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Donnerstag, 12. Dez. 19

Berlin Die gleich­zei­tige Nutzung von Sonnen- und Insek­ten­schutz­mit­teln ist in der Regel unpro­ble­matisch. Nor­maler­weise rea­gier­ten die Mittel nicht mit­ein­ander...

ApothekeDüs­sel­dorf - Bei frei ver­käuf­lichen Medi­kamen­ten gibt es kaum Preis­unter­schiede. Das ist das Ergeb­nis einer Unter­suchung der Ver­brau­cher­zen­tra­len Nord­rhein-West­falen, Rhein­land-Pfalz und Sach­sen.

Hamburg Eltern sollten den Impf­schutz ihrer Kinder vor der Ein­schu­lung über­prü­fen lassen. Das raten die Ersatz­kas­sen­ver­bände VdAK und AEV in Ham­burg. In der Schule und im Kin­der­gar­ten sei die Gefahr von anste­cken­den...

München - Chro­nisch kranke Kinder sollten die­sel­ben Imp­fun­gen wie gesunde Kinder erhal­ten. Sie seien durch schwere Ver­läufe und Kom­pli­katio­nen bestimm­ter Krank­hei­ten beson­ders gefähr­det...

Neuss Schon Klein- und Vor­schul­kin­der können laut Exper­ten an Depres­sio­nen leiden. Die Betrof­fenen wirken einer­seits oft in sich gekehrt, schüch­tern und ängst­lich, ande­rer­seits neigen sie zu Aggres­sio­nen.

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Bei Hörschäden im Kleinkindalter früh handeln

Mainz Sie reagieren weder auf freundliche Worte noch auf laute Geräusche: Von 1000 Kindern kommen ein bis zwei mit einer schweren beidseitigen Hörminderung zur Welt. Meist handelt es sich um eine Schädigung des Innenohres.

Stille Post

Für die soziale Entwicklung ist gutes Hören entscheidend. (Bild: FGH/dpa/gms)

„Leider haben wir viele Fälle, wo Eltern erst zu uns kommen, wenn das Kind bereits zwei Jahre ist. Das ist viel zu spät”, sagt Prof. Annerose Keilmann, Leiterin der Klinik für Kommunikationsstörungen der Universität Mainz. Zwar gibt es Neugeborenen-Hörtests, doch sie sind nicht verpflichtend. So ist die aufmerksame Beobachtung durch Eltern und Erzieher unerlässlich.

Das gilt nicht nur für Säuglinge: Bei einem von 2000 Kindern treten in den ersten Lebensjahren beidseitige Mittelohrschwierigkeiten auf - meist als Folge von Infekten. Auch sie sollten schnellstmöglich behandelt werden. „Die große Gefahr ist, dass sonst die Sprachentwicklung, aber auch die emotionale Kompetenzentwicklung leidet”, warnt Fabienne Becker-Stoll, Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München. „Ein Kind, das nicht versteht, um was es im Spiel der anderen geht, wird sich immer mehr in sich zurückziehen.” Und von Erwachsenen wird ein Kind, das auf direkte Ansprache nicht reagiert, schnell als trotzig abgestempelt.

Hier müssen Eltern sorgfältig differenzieren. Erschrickt ihr Sprössling nicht, wenn eine Tür hinter ihm zuknallt? Schlummert er auch bei lauter Musik? Doch vom Verdacht der Eltern bis zur Diagnose durch den Arzt ist es häufig ein weiter Weg. „Sehr oft werden Eltern als überängstlich bezeichnet und nicht ernst genommen”, beobachtet Klaus Hartmann von der Bundesgemeinschaft der Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder in Hamburg. „Sie lassen sich dann auch gerne durch Sätze wie "Das wird schon" beruhigen.” Im Nachhinein stelle sich jedoch oft die Frage: Warum wurde nicht früher gehandelt?

Je früher eine Therapie beginnt , umso besser für die sprachliche und soziale Entwicklung des Kindes. Deshalb sollten Eltern im Zweifelsfall hartnäckig bleiben. Pädaudiologische Beratungsstellen informieren, welche Fachärzte und Kliniken in der Region auf Kinder spezialisiert sind.

Bei an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit kann meist ein so genanntes Cochlear Implantat, ein künstliches Innenohr, helfen. Sonst wird ein Hörsystem verordnet. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass man eine Hörstörung durch ein Gerät vollständig ausgleichen kann”, erläutert Fachärztin Keilmann. „Aber es kann die gesamte Lebenssituation des Kindes und später des Erwachsenen erheblich verbessern.”

Für die Anpassung des Systems ist ein Akustiker zuständig. „Manchmal kann sie sich über drei bis vier Wochen hinziehen, wenn bis zu zehn Tests notwendig sind”, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker in Mainz. Dabei wird überprüft, in welchen Lautstärken und Frequenzbereichen das Kind wie gut hört. Gerade bei Kleinkindern seien die für solche Tests nutzbaren Konzentrationsphasen sehr kurz. Außerdem wirkten sich unterschiedliche Tageszeiten und Tagesverfassungen stark auf die Ergebnisse aus.

Beim Aussuchen des Gerätes kann und muss die Neugier des Kindes geweckt werden. „Große Erfolge erzielen wir mittlerweile mit bunten oder verzierten Hörgeräten”, sagt Frickel. Das Kind muss mit dem Gerät vertraut werden und es als selbstverständlichen Teil seines Lebens akzeptieren. Hier können Eltern motivierend wirken. „Ansonsten sollten sie ihr Kind ganz normal behandeln, auf keinen Fall überartikulieren oder besonders laut sprechen”, empfiehlt der Fachmann von der Elterngemeinschaft, Hartmann. „Sehr hilfreich ist immer Blickkontakt während eines Gesprächs.”

Um das System zu optimieren , sollten Eltern Rückmeldungen an die Fachleute zu geben. „Zuckt ein Kind beispielsweise bei bestimmten Geräuschen zusammen, so muss die Lautstärke anders eingestellt werden”, erläutert Hörgeräteakustikerin Frickel. Auch regelmäßige technische und medizinische Kontrollen gehören zur Therapie. „Vierteljährlich sollte überprüft werden, ob das Ohrpassstück noch richtig sitzt. Wenn ein Kind schnell wächst, muss das Passstück vielleicht alle vier Wochen ausgetauscht werden”, erläutert Frickel. Sie empfiehlt - je nach Alter - zudem eine halbjährliche Überprüfung der Hörfähigkeit des Kindes sowohl durch den Facharzt als auch durch den Akustiker. Über ihre Ergebnisse müsse der Kinderarzt immer auf dem Laufenden sein.

Durch gezielte pädagogische Maßnahmen - von der Therapie beim Logopäden bis zum Besuch einer Kindertagesstätte für Hörgeschädigte - kann das Kind gefördert werden. „Welche Maßnahmen ergriffen werden, richtet sich immer nach den individuellen Bedürfnissen des Kindes und nach dem Angebot vor Ort”, sagt Elternbund-Fachmann Hartmann.

www.dgpp.de

www.bundesgemeinschaft. de

www.fgh-gutes-hoeren.de Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/07/05/service/gesundheit/t/rzo261665.html
Mittwoch, 05. Juli 2006, 10:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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