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Freitag, 30. Juni 06

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Geier „Gonzo” sorgt für Aufsehen im deutschen Luftraum

Hannover Ungewöhnliche Flugobjekte tummeln sich im deutschen Luftraum: Die vor gut 150 Jahren hierzulande ausgestorbenen Gänsegeier sind zurückgekehrt.

Gänsegeier

Der Geier ist vor allem in Spanien und Südfrankreich heimisch.

Vom Schwarzwald bis Mecklenburg-Vorpommern haben Vogelkundler Trupps von bis zu 70 der großen Aasfresser mit bis zu 2,80 Metern Flügelspannweite gesichtet.

„Das ist ein gewaltiger Einflug”, berichtete Thorsten Krüger von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover. Der Biologe sammelt Beobachtungen dieser drittgrößten europäischen Greifvogelart, die vor allem in Spanien und Südfrankreich heimisch ist. Schon 199 Geier wurden aus Deutschland gemeldet, allerdings können sich größere Trupps geteilt haben, so dass die genaue Zahl nicht feststeht.

„Vermutlich stammen die Gänsegeier aus Spanien”, sagt Krüger. Denn der Deutschen liebstes Urlaubsland beherbergt mit etwa 20 000 Tieren das größte Geiervolk. Die französischen Artgenossen dagegen stammen meist aus Auswilderungsprogrammen und sind beringt. Ringträger aber wurden jetzt bis auf eine Ausnahme nicht gesehen.

Krüger hofft nun, dass ein „Gonzo” genannter Geier seine Herkunft verrät. Völlig entkräftet hockte der braune Vogel mit dem langen weißen Hals - daher der Name Gänsegeier - auf einem Rübenacker bei Hildesheim in Niedersachsen. In der Schutzstation Sachsenhagen der „aktion tier” am Steinhuder Meer aufgepäppelt, wurde der Geier dann mit einem Satellitensender bepackt freigelassen.

„Gonzo” wurde bald in Uelzen, dann südlich Hamburgs und zuletzt Ende Juni in Schleswig-Holstein geortet. „Wenn wir Glück haben, dann fliegt er in seine Heimat zurück”, hofft der Biologe. Andere Geier wurden seit Mai in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen-Anhalt beobachtet. Einzelne saßen schlapp auf Wiesen und Feldern, weil sie zu wenig Futter fanden, andere machten sich über tote Ferkel und Kaninchen her.

Der Grund für den enormen Geier-Einflug ist vermutlich weniger erfreulich. Französische und deutsche Ornithologen weisen darauf hin, dass im Rahmen der Hygiene-Verordnung der Europäischen Union (EU) Kadaver beispielsweise von Schafen, Ziegen und Rindern sofort beseitigt werden müssen. Damit wird den Aasfressern - Geier greifen keine lebenden Tiere an - zunehmend die Nahrungsgrundlage entzogen. Die Bestände Südeuropas nahmen in den vergangenen Jahrzehnten auch rapide ab.

Vermutlich machen sich deshalb hungrige Geier auf, um neue Nahrungsgründe zu finden. Schon seit drei Jahren werden einzelne in Süddeutschland, aber auch in Belgien und in den Niederlanden gesehen. „Aber im aufgeräumten Deutschland werden sie kaum Aas finden”, meint Axel Halley vom „Club 300”, einer Ornithologen-Plattform im Internet. Halley nennt es „absurd, dass stinkende Tierkadaver entsorgt und dann zu Tierfutter vermahlen werden, die Geier aber keine Nahrung mehr finden”. Denn Geier beseitigen Tierkadaver rasch und gründlich.

Der Geiereinflug sei eine „Chance für die Wiederansiedlung einer ausgestorbenen Vogelart”. Denn vor 150 Jahren haben Gänsegeier noch auf der Schwäbischen Alb und im Mittelalter zwischen Worms und Trier gebrütet. Besonders Gebirgsstöcke in Baden-Württemberg sind auch nach Meinung des Naturschutzbundes NABU für Wiederansiedlungen geeignet.

Halley verweist auf Aktionen in Spanien und Frankreich: „Ohne Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung könnte man an geeigneten Orten Luderplätze mit totem Vieh einrichten.” Das träfe auch Gedanken von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der für EU-weites Management zum Schutz von Wildtieren eintritt. Möglicherweise hätten dann die Artgenossen von Geier „Gonzo” anders als der im Frühtau zu Berge in Bayern niedergestreckte Braunbär „Bruno” eine neue Chance. Auf breiten brettartigen Flügen könnte dann im deutschen Luftraum wieder die „Gesundheitspolizei der Natur” patrouillieren.

www.Club300.de

www.Nabu.de Von Harro H. Müller, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/06/30/magazin/t/rzo260183.html
Freitag, 30. Juni 2006, 13:38 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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