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Archiviert am
Samstag, 08. April 06 |
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„Drop It Like It's Hot”: Snoop Dogg live in Brüssel Hamburg - Sind wir bereit den Boss zu sehen? Mit großmundiger Ankündigung wird die Stimmung im Brüsseler Forest Internation am 23. Februar 2005 aufgeheizt.
„Are you ready to see the boss” wird da gefragt und tausende belgischer Fans sind bereit. Die Kamera schwingt Backstage und der „Doggfather” of HipHop, Snoop Dogg, nimmt noch ein paar Züge von einem Joint und stimmt sich entspannt auf die Grooves seines DJs ein, um dann auf die Bühne zu schreiten. Die Haare sind in zwei Zöpfe geflochten, sein Markenzeichen. Los geht es mit dem G-Funk Stück „Bump Bump”, ein Song aus seinen Anfangszeiten. Zwischendurch wird immer wieder gefordert: „Belgium, make some nooooiiiiseee!!!” Es ertönen Polizeisirenen und Scheinwerfer tauchen die Szenerie in kaltes Licht. Jeder weiß es: jetzt kommt „Murder Was The Case”. Die DVD „Drop It Like It's Hot” mit zusätzlicher Audio-CD enthält viele alte und neue Klassiker von einem HipHop-Urgestein, welches es stets verstand, dem eigenen Stil treu zu bleiben und dennoch mit der Zeit zu gehen. Auf dem typischen HipHop-Konzert gibt es oft nicht mehr zu sehen, als einen MC und den DJ, meist vor wechselnder Hintergrundskulisse. Neben einem zweiten MC hat Snoop dagegen noch eine Band (Schlagzeug und Gitarre) mitgebracht, die Snoopadelics. Mit „P.I.M.P” läutet Snoop seinen ersten neueren Hit ein, der sowohl die HipHop- als auch Mainstream-Herzen höher schlagen ließ, nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit 50 Cent. Die Fans reißen die Arme in die Höhe, dann stürmen vier Tänzerinnen im Gangsta-Look auf die Bühne: Die Snoopettes. Und die Spannungskurve wird gehalten. Nach „P.I.M.P.” folgt „Deep Cover”, um vom legendären Dr. Dre-Stück „G-Thang” abgelöst zu werden. Natürlich darf die Hommage an den ermordeten ehemaligen Wegbegleiter TuPac Shakur nicht fehlen. „2 Of America's Most Wanted” unterstreicht Snoops Wurzeln als Gangster und Westcoast-Rapper aus Long Beach. Es geht weiter mit „Snoop's Upside Your Head” und gipfelt in „Beautiful”. Dieser Song wurde von den kongenialen Neptunes produziert und bescherte Snoop und Pharrell massive MTV-Rotation. Natürlich widmet der ehemalige Pornodarsteller und jetzige Familienvater den Song den „Ladies in the house”. Die Stimme von Pharrell kommt zwar vom Band, aber dafür zeigen die vier Snoopettes wie schöne HipHop-Mädels zu tanzen haben, inklusive Powackeln, besser bekannt als „Bootyshake”. Uncharmanterweise blickt der Star hier auf seine Armbanduhr. Sind Live-Auftritte für ihn nur eine Pflichtkür, die zum Gesamtpaket HipHop-Star dazu gehören? Offensichtlich mag Snoop keine Überanstrengung: er bewegt sich nicht besonders viel, es gibt keine intensive Plaudereien mit dem Publikum - von verschiedenen Outfits und Bühnensituationen à la Eminem ganz zu schweigen. Aber ein großer HipHoper braucht keine Riesenshow, schon alleine seine Präsenz und Ego reichen, um tausende Fans in Verzückung zu versetzen. Die zeigt sich ganz deutlich bei dem nächsten Dr. Dre-Stück „Next Episode”, in dem das buchstabierte „It's the motherfucking D.R.E” einfach durch „D. O. double G.” ersetzt wird - der Saal tobt. Bei der ersten kleinen Showeinlage des abends fängt Snoop an, seine Hanfpflanzen auf der Bühne zu wässern. Damit wäre auch die dritte Hommage des Abends erreicht: Mantra-artig wird dem Publikum eingetrichtert, sich zu berauschen. Spätestens hier dürften etwaige Hemmschwellen im Saal überwunden worden sein. Weiter geht's mit „Let's get blown” und gläserschwenkenden Snoopettes, gefolgt vom alkoholgeschwängerten „Gin and Juice”. Bevor die Stimmung aber zu bedröhnt wird, zieht Snoop das nächste Ass aus dem Ärmel: der Rapper „The Game” gibt auf „Lay Low” ein Gastspiel. Denn auch unter Gangsta-Rappern gilt: Zusammen sind wir stark. Kurz vor Ende kommt dann endlich der Track zur Tour „Drop It Like It's Hot”, der zweite Neptunes-Hit, mit der gesamten Entourage auf der Bühne. Nach einer Stunde und zehn Minuten verabschiedet sich der Doggfather mit „Na, Na, Hey, Hey, Goodbye” von seinen Fans. Nach diesem ungeschnittenen Konzert in guter Qualität fällt das Bonusmaterial auf der DVD etwas mager aus. Neben Konzertbeiwerk (Fans, Soundcheck, Backstagebilder) gibt es verwackelte Sequenzen von „Snoop in Jaimaca”, welche aber nur die hart gesottenen Fans interessant finden dürften. Die „Zehn Gebote” des Snoop, die seine gesammelten Weisheiten beinhalten, reißen auch nicht gerade vom Hocker. Wer bis zum Ende durchhält erfährt aber eins: dass der ehemalige Hardcore-Kiffer inzwischen jeglicher Rauschmittel abgeschworen hat. Vermutlich braucht er einen klaren Kopf, da er neben Ambitionen im Filmgeschäft auch noch das Klamottenlabel „Snoop Dogg Clothing”, die eigene Cadillac-Marke „Snoop DeVille” und jetzt auch Accessoires für den Hund herausbringt. Ein dicker Hund. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/04/08/magazin/musik/t/rzo235252.html |
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