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Dank Zidane: Frankreich im WM-Finale

München - Zinedine Zidane hat die „Equipe Tricolore” mit seinem Treffer zum 1:0 (1:0)-Sieg gegen Portugal zum zweiten Mal nach 1998 in ein WM-Finale geführt und darf im Klassiker gegen Italien auf den goldenen Abschluss seiner glanzvollen Karriere hoffen.

Portugal - Frankreich

Die Franzosen feiern den Treffer von Zinedine Zidane (l) gegen Portugal.

Mit einem eiskalt verwandelten Foulelfmeter sicherte der eine Stunde überragende dreimalige Weltfußballer in seinem vorletzten Spiel Frankreich den verdienten Erfolg gegen Lieblings-Gegner Portugal und hofft nun am 9. Juni im Endspiel in Berlin gegen die erstarkten Italiener auf den zweiten WM-Triumph.

Vor 66 000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena in München bauten die Franzosen ihre stolze Serie gegen die seit 1975 gegen sie sieglosen Portugiesen auf acht Erfolge aus. Im Endspiel müssen sie allerdings Louis Saha (Gelbsperre) ersetzen. Die unterlegenen Iberer fordern am Samstag im „kleinen Finale” in Stuttgart Gastgeber Deutschland zum Kampf um Platz drei heraus. Dabei fehlt auch ihnen in Ricardo Carvalho ein Akteur wegen Gelbsperre.

„Jetzt wollen wir es packen und auch Weltmeister werden. Wir haben uns im Turnier stetig gesteigert und alle füreinander wie die Löwen gekämpft. Gegen Italien wird es aber noch einmal schwierig”, meinte Thierry Henry nach dem Abpfiff zufrieden. Coach Raymond Domenech war „überglücklich” und schwärmte: „Ein WM-Endspiel zu erreichen, ist etwas ganz Besonderes. Ich habe immer den 9. Juli zu unserem großen Ziel erklärt. Wir sind bereit.” Dagegen war Portugals brasilianischer Trainer Luiz Felipe Scolari nach seiner ersten Niederlage bei einer WM enttäuscht und kurz angebunden: „Wir haben alles versucht, es aber nicht geschafft. Ich kann die Franzosen nur beglückwünschen.”

Beide Teams konnten in ihrer derzeit besten Formation antreten. Bei den Portugiesen machte sich positiv bemerkbar, dass neben den nach ihrer Gelbsperre wieder zur Verfügung stehenden Mittelfeld-Assen Deco und Costinha auch die zuletzt angeschlagenen Leistungsträger Luis Figo und Cristiano Ronaldo mitwirken konnten. So entwickelte sich zumindest anfangs eine abwechslungsreiche Partie, in der Florent Malouda bereits nach 38 Sekunden den ersten Warnschuss abgab. Auf der Gegenseite wurde Keeper Fabien Barthez, der mit seinem 16. WM-Einsatz einen französischen Rekord aufstellte, ebenfalls schon früh bei Decos Schuss (4.) geprüft. Fünf Minuten später zielte Maniche knapp drüber.

Dass das Niveau zwischenzeitlich nachließ, lag vornehmlich an den Franzosen. Sie konnten an ihre starken Leistungen gegen den entthronten Weltmeister Brasilien zunächst nicht anknüpfen, obwohl sie zum dritten Mal hintereinander ihre neu gefundene Erfolgs-Elf aufboten. Im Laufe der Partie wurden die „Blauen” dann aber stärker, da Zidane sich mehr und mehr geschickt der Manndeckung durch Costinha entzog und das Spiel an sich riss. Carvalhos Foul an Henry bescherte ihnen dann die Strafstoßchance, die sich Zidane nicht entgehen ließ. Der filigrane Mittelfeldstar schoss gegen Elfmeter-Spezialist Ricardo platziert zu seinem 30. Länderspiel-Tor ein.

Nach dem Wiederanpfiff hatte nach einem kapitalen Fehlpass in Reihen des Vize-Europameisters der pfeilschnelle Henry das 2:0 auf dem Fuß (48.), doch Schlussmann Ricardo klärte ebenso reaktionsschnell wie eine Minute später gegen Franck Riberys Fernschuss. Für Portugal traf nach einer Einzelaktion Pauleta (53.), der bei Rekord-Nationalspieler Lilian Thuram in dessen 120. Länderspiel ansonsten in guten Händen war, nur das Außennetz.

In der Folge bemühten sich die Iberer zwar über ihre stärkere rechte Seite gegen den unsicheren Eric Abidal um mehr gelungene Offensiv-Aktionen, doch da weder Figo noch Deco ihre gewohnte Form erreichten, fehlten den Angriffen gegen die kompakte französische Abwehr die Ideen und auch die Genauigkeit. Ein Patzer von Barthez, der Figo eine gute Kopfballchance eröffnete (78.), brachte ebenso wenig den dringend benötigten Ausgleich wie die Hereinnahme des offensivstarken Duos mit Simao und Helder Postiga. So setzten sich am Ende die clevereren Franzosen durch, die damit - wie bei der am Ende siegreichen EURO 2000 - nun nacheinander Spanien und Portugal bezwungen haben und erneut im Finale Italien herausfordern. Von Jens Marx und Reinhard Schwarz, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/06/07/05/sport/wm2006/teilnehmer/gesamt/ueberblick/t/rzo261907.html
Mittwoch, 05. Juli 2006, 23:27 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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