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Sonntag, 7. Mai. 06
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1:1 beim BVB: Frankfurter begießen Klassenverbleib Dortmund - Erst feierten sie minutenlang mit den eigenen Fans den Klassenverbleib, dann leerten sie in Rekordtempo den aus der Heimat mitgebrachten Kasten Bier.
Das 1:1 (0:0) bei Borussia Dortmund befreite die Profis von Eintracht Frankfurt von einer schweren Last. Nach erfolgreicher Mission gab der Trainer endlich Grünes Licht für eine große Sause. „Wir freuen uns, dass wir am letzten Spieltag nicht mehr den großen Nervenkitzel haben. Das war in den letzten Jahren in Frankfurt immer anders”, sagte Friedhelm Funkel. Die noch im Anschluss an das verlorene Pokalfinale vor einer Woche in Berlin am Feiern gehinderten Spieler wussten den Freiraum zu schätzen. Ungeachtet des noch ausstehenden Heimspiels gegen Mönchengladbach herrschte schon in der Kabine Partystimmung. Selbst der Gegentreffer von Salvatore Gambino (87.), der dem BVB nach dem fulminanten Fernschuss von Du-Ri Cha (54.) eine Heimpleite ersparte, konnte die gute Stimmung nicht trüben. Funkel geriet gar ins Schwärmen: „Wenn es eine Mannschaft verdient hat, die Klasse zu halten, dann ist es die Eintracht. Sie hat mit Herz gespielt.” Von einem ähnlich positiven Urteil war sein Gegenüber Bert van Marwijk weit entfernt. Ohne große Leidenschaft verspielte der BVB die wohl letzte UI-Cup-Chance. Vor allem die anhaltende Abschlussschwäche seiner Profis, die Ebi Smolarek bei zwei vergebenen Großchancen (32./73.) eindrucksvoll demonstrierte, lässt van Marwijk keine Ruhe: „Das ist unser Problem. Wir müssen so gut spielen, dass der Ball von allein über die Linie geht.” Die letzten fünf Minuten der Partie musste sein Team gar mit zehn Spielern auskommen. Nachdem van Marwijk sein Auswechselkontingent erschöpft hatte, zog sich Sebastian Kehl in einem Zweikampf mit Stefan Lexa eine Verletzung am Sprunggelenk zu. In großer Sorge um seine WM-Teilnahme begab sich der Nationalspieler mit bandagiertem linken Fuß ins Krankenhaus. Erste Untersuchungsergebnisse sorgten jedoch für Erleichterung. „Mit großer Wahrscheinlichkeit kann man von einer Entwarnung sprechen. Außenband und Kapsel sind offenbar nur gedehnt”, sagte BVB-Mannschaftsarzt Markus Braun. Zusatzeinnahmen durch Europacup-Spiele, die dem hochverschuldeten Club die Suche nach neuem Personal erleichtern könnten, wird es bei drei Punkten Rückstand auf den Tabellen-Sechsten Hertha BSC wohl nicht geben. Dagegen können die Frankfurter in der kommenden Saison auf deutlich mehr Einnahmen hoffen. Doch der mit dem Einzug ins Pokalfinale gesicherte UEFA-Cup-Platz wurde erst mit dem Klassenverbleib veredelt. Erleichtert atmete Vorstandschef Heribert Bruchhagen tief durch: „Was wir erhofft haben, ist eingetreten. Da, wo wir stehen, gehören wir auch hin.” Aus Freude über das Happy End einer Saison mit bemerkenswerten Höhen und Tiefen sah Bruchhagen generös über bedenkliche Entwicklungen hinweg. Schließlich war die Eintracht nach starker und auf Platz zehn abgeschlossener Hinrunde noch in Abstiegsgefahr geraten. „Wir müssen nichts ändern”, sagte Bruchhagen mit Verweis auf das Verletzungspech und auf die seiner Meinung nach branchenüblichen Automatismen. „Wer als Dritter aufsteigt, wird in der Bundesliga immer in Abstiegsgefahr geraten. Etwas anderes werden all diese Mannschaften in den nächsten Jahren nicht erleben.” Von Heinz Büse, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/05/07/sport/fussball/t/rzo243558.html |
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