|
|
|
||||||||||||||||
| Kino Musik Szene Reise Charts Event-Kalender Ticket-Shop |
Archiviert am
Freitag, 01. Dezember 06 |
||
|
Ungesunder Trend: Wasserpfeifen im Kommen München - An der Wand hängen arabische Teppiche, iranische Fliesenbilder zieren die Ziegelwände, in der Mitte sprudelt ein orientalischer Brunnen. In dem Münchner Restaurant „Pars” ist alles im persischen Stil eingerichtet.
Zur Tradition dort gehört auch, nach dem Essen zusammen eine Wasserpfeife zu rauchen. Die Shisha, wie die Wasserpfeife auch genannt wird, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. „Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir in diesem Jahr drei oder vier Mal so viele Besucher, die Wasserpfeife rauchen wollen”, sagt Ali Angili, der Inhaber des Restaurants. Sein Lokal bietet den Rauchgenuss schon seit fünf Jahren. „Wir waren damals vielleicht eines der ersten Restaurants in München.” Höchstens zwei oder drei andere Restaurants hätten damals auch eine „Shisha” gehabt, schätzt Angili. „Jetzt ist Wasserpfeiferauchen richtig gefragt.” Wie viele Shisha-Raucher es inzwischen gibt, ist unklar. Weltweit, so schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum in einer Studie, genießen 100 Millionen Menschen den aromatisierten Tabak aus langen Schläuchen, vor allem in Nordafrika und Südwestasien. Auch in Deutschland werde das Shisha-Rauchen unter Jugendlichen immer populärer. Das wachsende Interesse am gemeinsamen Inhalieren des mit verschiedenen Fruchtessenzen vermischten Tabaks zeigt sich vor allem an der steigenden Zahl von Shisha-Cafés. Für Deutschland listet etwa die Internetseite www.shisha-guide.info 184 Shisha-Cafés und 83 Shops auf. In München sind neben dem Restaurant „Pars” noch weitere 10 Cafés registriert. Dabei sind sich die Konsumenten der schädlichen Wirkung des Shisha-Rauchens oft nicht bewusst. „Wasserpfeiferauchen macht nicht süchtig”, glaubt Angili. Dagegen warnt das bayerische Verbraucherschutzministerium vor den Gesundheitsgefahren. „Wasserpfeiferauchen ist kein harmloses Entspannungsritual”, mahnt Gesundheitsminister Werner Schnappauf (CSU). Tatsächlich werde beim Inhalieren von aromatisiertem Tabak viel mehr Nikotin aufgenommen als mit Zigaretten. „Die Wasserpfeife kann für Jugendliche schnell Einstiegsmittel in die Nikotinsucht werden”, warnt der Minister. Das belegt auch die Studien des Deutschen Krebsforschungszentrums. Grundsätzlich seien die Substanzen im Rauch von Shishas und Zigaretten die gleichen. Gravierende Unterschiede geben es aber in Quantität und Qualität. So lägen die Werte insbesondere von Beryllium, Chrom, Cobalt, Blei und Nickel im Rauch der Wasserpfeife um ein Vielfaches höher als im Zigarettenrauch. Durch die Verwendung von Kohle beim Abbrennen des Tabaks könne zudem Kohlenmonoxid entstehen, das die Sauerstoffaufnahme ins Blut verhindert. Krebs in Lunge und Mundbereich sowie Herzerkrankungen sind die Folge. Allerdings sind die Ergebnisse schwer vergleichbar. „Shisha raucht man höchstens einmal am Tag”, sagt Angili. Eine halbe bis eine Stunde kann dann eine Shisha-Sitzung dauern. Eine Zigarette raucht man in fünf Minuten. Auch die Schweizer Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme warnt davor, die Wirkung der Wasserpfeife zu unterschätzen. Vor allen die weit verbreitete Annahme, die Schadstoffe würden durch das Wasser herausgefiltert, sei ein Irrtum. Dass der Rauch einer Shisha gefährlicher sein soll als der einer Zigarette, hatte Angili auch schon einmal gehört. Den Inhaber eines Shisha-Restaurant stört das aber wenig - Angili raucht nicht. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/06/12/01/magazin/szene/t/rzo293511.html |
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
| ||||||||||||||||