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Donnerstag, 9. Feb. 12
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Berlin lehnt Zerschlagung von Deutscher Börse ab Brüssel/Frankfurt - Die Deutsche Börse hat im Tauziehen um einen möglichen Zusammenschluss mit der Vierländerbörse Euronext Rückendeckung von der Bundesregierung bekommen. Es gebe nicht die Absicht, „sich über europäische Eingriffe das deutsche Modell kaputtmachen zu lassen”.
Das sagte Finanzstaatssekretär Thomas Mirow in Brüssel am Rande des EU-Finanzministertreffens. Die gewachsene Struktur mit Handel und angeschlossener Abwicklung und Verrechnung solle erhalten bleiben. Kurz zuvor hatte die Deutsche Börse das beste Quartalsergebnis ihrer Geschichte bekannt gegeben. Die Deutsche Börse strebt unverändert eine Fusion mit der Vierländerbörse Euronext an. „Ein Zusammenschluss mit der Euronext ist unsere attraktivste Option”, sagte Finanzvorstand Mathias Hlubek in einer Analystenkonferenz. Eine solche Kombination wäre bei weitem die attraktivste unter den relevanten Optionen für Kunden, Aktionäre und Finanzzentren. Die Deutsche Börse erledigt derzeit nicht nur den Handel, sondern auch die Verrechnung, Abwicklung und Verwahrung von Wertpapieren, was bei Konkurrenten und Investmentbanken auf Kritik stößt. Euronext will mit einer Zerschlagung erreichen, dass es über einen Zusammenschluss auf Augenhöhe verhandeln kann. Nach dem derzeitigen Stand wäre die Deutsche Börse gemessen am Börsenwert der größere Partner und macht daher auch Ansprüche auf einen Hauptsitz der fusionierten Börse in Frankfurt geltend. Bei Euronext mit Plätzen in Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon sind die nachgeordneten Geschäfte von den Börsen getrennt. Finanzstaatsekretär Mirow sagte, es sei nicht geplant, das deutsche Modell auf Europa auszubreiten. Einen Schlagabtausch zu der möglichen Fusion der Deutschen Börse und der französisch geführten Mehrländerbörse Euronext gab es beim EU-Ministerrat nicht. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton reiste frühzeitig ab und gab entgegen vorheriger Ankündigungen keine Erklärung zu dem Thema ab. Paris setzt sich für eine EU-Regelung zur Absicherung des französischen Börsenmodells ein. Berlin lehnt dies ab. Dank des boomenden Wertpapierhandels verzeichnete die Deutsche Börse das beste Quartalsergebnis in ihrer Geschichte. Der Umsatz kletterte von Januar bis März 2006 um 16 Prozent auf 465 Millionen Euro, der Quartalsüberschuss sogar um 49 Prozent auf 162 Millionen Euro. Das teilte die Deutsche Börse AG am Donnerstagabend in Frankfurt mit. „Deutlich zweistellige Wachstumsraten über alle Kerngeschäftsbereiche und fortgesetzte Kostendisziplin” seien für das Rekordergebnis verantwortlich, sagte Finanzvorstand Hlubek. Beim Gewinn habe die Deutsche Börse jetzt schon das ursprünglich für 2007 angepeilte Ziel einer Eigenkapitalrendite von 20 Prozent nach Steuern erreicht. Nach Vorlage der Quartalszahlen gewannen die Titel der Deutschen Börse 2,69 Prozent auf 116,04 Euro. Einige Analysten machen dafür die zahlreichen Fusionsspekulationen verantwortlich und halten das Papier deshalb für überbewertet. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/05/07/wirtschaft/t/rzo243083.html |
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