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Sonntag, 7. Mai. 06

Zweiter StreichNürburg - Mit einer tak­tischen Meis­ter­leis­tung hat Michael Schu­macher seine Auf­hol­jagd im Titel­ren­nen auf dem Nür­burg­ring fort­gesetzt und WM-Spit­zen­rei­ter Fer­nando Alonso erneut an der Box aus­gebremst.

Markus WinkelhockNürburg - In Michael Schu­machers Fuß­stap­fen zu treten, ist ihr Traum - auch wenn sie alle ein­räu­men, dass diese mehrere Nummern zu groß sind. Gleich eine Hand voll deut­scher Talente hegt die Hoff­nung...

Nürburg - Selbst Bernie Eccle­stone war beein­druckt. „Ein tolles Kon­zept. Das ist klasse für die Zuschauer. Gut, dass jemand auf diese Idee gekom­men ist”, sagte der Brite nach seinem Besuch im For­mel-1-Erleb­nispark...

Talente wollen in Schumachers Fußstapfen treten

Nürburg - In Michael Schumachers Fußstapfen zu treten, ist ihr Traum - auch wenn sie alle einräumen, dass diese mehrere Nummern zu groß sind.

Markus Winkelhock

Markus Winkelhock fährt in der Formel 1 für das Midland-Team.

Gleich eine Hand voll deutscher Talente hegt die Hoffnung, den Sprung in die Formel 1 als Stammpilot zu schaffen.

Für Markus Winkelhock, Adrian Sutil, Michael Ammermüller, Timo Glock und Sebastian Vettel ist dies „das große Ziel”, wie sie am Rande des Großen Preises von Europa auf dem Nürburgring der dpa unisono sagten. Im knüppelharten Konkurrenzkampf um ein Cockpit sehen es die „Nachdrängler” nicht unbedingt als Nachteil an, dass Deutschland derzeit mit den Schumacher-Brüdern Michael und Ralf, Nick Heidfeld sowie Nico Rosberg das größte nationale Kontingent in der Königsklasse stellt. Winkelhock und Sutil haben die erste große Hürde schon genommen. Beide stehen beim Midland-Team als Testfahrer unter Vertrag und sind als dritter Pilot im Freitagstraining bei Grand-Prix-Wochenenden zu Einsätzen gekommen.

„Die Chance auf ein festes Cockpit ist da, aber die Leistung muss stimmen und es gehört auch Glück dazu”, sagte Winkelhock. „Das wird kein leichter Kampf, aber ich mache mir auch keinen Mega-Druck.” Großes Vorbild ist sein am 11. August 1985 tödlich verunglückter Vater Manfred, der 47 Grand Prix bestritt. „Michael ist der größte Rennfahrer und auch mein Vorbild”, erklärte der mit 26 Jahren älteste Anwärter des Quintetts.

Sutil schätzt die Möglichkeit, einen der 22 begehrten Formel-1-Sitze zu bekommen, als äußerst schwer ein: „Aber wenn man schnell genug ist, ist der Markt nie zu.” Der 23 Jahre alte Vizemeister der Formel 3 Euroserie von 2005 hätte auch als Pianist Karriere machen können, wechselte aber mit zwölf vom Klavierstuhl auf den Kartsitz. „Motorsport macht mir mehr Spaß. Das ist mein Traumjob”, sagte der Gräfelfinger. „Schade, dass ich mit Schumacher bislang noch nicht reden konnte. Ihn sieht man leider nie.”

Ammermüller hat den Rekord-Weltmeister nicht nur gesehen, sondern sogar schon auf der Strecke geschlagen. „Vor vier Jahren war ich bei einem Kart-Rennen auf Michaels Bahn in Kerpen Zweiter und er als mein Teamkollege Dritter”, sagte der 20-Jährige aus dem niederbayerischen Pocking leicht verlegen. „Michael ist mein großes Vorbild.” Im Wettrennen um einen festen Formel-1-Platz schlägt sich Ammermüller derzeit in der GP2-Klasse beachtlich. Zudem hat er als Red-Bull Junior gute Perspektiven: Dietrich Mateschitz, der Eigentümer des Getränkekonzerns, besitzt zwei Grand-Prix-Teams.

Als einziger fuhr Glock 2004 für Jordan schon vier Formel-1-Rennen. Dabei holte der 24-Jährige aus Wersau sogar einmal als Siebter zwei WM-Punkte. Über die GP2 versucht er, erneut den Sprung ganz nach oben zu schaffen. „Da ist viel Politik im Spiel”, verwies Glock darauf, dass nicht nur Talent und Top-Speed über einen Grand- Prix-Vertrag entscheiden. „Ich will auch kein Geld mitbringen.” Kontakte zu verschiedenen Teams bestünden noch, so dass er „weiter an eine Erfüllung meines Traums” glaube.

Für Vettel ist die Formel 1 noch meilenweit weg. Der 17-Jährige Heppenheimer absolviert derzeit seine Lehre in der Formel 3 und hat als Gesamtzweiter gute Chancen auf den Titel. Dieser ist neben Können, Geld und glänzenden Kontakten eine wichtige Voraussetzung, um von den Entscheidungsträgern der Eliteklasse überhaupt registriert zu werden. „Natürlich will ich einmal in die Formel 1, aber ich habe noch Zeit”, sagte der Jungspund.

Von Elmar Dreher, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/05/07/sport/formel1/t/rzo243582.html
Sonntag, 07. Mai 2006, 11:37 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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