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Sonntag, 7. Mai. 06
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Juve marschiert auf Titel zu - Manager soll gehen Turin - Kurz vor dem anvisierten Gewinn des 29. Meistertitels kündigt sich bei Juventus Turin eine Revolution an.
Mit einem kompletten Führungswechsel scheint der italienische Rekordmeister in der Abhöraffäre um Schiedsrichter-Beeinflussungen, Transfer-Mauscheleien und Medienmanipulationen zum Befreiungsschlag anzusetzen: Geschäftsführer Antonio Giraudo und Manager Luciano Moggi müssten gehen und würden durch Andrea Agnelli als Vize-Präsident und Sportdirektor Franco Baldini ersetzt, berichtete die „La Gazzetta dello Sport” am vorletzten Spieltag der Serie A, an dem Spitzenreiter Juve und Verfolger AC Mailand die Titelentscheidung auf den letzten Durchgang vertagten. Juve (88) siegte in seinem letzten Heimspiel vor dem einjährigen Umbau im Stadio delle Alpi zwar vor ausnahmsweise vollen Rängen mit 2:1 gegen Palermo, Milan (85) hielt aber mit einem 3:2-Sieg in Parma Schritt. Die Entscheidung fällt nun am letzten Spieltag, wenn Juve bei Reggina Calcio ein Unentschieden zum Titel reichen würde. Sollte Juve verlieren und Milan gegen AS Rom zu Hause gewinnen, wäre Milan wegen der Erfolge im direkten Vergleich Meister. Top-Favorit bleibt Juve, die Vorfreude in Turin ist allerdings getrübt. Nicht nur bei Luciano Moggi, denn „Lucky Luciano” scheint erstmals das Glück zu verlassen. Wie ein Pate hatte er jahrelang als einer der mächtigsten Männer im italienischen Fußball bei Juve und weit darüber hinaus die Fäden gezogen. Nun eröffnete die Staatsanwaltschaft in Neapel gegen den 68-Jährigen und seinen Sohn Alessandro ein Ermittlungsverfahren wegen „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung”. Moggi habe Sportbetrug begangen, in dem er Schiedsrichter und Medienleute unter Druck gesetzt und Einfluss auf Spielertransfers ausgeübt habe. Auch die Justiz in Rom ermittelt gegen den „Herrn des Balles”. Der italienische Fußballverband (FIGC) beginnt am 9. Mai mit den ersten Verhören. Auslöser des Skandals war eine Abhöraktion der Staatsanwaltschaft Turin im Rahmen der Dopingermittlungen gegen Juve. Die aus dem Jahr 2004 stammenden Gesprächsprotokolle mit Moggis zuweilen vulgären Äußerungen über Kollegen, Funktionäre und Konkurrenten werden von der italienischen Presse nun genüsslich abgedruckt. Italiens Fußballzirkus reagiert beleidigt. „Ein Tiefschlag” sei das, sagte AC Mailands Trainer Carlo Ancelotti. Moggi und Juve schweigen. In der Agnelli-Familie, die die Mehrheit der Juve-Aktien hält, hätten Moggi und Giraudo angesichts des angerichteten Imageschadens aber keinerlei Rückhalt mehr, berichtete die „La Gazzetta dello Sport”. Der Rauswurf der Juve-Führung käme dem Club teuer zu stehen: Moggi bekäme 2,5 Millionen Euro Abfindung, Giraudo für sein Aktienpaket sogar 9,5 Millionen, berichtete das Blatt. Von Bernhard Krieger, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/05/07/sport/fussball/t/rzo243651.html |
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