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Archiviert am
Samstag, 08. April 06 |
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Dieter Thomas Kuhn will wieder peinlich sein Tübingen - Dieter Thomas Kuhn hat sich gut gerüstet, um endlich wieder peinlich zu sein. Für die Föhnwelle braucht er nur noch eine halbe Stunde, und Material für das Brusthaartoupet kauft er heute als Meterware.
„Es ist aber immer noch eklig auf der Haut”, gesteht der Schlagerkönig und wippt mit seinen Cowboystiefeln. Doch wenn er am 7. April sein - mittlerweile zweites - Comeback mit einem neuen Album feiert, kann Kuhn auf alte Markenzeichen nicht verzichten: Ohne Plateau-Schuhe, Schlaghosen, Föhnwelle und Brusthaartoupet mögen die Fans ihren Dieter nicht. „Es gibt Altbewährtes”, kündigt der 41-Jährige aus Tübingen an. Mit dem Album „Einmal um die ganze Welt” und der dazugehörigen „Welttournee” reisen er und seine Band zwar bis zum deutschen Auswandererumzug in New York, zur Steubenparade. Musikalisch kehren sie aber zurück zu ihren Wurzeln: alte Schlager neu zu singen. Denn beim ersten Comeback im Jahr 2001 machten sie mit dem Versuch einer Pop-Platte ohne die geliebten Markenzeichen eine Bauchlandung: „Das ging daneben”, sagt Kuhn. Sein Projekt, die Dreigroschenoper neu aufzulegen, scheiterte 2002 am Suhrkamp-Verlag als Rechteinhaber. Und so tönen aus Kuhns Kehle wieder Superhits wie „Guantanamera”, „Mama Leone” und „Azzuro” bis „Café Oriental”. Und Kuhn geht zum ersten Mal Songs an, die im Original Frauen singen. „Es ist schon bizarr, wenn ich singe 'Ich will nen Cowboy als Mann'”, sagt er mit Blick auf das Lied von Gitte, das auf seiner CD ebenso Platz findet wie „Am Tag als Connie Kramer starb” von Juliane Werding. Aber das passe jetzt zum schwulen Cowboy-Film „Brokeback Mountain”, sagt Kuhn. „Es vermuten ja sowieso viele, dass ich schwul bin.” Dieter Thomas Kuhn und seine Band haben Schlager Mitte der 90er Jahre in Deutschland salonfähig gemacht. Eine Musik, zu der einst nur Senioren und Eltern schunkelten, begeisterte plötzlich auch junge Menschen. Für die Musiker eine Überraschung: „Wir kamen alle aus der Rockmusik und aus dem Soul, das war für jeden eigentlich peinlich”, erzählt Kuhn. Um nicht ernst genommen zu werden, übertrieben sie sowohl Gesang als auch Bühnenkostüme. „Unsere Auftritte mussten genauso peinlich werden wie die Songs.” Aus Kitsch wurde Kult. Fünf Jahre später, im Jahr 1999, trat das Kunstprodukt Dieter Thomas Kuhn von der Schlagerszene ab. „Wir waren einfach ausgepowert”, erklärt Kuhn. „Ich habe nichts mehr gesehen, was man aus dieser Figur noch machen kann.” Nach dem gescheitertem Comeback 2001 wurde es ruhig um den gelernten Masseur. Bis sich die „singende Föhnwelle” im vergangenen Jahr zurück meldete. Alle Konzerte waren nach Managementangaben ausverkauft. Das neue Album und die Tour sollen nun nahtlos daran anknüpfen. Für das Konzert in Hannover gibt es bereits keine Karten mehr, und auch das Konzert in Mannheim ist fast ausverkauft. „Die Resonanz ist super”, freut sich Kuhn, „das sind keine Nachwehen aus dem vergangenen Jahr, wir liegen wieder voll in den Wehen.” dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/04/08/magazin/musik/t/rzo236102.html |
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