damit ein Mensch an Vogelgrippe erkrankt, muss er nach Angaben des Wissenschaftlers sehr eng mit großen Mengen des Erregers in Kontakt kommen. Außerdem hänge die Resistenz des Einzelnen von seinem Immunsystem ab. Die bisher an dem Virus erkrankten Menschen hätten in sehr armen Gegenden mit schlechten hygienischen Bedingungen gewohnt, wo sie zwangsläufig sehr engen Kontakt mit den Tieren gehabt hätten. Maßnahmen wie die ab Freitag geltende Stallpflicht und das Anleinen von Hunden hält der Forscher für wichtig und sinnvoll, um ein Ausbreiten der Vogelgrippe unter dem Federvieh zu verhindern. „Man muss das schon ernst nehmen, bricht die Vogelgrippe auf einem Hof aus, sind in wenigen Tagen alle Hühner tot.” Die Veterinärämter seien in der Pflicht, die Stallpflicht zu kontrollieren, aber auch der Nachbar müsse genauer hin schauen: „Da kann ich nur an die Vernunft jedes Einzelnen appellieren.” dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/02/16/tt/t/rzo221761.html |
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