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Montag, 25. September 06

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Mer­zig-Bes­serin­gen (dpa/lrs) - Ernüch­ternd endete der Geburts­tag für einen sturz­betrun­kenen 56-jäh­rigen Rad­fah­rer im Saar­land.

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Regale anmie­ten und Gebrauch­tes ver­kau­fen

Lizenz für "Ebay zum Anfas­sen"

Ren­nerod - Die Spei­cher und Keller sind voll von Dingen, die manch­mal niemand mehr braucht - Kapi­tal, das brach liegt. Mit einer fin­digen Geschäfts­idee zeigt ein Kauf­mann aus Ren­nerod, wie sich abseits von Flohmärk­ten und gän­gigen Second­hand­läden noch Geld mit Kunst und Krempel ver­die­nen lässt. Er ent­wickelte eine Art "Ebay zum Anfas­sen".

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Jürgen Loos (hier mit Verkäu­ferin Nata­scha Hen­nemann) hatte vor einem Jahr die zün­dende Idee und ver­mie­tete die Ver­kaufs­regale in seinem Geschäft in der Ren­nero­der Haups­traße. "Piggy Bank - Das Spar­schwein" nennt er dieses Modell. Was viele nicht glauben - es rechnet sich. Bun­des­weit inter­essie­ren sich Anrufer für dieses Modell. Ver­kauft wird von privat an privat.

Jürgen Loos ist zwei­felsohne ein fin­diger Kauf­mann, denn seine Geschäfts­idee, die dürfte in Deutsch­land ein Novum gewesen sein, als er vor einem Jahr mit seiner Piggy Bank star­tete. Zwölf Monate später hat er eine Lizenz für diese Idee in der Tasche, und in Holz­min­den in der Nähe von Göt­tin­gen wird in diesen Tagen bereits der zweite Laden dieser Art eröff­net. Koope­rati­ons­part­ner werden gesucht, weitere Neu­eröff­nun­gen sollen folgen. Inter­essen­ten melden sich aus dem ganzen Bun­des­gebiet. Das Motto, das dem Ganzen zugrunde liegt: von privat zu pri­vat.

Die Idee ist eigent­lich ganz ein­fach. Das Pro­blem: Man muss erst einmal darauf kommen. Bei Jürgen Loos war das so: Ihm wurde bewusst, dass er zu Hause auch Sachen hortet, die er eigent­lich gar nicht mehr braucht. Es war "Ka­pital", das in Schrän­ken, auf Spei­chern und in Kellern schlum­merte. "Warum dies nicht zu neuem Leben erwe­cken?", dachte sich der pfif­fige Kauf­mann. Und weil hier zu Lande viele Men­schen vieles in vielen Häusern sta­peln, was die Wenigs­ten eigent­lich noch benöti­gen, grü­belte der Kauf­mann über ein ganz bestimm­tes Ver­kaufs­sys­tem nach. Heraus kam ein ein­faches wie genia­les Kon­zept: Man sucht sich einen halb­wegs geräu­migen Ver­kaufs­raum , in dem sich viele Regale befin­den. Diese Regale werden ver­mie­tet, bei­spiels­weise im Ein­meter­regal­block für 25 Euro in der Woche. Der Pri­vat­mann mietet diese Fläche für eine, zwei, drei oder vier Wochen an, bestückt sie mit dem, was er so ent­beh­ren kann und bestimmt den Preis. Der Lade­nei­gentü­mer über­nimmt Ser­vice, Verkauf und Abrech­nung - ohne zusätz­liche Kosten. Sch­ließ­lich braucht nur noch aus­gezahlt zu werden. Fertig ist eine Art "Ebay zum Anfas­sen".

Wurde der Ren­nero­der Geschäfts­mann anfäng­lich noch belächelt für seine Idee, so gibt ihm der Erfolg mitt­ler­weile recht. Im ersten Jahr bringt er es auf immer­hin rund 20 000 Euro Umsatz.

Alle erdenk­lichen Waren

Ein­stel­len in die ange­mie­tete Fläche lässt sich fast alles, vor­aus­gesetzt, es ist nicht zu groß. Sprengt die Größe des Objek­tes das Regal, dann tut es eben ein Foto vom Segel­boot oder Haus. Und so findet der Schnäpp­chen­jäger in der Innen­stadt von Ren­nerod alle erdenk­lichen Waren: Spiel­zeug, Schmuck, Bücher, Haus­halts­geräte, Klei­dung, Waren aus Fir­men­auf­lösun­gen, Musik­anla­gen, CDs oder Schall­plat­ten oder die Deko­ration für das Zuhause. Auch Dienst­leis­tungs­ange­bote finden sich in den Rega­len. Das Angebot wech­selt stän­dig. Stöbern lohnt sich. Die Ware ist fast immer neu­wer­tig - Ramsch ver­kauft sich eben schlecht. Auch die Politik hat schon auf­gehorcht. "Die Geschäfts­idee ist eine Berei­che­rung für die Stadt Ren­nerod. Die Innen­stadt erfährt eine Bele­bung, wovon auch andere Geschäfte pro­fitie­ren", sagt bei­spiels­weise VG-Bür­ger­meis­ter Werner Daum. Wirt­schafts­minis­ter Hendrik Hering will in Gesprächen mit der Agentur für Arbeit jetzt einmal nach­prü­fen lassen, inwie­weit mit dieser Art von Geschäf­ten etwa Lang­zeit­arbeits­losen der Wie­der­ein­stieg in das Erwerbs­leben erleich­tert werden kann. Auch eine kari­kative Ein­rich­tung inter­essierte sich schon für die Ren­nero­der Geschäfts­ide­e.

Die Idee selbst kann jedoch nur dann gelin­gen, wenn sich viele daran betei­ligen - ähnlich wie bei einem Floh­markt. Und wenn das geglaubte Schnäpp­chen schad­haft ist? "Auch kein Pro­blem", meint Jürgen Loos, "dann gibt es ganz unkom­pli­ziert das Geld zurück". Dass die Geschäfts­idee ankommt, zeigt der jüngste Kom­men­tar einer Kundin. Die hatte sich Regal­fläche ange­mie­tet und meinte schmun­zelnd bei der Abrech­nung: "Das ist das einzige Geschäft, das ich kenne, aus dem man mit mehr Geld raus­geht, als man rein­gekom­men ist."

Rhein-Zei­tung - Foto: Michael Wen­zel


http://rhein-zeitung.de/on/06/09/25/rlp/r/regal.html
Montag, 25. September 2006, 08:44 © RZ-Online GmbH (aj)
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