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Freitag, 22. September 06

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Saar­brü­cken - Aus Protest gegen die Gesund­heits­poli­tik der Bun­des­regie­rung halten zahl­rei­che saar­län­dische Ärzte heute (Frei­tag) ihre Praxen geschlos­sen.


Re­por­tage über "Behör­denirr­sinn" im Rhein-Lahn-Kreis:

Ein-Euro-Job Skandal war
nur eine TV-Sei­fen­bla­se

Rhein-Lahn-Kreis - Gleich dreimal sendete SAT.1 eine Repor­tage über eine Hartz-IV-Empfän­gerin aus dem Rhein-Lahn-Kreis und ihre schlech­ten Erfah­run­gen mit dem Arbeitsamt. Jetzt stellte sich heraus: Um die Geschichte zum Skandal auf­zubla­sen, haben die Fern­seh­macher tief in die Trick­kiste gegrif­fen.

Eine Hartz-IV-Empfän­gerin aus der Ver­bands­gemeinde Nastät­ten im Rhein-Lahn-Kreis wird angeb­lich vom Arbeitsamt zum Ein-Euro-Job gezwun­gen, obwohl sie eine besser bezahlte Stelle gefun­den hat. Das war ein gefun­denes Fressen für die Bou­levard­maga­zine beim Pri­vat­sen­der SAT.1.

Gera­dezu zum Skandal wurde die Geschichte in der Fern­seh­ver­sion dadurch, dass die Ein-Euro-Stelle zuvor als ganz normal ent­lohnte Tätig­keit aus­geschrie­ben war und die Frau mangels Qua­lifi­kation abge­lehnt wurde. Die Kom­bina­tion aus den Themen "Ein-Euro-Job als Arbeits­platz­kil­ler" und "Bö­sewicht Arbeitsamt" wirkte dabei auf die Fern­seh­macher wohl so attrak­tiv, dass sie sich auch durch über­prüf­bare Fakten nicht mehr von der Story abbrin­gen ließen - gleich dreimal wurde die fak­tisch falsche und unter zumin­dest frag­wür­digen Umstän­den gedrehte Repor­tage in den Top-Maga­zin­sen­dun­gen des Pri­vat­sen­ders gezeig­t.

"Un­mög­lich und völlig falsch dar­gestell­t"

"Un­mög­lich und völlig falsch dar­gestell­t", kom­men­tiert Jutta Klöck­ner, Pres­sespre­che­rin der Agentur für Arbeit aus Mon­tabaur das Mach­werk. Und auch Uwe Jan­naschk, dank SAT.1-Bei­trag inzwi­schen bun­des­weit bekann­ter Fall­mana­ger im Job-Cen­ter Nastät­ten, hat nur wenig Posi­tives von den Fern­seh­machern zu erzählen. Die TV-Repor­tage erweckt nach ein­gehen­der Recher­che einen deut­lichen Ein­druck von bewus­ster Fehl­infor­mation für die sen­sati­ons­hei­schende Geschichte - ver­drehte Fakten und Fehler reihen sich anein­ander.

In der Fern­seh­dar­stel­lung bewirbt sich die "Job-Cen­ter-Kun­din" um eine Stelle als Haus­wirt­schaf­terin, wird abge­lehnt und muss die gleiche Stelle später als Ein-Euro-Job­berin antre­ten. "Das ist falsch. Die Arbeits­gele­gen­heit (der ein Euro-Job, die Red.) wurde zusätz­lich zur Haus­wirt­schaf­terin extra ins Leben geru­fen. Das ist eine reine Hilfstätig­keit, kann Jan­naschk bele­gen. Beson­ders pein­lich für die TV-Pro­fis: Schon die in der Repor­tage als Beweis für den "Behör­denirr­sinn" gezeig­ten Schrift­stü­cke bele­gen, dass es sich bei der abge­lehn­ten Stelle und dem Ein-Euro-Job um ver­schie­dene Stellen han­delt. Der Kom­men­tar dazu aus der Pres­sestelle des Sen­ders: "Die Stellen sind zwar nicht iden­tisch, aber sehr ähn­lich, (...) das war auch nicht Zentrum der Geschich­te."

Story geplatz­t?

Die zweite falsche Behaup­tung im Fern­seh­bei­trag: Die Arbeit­sagen­tur habe die Frau gezwun­gen, eine zwi­schen­zeit­lich ange­nom­mene, besser bezahlte Stelle zu kün­digen. "Völlig falsch, wir haben die Dame weder genötigt, den Ein-Euro-Job anzu­neh­men noch die andere Stelle zu kün­digen", berich­tet Jan­naschk. Das sei auch dem Repor­ter nach einem fast zwei­stün­digen Infor­mati­ons­gespräch klar gewor­den. "Dann ist die Story geplatz­t", habe der Mann mit der Kamera sich sinn­gemäß geäußert, erin­nert sich Jan­naschk. "Des­wegen war ich sehr ver­wun­dert, als der Beitrag dann doch gesen­det wurde", so Jan­nasch­k.

"Der Repor­ter hatte die Kamera am langen Arm und hat behaup­tet, sie sei aus", erin­nert sich Jan­naschk an den über­fall­arti­gen Auf­tritt in seinem Büro und damit den Beginn der Dreh­arbei­ten in Nastät­ten. "Un­seres Wissens haben wir keine Auf­nah­men wider­recht­lich erstellt und aus­gestrahlt (der Arbeitsamts­ver­tre­ter hat sich das Mikro sogar selbst genom­men, da muss er davon aus­gehen, dass die Kamera läuft)", heißt es in der Stel­lung­nahme von SAT.1. Dass aber das gesen­dete Inter­view mit Jan­naschk erst viel später - nämlich nachdem der Repor­ter zuge­geben haben soll, dass die Story geplatzt sei, geführt wurde, bleibt unkom­men­tier­t.

Haupt­dar­stel­lerin "ver­kabel­t"

Den nega­tiven Gesamtein­druck ver­stärkt auch noch die Tat­sache, dass die Haupt­dar­stel­lerin des Bei­tra­ges bei einem "Vier-Augen-Gespräch" mit Fall­mana­ger Jan­naschk "ver­kabelt" war. Mikro­fon und Sender sollten ver­trau­liche Details über­tra­gen. "Als ich das Mikro ent­deckte, hieß es nur: ,Das ist ver­ges­sen worden, und gar nicht ein­geschal­tet'", so Jan­naschk. Übri­gens hegt der Fall­mana­ger selbst nach der nega­tiven Dar­stel­lung seiner Arbeit in der Öffent­lich­keit keinen Groll gegenü­ber der Haupt­dar­stel­lerin der Repor­tage - seiner Kundin. "Sie ist auch nur Opfer des Skan­dal-Jour­nalis­mus und konnte die ganze Trag­weite wahr­schein­lich gar nicht über­schau­en."

Willi Wil­lig


http://rhein-zeitung.de/on/06/09/22/rlp/r/regio-1.html
Freitag, 22. September 2006, 08:29 © RZ-Online GmbH (aj)
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