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Archiviert am
Freitag, 01. Dezember 06 |
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Verzweiflung und Rastlosigkeit: Green Concorde auf Tour Hamburg - In den letzten Jahren sind Bands aus dem Indie-New-Wave-Genre wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Wo ist da noch Platz für Green Concorde, eine Kappelle aus dem dänischen Kopenhagen, die sich genau wie Interpol und Placebo aus dieser Sparte bedient? Ihr durchaus gelungener Erstling „Ten Cities” gibt die Antwort. Dieser erscheint zwar erst im Januar 2007, dafür kann es jetzt aber schon bei einer Clubtour zum ersten Kontakt kommen.
Die Bandgeschichte der Dänen ist gespickt von ungewöhnlichen Zufällen: Erst als die Schwester von Sänger Morten nach Paris umzog, begann die musikalische Karriere des späteren Frontmannes. Er durfte ihre Gitarre behalten und hat seitdem nur noch die Musik im Kopf. Als er einige Jahre später den Rest der Band traf, waren die Jungs gerade ohne Sänger unterwegs. Der hatte sich nach London verabschiedet und so den Platz für Morten geräumt. Die beiden europäischen Metropolen London und Paris spielten auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Bandentwicklung. Als ein neuer Name für die Gruppe gesucht wurde, beschloss man, sich nach dem Highspeed-Übertechnik-Flugzeug zu benennen, das zufälligerweise genau diese beiden Hauptstädte anflog. Gründungsmonat war der Oktober 2003, zur selben Zeit, als die Concorde das letzte Mal nach New York startete. Es wundert also nicht, dass sich auch in der Musik der vier Dänen eine gewisse urbane Rastlosigkeit widerspiegelt, fast so, als wären sie nirgendwo zu Hause. Der Name des Debüts, „Ten Cities”, sagt eigentlich schon alles: Man kann nicht an zehn Orten gleichzeitig sein. Es ist ein Manifest an das Streben nach den Plätzen, wo man gerade nicht ist. Green Concorde scheinen sich deswegen zwischen den zehn „Städten” hin und her zu bewegen, kommen aber nie irgendwo an. Diese Rastlosigkeit wird besonders durch die Verzweiflung deutlich, die in jeder Silbe und in jedem Ton in Mortens Gesang mitschwingt: Er schreit, er fleht, er leidet. Gitarre, Bass und Schlagzeug untermalen, oft mit leichter Dissonanz, die bedrückende Atmosphäre, die so entsteht. Ein leichter Hauch von Traurigkeit und Dramatik kann den Songs dabei nicht abgesprochen werden. Die Texte der Songs sind dabei überraschenderweise keine Liebesschnulzen, sondern behandeln das universelle Thema der Isoliertheit von der Welt. Um sie dem Hörer besonders einzuhämmern, bestehen viele der Lieder aus nur einer Strophe und einem Refrain, die immer und immer wieder wiederholt werden. Beispielhaft sei die Single „The Anthem To Which We Fall” zu nennen, nach mehrmaligem Hören sicher eines der Überstücke des Albums. Neben der einprägsamen Melodie besticht der Song insbesondere durch Mortens immer wiederkehrende Frage: „If You Had To Choose, What Would You Choose Not To Lose”, deren Ratlosigkeit gleichzeitig auch Konzept zu sein scheint. Mit „Ten Cities” veröffentlichen Green Concorde einen einwandfreien Erstling, der sich mit stolzer Brust trotz der Flut neuer Indie-Bands auf dem Markt behaupten kann.
dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/12/01/magazin/musik/t/rzo297884.html |
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