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Fahrradkuriere brauchen Sitzfleisch und robustes Rad

Bielefeld/Karlsruhe - Es gibt Jobs, bei denen sitzt man Stunden lang auf seinem Hintern und ist trotzdem ständig in Bewegung: Radkurieren geht es so. In den meisten Großstädten sind sie unterwegs.

Fahrradkuriere

Pedalritter mit Rucksack: Radkuriere. (Bild: G. Althoff/bdf/dpa/gms)

Sie stellen Briefe, Blutkonserven oder auch mal einen Blumenstrauß zu - immer per Funk oder Handy mit ihrer Zentrale verbunden. Wer selbst in den Sattel steigen und als Radkurier jobben will, braucht einen robusten Drahtesel und darf keine Angst vor Regen und Glatteis haben - und er muss in aller Regel mindestens 18 Jahre alt sein.

Vor allem für Studenten kann das Auftrags-Radeln eine Alternative zum Job in der Kneipe oder der Uni-Bibliothek sein - vorausgesetzt, sie machen im Sattel nicht nach wenigen Kilometern schlapp. „Wer meint, er kann jeden Tag Kurierfahrten machen, ohne vorher trainiert zu haben, hat sich geschnitten”, sagt Gerlinde Althoff vom Bundesverband der Fahrradkurierdienste (bdf) in Bielefeld.

Während einer Vier- bis Sechs-Stunden-Schicht, so schätzt Philipp Bellmann vom Unternehmen Per Rad in Karlsruhe, legt ein Kurier im Schnitt etwa 80 Kilometer zurück - und das häufig offenbar nur zu gerne: „Manche sehen in dem Beruf ihren eigenen Extremsport, und die wollen sich jeden Tag wieder übertrumpfen”, berichtet Markus Krieg, Kurierfahrer aus Feldkirchen bei München und Betreiber der Webseite www.fahrradkurier-forum.de.

Die Betriebe sind unterschiedlich organisiert. „Gerade in den ganz großen Städten wie Berlin, Hamburg und München arbeiten viele nur mit Subunternehmern”, erläutert Gerlinde Althoff. Die Fahrer melden also ein eigenes Gewerbe an und sind als Selbstständige tätig. Das ist erst ab 18 Jahren möglich. Anderswo treten überwiegend Jobber in die Pedale. „Wir haben hauptsächlich Studenten, die nebenher fahren”, erläutert Bellmann. „Das sind meist 400-Euro-Kräfte.”

Ähnlich unterschiedlich sieht es in Sachen Bezahlung aus: Bei einigen Diensten gibt es feste Stundensätze, bei anderen eine Beteiligung am Umsatz. Unabhängig von den einzelnen Regelungen beziffert Althoff den pro Stunde möglichen Verdienst auf etwa 7 bis 12 Euro - eine Spanne, die auch Philipp Bellmann nennt. „Vom Lohn muss man aber etwa 10 Prozent für laufende Kosten abziehen.”

Diese Kosten entstehen etwa , wenn Schäden am Rad auszubügeln sind. Denn dafür müssen in aller Regel die Kuriere aufkommen, ebenso wie für Anschaffung und Ausrüstung des Drahtesels. Nach Markus Kriegs Worten sind die Fahrer entweder auf Rennrädern oder Mountainbikes unterwegs. „Für ein gutes Rad sollte man mit etwa 700 Euro rechnen, und für die Kleidung ist man auch schnell bei 300 Euro”, sagt Philipp Bellmann.

Zur Ausrüstung gehört darüber hinaus ein Winteroutfit. „Man muss auch fahren, wenn Schnee und Eis herrschen”, sagt Gerlinde Althoff. Weitere Alltagstücken sind Fußgänger auf dem Radweg oder Autofahrer, die auf ihre vermeintliche Vormachtstellung im Straßenverkehr pochen. „Daran gewöhnt man sich mit der Zeit”, sagt Krieg und berichtet lapidar von „vielleicht zwei, drei Stürzen”, die ihm bisher passiert seien - das klingt nicht tragisch. Dennoch sollte jeder angehende Kurier laut Althoff die Frage der Unfallversicherung mit dem Arbeitgeber klären.

Was die Radler nicht so sportlich nehmen wie Blessuren, ist der Ruf der Verkehrsrowdys, der ihnen anhaftet: „Es geht längst nicht nur um Geschwindigkeit, sondern um Servicequalität den Kunden gegenüber”, sagt Bellmann. „Ganz wichtig ist Freundlichkeit und Zuverlässigkeit”, bestätigt Gerlinde Althoff. Andernfalls suchen sich die Arztpraxen oder Werbeagenturen andere Postzusteller. Und auch die großen Unternehmen lassen ihre Postfächer möglicherweise wieder selbst - und nicht vom Kurier - leeren.

Bei aller Professionalität gehört zum Kurierfahren für viele aber auch eine tüchtige Portion Lifestyle. „Manche identifizieren sich total damit. Für die ist der Beruf alles”, erzählt Markus Krieg. Das äußert sich nach Philipp Bellmanns Worten zum Beispiel darin, dass diese Kuriere nur mit den allerbesten Rädern unterwegs sind oder sich besonders ausgefallene Kleidung zulegen.

Immer wieder treten die Radkuriere sogar bei Wettbewerben bis hin zu Weltmeisterschaften gegeneinander an. „Das ist einer der wenigen Jobs, die auch sportlich ausgetragen werden”, sagt Gerlinde Althoff. Und obwohl die Kuriere erst seit einigen Jahren zum Straßenbild deutscher Großstädte gehören, sind die Dienste keine neue Erfindung: Die ersten gab es schon Ende des 19. Jahrhunderts, wurden dann aber nach und nach von der Post geschluckt, wie Althoff erklärt. „Die hatten damals sogar schon Telefone.”

www.bdfev.de

Von Florian Oertel, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/07/05/service/berufbildung/t/rzo252461.html
Mittwoch, 07. Juni 2006, 15:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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