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Mittwoch, 05. Juli 06

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Auf Fritz Walters Spuren in Kaiserslautern

Kaiserslautern Im Grabstein mischen sich die Form eines Herzens und die eines Fußballs.

Pilgerstätte für Fußballfans

Das Grab Fritz Walters und seiner Frau Italia. (Bild: Röwekamp/dpa/gms)

In halbrechter Position - also dort, wo er auch auf dem Spielfeld zu Hause war - steht der Name der hier neben Ehefrau Italia bestatteten Kickerlegende: Fritz Walter.

Es sind keine einzelnen Buchstaben , sondern das genaue Abbild jener geschwungenen Unterschrift, mit der der Kapitän der WM-Elf von 1954 unzählige Autogrammkarten signiert hat. Fritz Walters Grab in Kaiserslautern ist eine Pilgerstätte für Fußballfans und wird es im Jahr 2006 noch mehr sein als sonst. Denn in Kaiserslautern weiß jedermann: Ohne „den Fritz” wäre die Stadt kein WM-Spielort geworden.

Ein Spaziergang durch Kaiserslautern wird schnell zu einer Fritz-Walter-Gedächtnistour. Es gibt eine nach ihm benannte Schule und eine Fritz-Walter-Straße. An der Bismarckstraße 24 steht das Haus, in dem der „Held von Bern” und sein Bruder und Mit-Weltmeister Ottmar zur Welt gekommen sind. Das „Stammhaus zur Walterelf” ist heute ein spanisches Fischrestaurant. Wer eher eine rustikale Kneipe sucht, findet sie gegenüber in „Olly's Rote Teufel”, wo Siege des 1.FC Kaiserslautern gefeiert und Niederlagen schön getrunken werden.

Kaiserslauterns Zentrum ist überschaubar, die Stadt ist mit rund 107 000 Einwohnern die kleinste unter den zwölf Austragungsorten der Fußball-WM. Der Fußweg vom Geburtshaus bis zum Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg, das bereits 1985 auf den Namen der Lauterer Ikone umgetauft wurde, dauert keine 20 Minuten. Der Weg führt über die Eisenbahnstraße in Richtung Süden, vorbei am Lotto-Toto-Laden von Werner Liebrich, einem weiteren verstorbenen Weltmeister von 1954.

Die Eisenbahnstraße soll im Juni als „WM-Meile” an jedem der fünf Spieltage einen Umzug erleben, der zum hoch über der Stadt thronenden Stadion führt. Auf einen „Karneval auf Pfälzisch” mit viel heimischer Kultur und Küche, Straßentheater und karibischen Steelbands hofft WM-Koordinator Erwin Saile. Und auch sonst soll im Stadtzentrum gefeiert werden: mit einem Weindorf rund um die Stiftskirche und vor den Großleinwänden der zwei offiziellen „Public-Viewing-Zonen”.

Wie sehr das 48 500 Zuschauer fassende Stadion das Stadtbild beherrscht, zeigt sich am besten auf dem Rathausdach. Der 84 Meter hohe Turm war bei der Eröffnung 1968 Deutschlands höchstes Rathaus. Weit reicht der Blick über die Hügel des Pfälzer Waldes. Die Terrasse ist zwar nur geführten Gruppen zugänglich, fast die gleiche Sicht haben aber auch Besucher des Lounge-Restaurants „Twenty-One” in der Etage darunter. Alle paar Minuten dröhnt ein Militärflugzeug mit geöffneten Fahrwerkklappen über das Gebäude hinweg - nur wenige Kilometer westlich der Stadt liegt der US-Militärflughafen Ramstein.

„K-Town”, wie die 55 000 hier lebenden Amerikaner Kaiserslautern nennen, ist Heimat der größten US-Gemeinde Europas. Umso mehr freut sich die Stadt darüber, dass die Elf der USA auf dem „Betze” antritt - für die Amerikaner ein Heimspiel in der Fremde. Die Begegnung wird am 17. Juni ausgetragen und damit ausgerechnet am dritten Todestag Fritz Walters. Der Gegner ist ein Land, mit dem die Spielerlegende über seine von dort stammende Frau sehr eng verbunden war: Italien.

Dass Kaiserslautern WM-Stadt wird , hat Fritz Walter im April 2002 noch miterleben dürfen, zwei Monate später war er tot. Wer das Haus sehen will, in dem „der Fritz” seit 1967 gelebt hatte, braucht dann trotz der kurzen Wege in Kaiserslautern aber doch ein Auto. Die flache, in schöner Lage an einem Waldrand gelegene Villa steht in Enkenbach-Alsenborn, etwa 15 Kilometer nordöstlich von „K-Town”.

Walters Freund und Erbe Bernd Lutzi hat das Haus zwar stark umgebaut und viele Originalmöbel durch neue ersetzt. Der Alsenborn-Ausflug lohnt sich aber trotzdem. Hinter Glas ist an den Wänden vieles ausgehängt, was die Herzen von Fußballfans höher schlagen lässt: Urkunden, Zeitungsausschnitte, Wimpel und Fotos, die Walter mit Politikern und mit Fußballgrößen aus aller Welt zeigen.

„Das lag alles im Keller, in Regalen , Koffern und Kästen”, erzählt Lutzi. Unter anderem ist Fritz Walters erster Vertrag zu sehen, in dem er sich 1955 verpflichtet, „sich mit seinem ganzen spielerischen Können und seiner ganzen Kraft für den Verein einzusetzen.” Der 1.FC Kaiserslautern zahlte seinem Star damals gerade 120 Mark im Monat.

Seit der Öffnung des Privatmuseums im Mai 2004 haben mehr als 8000 Fußballfans Fritz Walters „Heiligtum” besucht, wie Lutzi das Haus nennt. „Man kann den Leuten die Ehrfurcht anmerken, mit der sie durch die Räume gehen. Einer, der mit Wormatia Worms mal gegen den Fritz gespielt hat, hat hier vor Rührung sogar angefangen zu weinen.” Für das Jahr 2006 haben sich bereits etliche Busgruppen bei Bernd Lutzi angesagt. Einfach vorbeischauen können Fans aber nicht, Anmeldungen sind erforderlich (Tel.: 06303/66 96, E-Mail: LutziKG@t-online.de).

Bis zum Jahresende 2006 soll die Ausstellung geöffnet sein, danach wird das Haus wieder privat genutzt. Was aus den Tausenden von Exponaten wird, ist offen - Kaiserslautern hätte sie gerne für ein Fußballmuseum in der Stadt, dafür aber noch keine konkreten Pläne.

„Für Kaiserslautern bedeutet die WM ein Jahrhundertereignis”, sagt WM-Koordinator Erwin Saile. Die Stadt will die Gelegenheit nutzen und sich verstärkt als Standort von Software- und High-Tech-Einrichtungen ins Gespräch bringen. Zusammen mit Heidelberg und Paris aufgelegte Tourangebote sollen die Fußball-Urlauber aus aller Welt beschäftigen, wenn der Ball mal nicht rollt. Problem Nummer eins ist und bleibt die geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Hotelbetten: Nur 1400 sind es in der Stadt, immerhin rund 38 000 im Umkreis von 45 Autominuten.

Ein Schuljunge soll auf die Frage, wer Fritz Walter sei, einmal geantwortet haben: „Der, der Kaiserslautern erfunden hat”. Wenn die Geschichte nicht stimmen sollte, so wäre sie immerhin gut erfunden. Und wer am Grab des Weltmeisters steht, weiß, dass die Stadt ihrem großen Sohn ewig dankbar sein wird. Stets schmücken frische Blumen die Gruft, auf der auch eine Sandsteinstatue des Spielmachers steht. Sie zeigt Fritz Walter so, wie sich Fußball-Deutschland am liebsten an ihn erinnert: 1954 mit dem WM-Pokal in seiner rechten Hand.

Informationen: WM-Büro Kaiserslautern, Lauterstraße 2, 67657 Kaiserslautern (Tel.: 0631/365 20 06, Fax: 0631/365 19 54, E-Mail: wm2006@kaiserslautern.de); Tourist-Info Kaiserslautern (Tel.: 0631/365 23 17).

www.kaiserslautern.de/fifawm2006

www.wm2006.rlp.de

www.rlp-info.de

www.pfalz-touristik.de Von Christian Röwekamp, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/07/05/magazin/reise/t/rzo257480.html
Donnerstag, 22. Juni 2006, 12:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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