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Donnerstag, 13. Juni 13
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Mainz 05: Tor­jäger fühlt sich von seinem Klub belogen und betro­gen

Die Ein­tracht ist an Thurk dran

Mainz/Frank­furt - Michael Thurk. Und kein Ende. Der Tor­jäger des FSV Mainz 05 ist und bleibt im Som­mer-Trai­nings­lager des Fuß­ball-Bun­des­ligis­ten in Bad Gögging der Auf­reger. Am Sams­tag­abend hat Fried­helm Funkel, Trainer der Frank­fur­ter Ein­tracht, bei Thurk tele­fonisch ange­fragt, ob er sich einen Wechsel an den Main vor­stel­len könne. Funkel gibt vor, 05-Coach Jürgen Klopp vor vier Wochen über das Ein­tracht-Inter­esse infor­miert zu haben.

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Michael Thurk wähnt sich beim FSV Mainz 05 übel getäuscht. Da stehen inzwischen hohe Hürden zwischen dem Torjäger und seinem Klub. Fotos: Mainz 05/Zimmermann

Die Volks­seele kocht und schreit beim FSV Mainz 05. Manager Chris­tian Heidel ist aus­gespro­chen erstaunt über das merk­wür­dige Gebaren der Frank­fur­ter Ein­tracht. Chef­trai­ner Jürgen Klopp ist stink­sauer. Auf den Kol­legen Fried­helm Funkel. Und auf Michael Thurk, der mit seiner demons­tra­tiv zur Schau gestell­ten schlech­ten Laune und seinen ver­balen Ent­glei­sun­gen im Trai­nings­lager in Bad Gögging Trai­nern und Kol­legen all­mäh­lich mächtig auf die Nerven geht. Der 05-Tor­jäger schießt gegen die Klub-Verant­wort­lichen aus den ganz großen Roh­ren.

Thurk: "Die haben mich an der Nase her­umge­führ­t"

In einem Inter­view mit dem Fach­maga­zin "kicker" wird Thurk heute zitiert, Klopp und Heidel hätten ihn belogen und betro­gen. "Darauf mussten wir natür­lich ent­spre­chend rea­gie­ren, als uns der kicker mit dieser Aussage kon­fron­tiert hat", erklärte Heidel ges­tern. "Micha muss endlich mal kapie­ren, dass ihm hier niemand etwas ver­heim­licht hat." Thurk kon­terte noch gestern Abend in der Hotel­lobby. "Die haben mich an der Nase her­umge­führ­t", tobte der 30-Jäh­rige. "Jetzt bin ich ihnen dahin­ter­gekom­men, und das ist keine schöne Situa­tion für mich."

Der 05-Profi will erfah­ren haben, dass Heidel mit Bayer Lever­kusen konkret ver­han­delt habe, den Tor­jäger im Tausch gegen Andrej Voronin abzu­geben (Thurk: "Ich weiß, dass es diese Gespräche gab"). Das hatte der 05-Mana­ger am Samstag in der MRZ heftig demen­tiert. "Nun erfahre ich auch noch", so Thurk, "dass Klopp mir ver­heim­licht hat, dass Funkel ihn wegen mir vor zwei Wochen ange­rufen hat. Ich muss mir jetzt Gedan­ken um meine weitere Zukunft machen."

Die MRZ hat am Sonntag nach­gefragt

Die MRZ hat am Sonntag nach­gefragt bei: Jürgen Klopp, Chris­tian Heidel, Thurk-Bera­ter Klaus Gers­ter, Ein­tracht-Mana­ger Heri­bert Bruch­hagen und dessen Trainer Fried­helm Funkel. Eine mühsame Rekon­struk­tion des Tather­gangs. Fügt man die Indi­zien zusam­men, dann könnte sich der Vorgang wie folgt abge­spielt haben.

Vor etwa vier Wochen (sagt Klopp, Thurk spricht von nur zwei Wochen) hat Funkel (spricht von drei Wochen) bei Klopp ange­rufen. Ein Jour­nalist habe bei der Sai­son­eröff­nungs-Pres­sekon­ferenz der Ein­tracht erzählt, Mainz 05 wolle Thurk abge­ben, flötete Funkel, ob da denn etwas dran sei!? Klopps Antwort (das beteu­erte der 05-Coach gestern in Bad Gög­ging): "Ihr tickt doch nicht mehr rich­tig! Wir geben doch den Thurk nicht ab!" Und damit sei das Gespräch beendet gewe­sen.

Am ver­gan­genen Sams­tag­abend nun bim­melte bei Thurk das Handy. Funkel dran. Er habe Klopp bereits unter­rich­tet vom Inter­esse der Ein­tracht. Ob sich Thurk einen Wechsel vor­stel­len könne. "Ein gutes Gespräch, der genaue Inhalt bleibt unter uns", so der 05-Tor­jäger, gebür­tiger Frank­fur­ter, am Bruch­weg noch ver­trag­lich gebun­den bis zum 30. Juni 2008. Er wolle sich auf jeden Fall weiter anhören, was ihm die Ein­tracht zu erzählen habe, so Thurk ges­tern. "Frank­furt spielt im Uefa-Pokal, das ist auch ein Ziel von mir."

Und weil Klopp ihn von der Fun­kel-Anfrage nicht infor­miert habe, "fühle ich mich hier ver­arscht". Die Situa­tion in Mainz sei für ihn noch ent­täu­schen­der als damals beim Wechsel nach Cottbus (Sommer 2004, nach einem halben Jahr kam Thurk nach einer spek­takulären Aktion reumütig zurück).

Thurk-Bera­ter: "Ball ganz, ganz flach hal­ten"

Klaus Gerster hat die MRZ gestern in seinem Urlaub auf Mal­lorca erreicht. "Ich wollte retten, was noch zu retten ist", sagt der Thurk-Bera­ter. "In­zwi­schen ist aus der Sache eine Lawine gewor­den, die mich im Urlaub über­rollt. Ich kann mich konkret erst am Don­ners­tag nach meiner Rück­kehr darum küm­mern." Bis dahin habe er seinem Schütz­ling gera­ten, "öf­fent­lich den Ball ganz, ganz flach zu hal­ten". Gerster beteu­ert, weder aus Lever­kusen noch aus Frank­furt jemals ein Angebot oder auch nur eine Anfrage erhal­ten zu haben für Michael Thurk.

Heri­bert Bruch­hagen erreichte die MRZ in seinem Urlaub in Berch­tes­gaden. "Wenn dieses Thema heiß wäre, dann wüsste ich davon und dann hätte ich mit dem Kol­legen Heidel sicher auch schon darüber gespro­chen", erklärte der Ein­tracht-Mana­ger. Funkel habe sich beim Spieler einfach mal erkun­digt. "Wenn wir hören, dass Mainz 05 Thurk gar nicht abgeben will, dann ist die Sache hiermit erle­dig­t."

Heidel ist sauer auf die Ein­tracht, gibt es zwi­schen den beiden Mana­gern doch eine münd­liche Abma­chung, dass sich Mainz 05 und die Ein­tracht gegen­sei­tig keine Spieler abwer­ben. Bruch­hagen sieht in diesem Kontakt keinen Abwer­bungs­ver­such. "Wir sind ja mit dem Spieler über­haupt nicht konkret im Gespräch, es gibt kein Ange­bot", so Bruch­hagen. "Bitte hängen sie das Thema niedrig auf. Es wird Zeit, dass wieder Fußball gespielt wird."

Rein­hard Reh­ber­g/Jörg Schnei­der

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http://rhein-zeitung.de/on/06/07/24/sport/r/mainz.html
Montag, 24. Juli 2006, 10:09 © RZ-Online (to)
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