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Sonntag, 7. Mai. 06
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Wolfsburg bangt nach 1:2 beim VfB um Klassenerhalt Stuttgart - Auge in Auge steht der VfL Wolfsburg nun im Bundesliga-Existenzkampf seinem Rivalen 1. FC Kaiserslautern gegenüber - und Klaus Augenthaler kann es kaum fassen.
„Wir haben am kommenden Samstag jetzt das Endspiel, das wir uns gewünscht haben. Wir haben ja nicht so viele Spieler, die schon mal in einem Endspiel waren”, sagte der Trainer der Niedersachsen mit beißender Ironie, nachdem sich seine Mannschaft mit dem 1:2 beim VfB Stuttgart selbst in höchste Abstiegsnot gebracht hatte. In der letzten Runde spielen die „Wölfe” nun im direkten Duell zu Hause gegen die Lauterer den Klassenerhalt aus. Neun Jahre nach dem Aufstieg ins Oberhaus droht dem Team aus der VW-Stadt ein bitterer Abgang. Einen Punkt und zwei Tore Vorsprung muss der Tabellen-15. gegen Kaiserslautern verteidigen, um nicht ausgerechnet am 34. Spieltag zum ersten Mal in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz zu rutschen. „Wenn wir uns hinten reinstellen und auf einen Punkt spielen - dann kriegen wir fünf”, warnte Stefan Schnoor vor dem elektrisierenden Finale. Während die meisten seiner Kollegen bereits im Bus saßen, kauerte der Routinier fast eine Stunde nach Spielende noch im Kabinengang. „Das wird nochmal ein echtes Highlight. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das auf meine alten Tage noch erlebe”, meinte er sorgenvoll. Bei einem Abstieg, ergänzte er noch, „ist mein Vertrag der einzige, der nicht für die Zweite Liga gültig ist”. In der äußerst durchschnittlichen Partie erweckten die Wolfsburger selten den Eindruck, dass ihnen das Wasser bis zum Halse steht. So konnte sich selbst VfB-Nationaltorwart Timo Hildebrand kaum über den Sieg seines Teams freuen: „Man muss auch sehen: Wir haben gegen desolate Wolfsburger gespielt. Die waren noch lebloser als wir.” Juan Carlos Menseguez hatte die Gäste, bei denen Nationalstürmer Mike Hanke bis zur 74. Minute auf der Bank sitzen musste, in der 5. Minute in Führung gebracht. Danijel Ljuboja per Handelfmeter (17.) und Christian Gentner (70.) drehten den Spieß noch um. Während Geschäftsführer Klaus Fuchs zur Besonnenheit mahnte, brummte Augenthaler bei der Pressekonferenz missmutig vor sich hin: „Jetzt müssen wir uns auf ein Endspiel vorbereiten, dass wir uns redlich verdient haben.” Auf die Frage, wie seine Mannschaft nach dem 0:3 gegen Mainz nun diesen Rückschlag verkraftet habe, sagte der frühere Bayern-Profi: „Ich gebe nicht preis, was bei uns in der Kabine geschieht. Aber sie haben alle gejubelt, weil sie das Endspiel erreicht haben.” Beim spielerisch erneut schwachen VfB war Coach Armin Veh nach wochenlanger Durststrecke einfach nur „glücklich” über den Sieg. Im Vordergrund stand der Abschied von Kapitän Zvonimir Soldo, der von den 31 000 Zuschauern in der 89. Minute mit Ovationen verabschiedet wurde. Für Ärger sorgte Torschütze Ljuboja. Der serbische Angreifer tat überraschend kund: „Ich will nicht bleiben.” Dabei hatte der VfB erst vorletzte Woche bekannt gegeben, dass er die Option auf die Leihgabe von Paris St. Germain gezogen und Ljuboja mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet habe. „Er will das doppelte Gehalt, das ist nicht nachzuvollziehen. Wir sind ein Verein, der bereits Champions-League-Gehälter bezahlt”, sagte Stuttgarts Teammanager Horst Heldt kopfschüttelnd. „Ich lasse mich nicht erpressen.” Von Ulrike John, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/05/07/sport/fussball/t/rzo243561.html |
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