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Freitag, 5. Mai. 06
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Arsenals Abschied vom Highbury-Stadion London Die Tränen werden fließen am 7. Mai um 16.45 Uhr, wenn nach 93 Jahren das letzte Fußball-Spiel im legendären Highbury-Stadion im Norden Londons abgepfiffen wird.
„Es wird wie bei der Beerdigung eines alten Freundes sein. Ein Freund, mit dem Du großartige Zeiten erlebt hast, einige Enttäuschungen, und mit dem Du Dich auch mal kurz verkracht hattest”, glaubt Paul Burrell, der Stadionsprecher des FC Arsenal. Die digitale „Highbury-Countdown”-Uhr über dem Eingang zur Westtribüne zählt seit Saisonbeginn die Tage, Stunden und Minuten runter bis zum „finalen Salut” gegen Wigan Athletic. Die Fernsehsender BBC und Sky Sport begannen bereits damit, im 30-Minuten-Takt zu ihren Reportern ins leere Stadion zu schalten, um Erinnerungen aufleben zu lassen und Abschied zu nehmen von Highbury. „Für mich war das kein Fußball-Stadion, sondern eine Kathedrale”, schwärmt Bob Wilson, der über 300 Mal im Tor des FC Arsenal stand. Es sind die Atmosphäre, die spürbare Tradition und Leidenschaft, die dieses kleine (38 500 Plätze), völlig veraltete Stadion zu etwas ganz Besonderem machen. Hier hat jede Ecke einen Namen, hier ist sogar der Platzwart ein Star. In den Marble Halls erinnern Trophäen, Wimpel und Fotos an die größten Momente. Der 14. November 1934 war so ein Tag. Die „Schlacht von Highbury”, als sieben Arsenal-Spieler das englische Nationaltrikot trugen und den damaligen Weltmeister Italien 3:2 besiegten. „Ein Rekord für die Ewigkeit”, steht unter dem Foto. Die erste Rundfunkübertragung (1927), die ersten Fernsehbilder (1937) oder ein eigener Kinofilm („The Arsenal Stadium Mystery”, 1937) machten Highbury zum „Tempel des Fußballs”. Während des Zweiten Weltkriegs fanden hier Zivilisten Unterschlupf vor den Luftangriffen, 1966 verteidigte Muhammad Ali seinen WM-Titel im Boxen gegen Henry Cooper. Auf der Abschiedsfeier wird Roger Daltrey den extra geschriebenen Song „Highbury High” singen. „Ich bin aufgeregter als vor Woodstock”, sagt der frühere Leadsänger von „The Who”. Die Briten haben das Stadion mitsamt Rasen unter Denkmalschutz gestellt. In die Tribünen werden über 700 Luxus-Appartements gebaut. Das Spielfeld wird zum größten privaten Garten Londons umgestaltet. Die meisten Wohnungen sind bereits verkauft, trotz üppiger Preise von 420 000 Euro aufwärts. Denn jeder Besitzer erhält ein Vorkaufsrecht auf zwei Jahreskarten im neuen Emirates Stadion (60 000 Plätze). Zuletzt betrug die Wartezeit zwölf Jahre. Denn: Wer einmal seinen Platz im Highbury hatte, der gab ihn auch so schnell nicht mehr her. Von Dominik Lauck, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/05/06/sport/fussball/t/rzo243254.html |
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