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Freitag, 10. Feb. 12
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Gesundheit
Augenmaß statt Crash-Diät - Erfolgreiches Abnehmen braucht Zeit Potsdam - Wenn die Winterpullover in den Schrank wandern, kommen auf einmal viele kleine „Polster” zum Vorschein.
So beginnen insbesondere Frauen im Frühjahr mit einer Diät, bestätigt Christiana Einig vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Doch nicht wenige scheitern mit ihrem guten Vorsatz bereits nach ein paar Wochen. „Die meisten setzen sich zu hohe Vorgaben”, sagt die Expertin. Doch das Motto „möglichst viel in möglichst kurzer Zeit abnehmen” sei gleich in mehrfacher Hinsicht schädlich, erläutert Prof. Volker Pudel, Ernährungspsychologe an der Universität Göttingen. Die meisten Diäten funktionierten nach dem Prinzip, auf einen Schlag bestimmte Lebensmittel zu meiden oder gar komplett zu hungern: „Das führt oft zu einer krassen Form von Fehlernährung.” Daneben stellt sich laut Pudel der berühmte „Jojo-Effekt” ein: Wer seine Ernährung radikal umstellt, nehme in den ersten Wochen oft tatsächlich spürbar ab. „Abgebaut wird aber vor allem Muskeleiweiß”, warnt der Experte. Durch eine Nulldiät verliert der Körper vor allem Muskelmasse und Wasser. „Das Fett spart sich der Körper für Notzeiten auf.” Zudem schaltet der Organismus auf Sparflamme um und stoppt irgendwann den Gewichtsverlust. An diesem Punkt kehrt der Abnehmwillige meist zu seiner normalen Kost zurück, erläutert Prof. Pudel. Da die „Sparprogramme” noch laufen, verwertet der Körper die Nahrung noch besser. Die Freude über die verlorenen Pfunde weicht dem Entsetzen, wenn nach kurzer Zeit die Waage stärker ausschlägt als je zuvor. Die Kunst ist laut Pudel nicht das Abnehmen, sondern die langfristige Stabilisierung des Gewichts. Wer wirklich abnehmen will, sollte daher auf jede Form der Crash-Diät verzichten. „Nicht mehr als ein Pfund die Woche” empfiehlt Ernährungsberaterin Einig. Auch für die kleinen Ziele sind nur eine grundsätzliche und langfristige Umstellung der Ernährung Erfolg versprechend. Zunächst sollten die kleinen Naschereien reduziert werden, rät Einig. So müssen Alkohol und Süßigkeiten nicht immer komplett verschwinden, aber gewissermaßen vom Alltag auf den Sonntag verschoben werden. „Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören Vollkornprodukte, Obst und Gemüse”, sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn. Fleisch sollte nur in Maßen gegessen werden. Wie bei Milchprodukten ist fettarmen Varianten der Vorzug zu geben. Daneben sollten Abnehmwillige auch ihre Esskultur unter die Lupe nehmen: „Heutzutage wird zu viel nebenbei gegessen”, sagt Christiana Einig. Wer sich auf diese Weise vom Essen ablenkt, nehme die Sättigungssignale des Körpers schlicht nicht wahr. Unterschätzt wird oft, wie wichtig Bewegung für das richtige Körpergewicht ist. Übergewichtige nehmen nicht unbedingt mehr Kalorien zu sich als Normalgewichtige, erläutert Prof. Pudel: „Sie sparen aber viele Kalorien dadurch, dass sie sich weniger bewegen.” dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/04/08/service/gesundheit/t/rzo231683.html |
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