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Mittwoch, 12. Juni 13
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Regierung wirbt für Abstinenz statt Verhütung

US-Jugend soll ganz auf Sex verzichten

Washington - Die US-Regierung hat in den vergangenen fünf Jahren etwa eine Mil­liarde US-Dol­lar für sexu­elle Auf­klärung aus­gege­ben - Auf­klärung, die allein auf Ent­halt­sam­keit setzt. Wer dafür Mittel aus dem Bun­des­haus­halt erhal­ten möchte, darf weder über den Gebrauch von Kon­domen noch über die Anwen­dung anderer Ver­hütungs­metho­den infor­mie­ren.

Bush

Mehr Sicherheit durch weniger Sex propagiert George W. Bush.

Der Erfolg ist entsprechend mäßig, wie ein Blick in die Stadt Sioux Falls in South Dakota zeigt. Hinter dem Schreib­tisch von Leslee Unruh hängt eine Urkunde, die ver­kün­det: "Absti­nenz erobert die Welt im Sturm." Daneben ein Schnapp­schuss, der die blon­dierte Direk­torin des natio­nalen "Absti­nence-Clea­ring­hou­se" neben US-Prä­sident George W. Bush zeigt. "Er hat mir ver­sichert, auf unserer Seite zu sein", meint Unruh, die den Kampf für Keusch­heit und gegen Abtrei­bung zu ihrer Lebens­auf­gabe gemacht hat.

Kein Beischlaf vor der Ehe

"Wir müssen den Jugendlichen beibringen, dass ihr sexu­elles Ver­hal­ten Kon­sequen­zen hat", doziert sie. Geschlechts­ver­kehr vor der Ehe garan­tiere eine größere Gefahr an sexuell über­trag­baren Krank­hei­ten, mehr unge­woll­ten Schwan­ger­schaf­ten und Pro­ble­men, die weit darüber hin­aus­gehen. "Die sicherste Ver­hütung besteht darin, keinen Sex zu haben", lautet die Logik der Akti­vis­tin, die selber als 20-Jäh­rige unge­wollt schwan­ger wurde, abtrieb und seitdem von einem schlech­ten Gewis­sen geplagt wird.

Von South Dakota aus organisiert Unruh die nationale Kampagne "Truth4Youth" ("Wahr­heit für die Jugen­d"). Unter­titel: "Glaub den Lügen nicht. Hebt Sex für die Ehe auf." In den poppig auf­gemach­ten Broschüren und Falt­blät­tern behaup­tet die Orga­nisa­tion, ihr Keusch­heits­pro­gramm basiere auf "so­liden wis­sen­schaft­lichen Fak­ten". Die Sit­ten­wäch­ter warnen vor einem erhöh­ten Krebs­risiko infolge sexu­eller Erkran­kun­gen und meinen, frühere sexu­elle Akti­vität gehe mit einer höheren Wahr­schein­lich­keit von Dro­gen­kon­sum ein­her.

Kampagne mit Lügen

Gegen spätere sexuelle Aktivität von Teenagern haben auch die Befür­wor­ter einer umfas­sen­deren Sexual­erzie­hung nichts ein­zuwen­den. Was sie zutiefst beun­ruhigt, sind die Kon­sequen­zen der "Absti­nenz-Erzie­hung". Ein vom US-Kon­gress in Auftrag gege­benes Gut­ach­ten ergab, dass mehr als 80 Prozent der benutz­ten Lehr­pläne "fal­sche, irre­führende oder ent­stel­lende Infor­matio­nen ent­hal­ten". So wird zum Bei­spiel fäl­sch­licher­weise behaup­tet, der Anstieg der Kon­dom-Benut­zung gehe mit einem Anstieg der Geschlechts­krank­hei­ten einher. Darüber hinaus stellt eine umfas­sende Studie, an der sich 20 000 Jugend­lich betei­lig­ten, die Effi­zienz der Keusch­heits-Pro­gramme in Frage: 88 Prozent aller Jugend­lichen, die mit "Truth4Youth" fei­erlich ein Rein­heits­ver­spre­chen able­gen, halten es nicht ein.

Die Regierung Bush aber lässt sich davon nicht beeindrucken. Denn das Pro­gramm ist populär bei einer wich­tigen Wähler­gruppe: den pro­tes­tan­tischen Fundamentalisten.

Thomas Spang, USA-Korrespondent der RZ; Archivbild: Reuters

Rhein-Zeitung vom 25.10.2006, Seite 5.


http://rhein-zeitung.de/on/06/10/25/news/r/nosex.html
Mittwoch, 25. Oktober 2006, 11:52 © RZ-Online (jo)
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