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Dienstag, 23. Januar 07

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So wird der Hals in Szene gesetzt

München/Köln - Sie sind nach Herzögen, Meerestieren oder Buchstaben benannt und nur ein Detail unter vielen.

Kragen

Je höher der Kragen, desto förmlicher der Auftritt. (Bild: Schierenbeck/dpa/gms)

Trotzdem können Kragen und Ausschnitte Männer-Outfits den entscheidenden Schliff geben, wenn sie den Hals richtig in Szene setzen.

Das gilt im Büro ebenso wie in der Freizeit. Und in sämtlichen Situationen kommt es vor allem auf eines an: „gut angezogen” nicht mit „zugeknöpft” zu verwechseln.

Bei einem Hemdkragen haben vor allem zwei Dinge Einfluss auf die Wirkung, erklärt Bernhard Roetzel, Experte für Herrenmode und Buchautor aus Köln: „Wichtig ist zum einen die Frage, wie weit die Kragenenden voneinander entfernt stehen beziehungsweise wie weit sie zurückgeschnitten sind.” Zum anderen geht es um die Höhe des Kragens, die bestimmt, wie viel vom Hals bedeckt wird.

Mit einem Blick auf die Stellung der Enden lassen sich auch die beiden hier zu Lande wichtigsten Hemdkragen unterscheiden: der Kent- und der Haifischkragen. Beim Kent sind die Enden mehr oder weniger spitz und bilden zusammen mit dem Krawattenknoten in etwa ein gleichschenkliges Dreieck. Beim Haifisch - oft kurz „Hai” genannt - sind sie dagegen weit zurückgeschnitten.

Wer im Büro oder am Verhandlungstisch eine gute Figur machen will, entscheidet sich laut Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut in Köln am besten für ein Hemd mit Haifischkragen: „Die weit zurückgeschnittenen Enden vermitteln Offenheit, und darum geht es ja in Gesprächssituationen.” Ein Kentkragen mit seinen eng beieinander liegenden Enden wirke dagegen häufig „zugeknöpft”. Auch Moritz von Bülow, Geschäftsführer der Modemesse „Munich Fashion Fair” in München, rät fürs Geschäftsleben zum „Hai”.

Was die Höhe betrifft, empfiehlt von Bülow einen Kompromiss: „Ein mittleres Maß ist das, was ankommt. Der Kinnbereich sollte bis zum Adamsapfel aus dem Hemd herausschauen.” Gerd Müller-Thomkins weist allerdings darauf hin, dass sich mit einem vergleichsweise hohen Kragensteg eine gewisse Eleganz ausstrahlen lässt.

Wenn es um das Outfit für die Zeit nach Feierabend geht, kommt der Kent ins Spiel: „Er ist in Deutschland nach wie vor der am häufigsten verkaufte Kragen”, sagt Bernhard Roetzel. Gefragt seien derzeit vor allem schmale Formen, erläutert Dietrich Metzger vom Verband Deutscher Modedesigner (VDMD) in Würzburg.

Allein die dritte wichtige Kragenform - der Button-Down mit den Knöpfchen an den Enden - sollte dem Freizeitoutfit vorbehalten bleiben. „In den USA war das ursprünglich ein Business-Hemd, aber in Europa gilt es eher als sportlich”, erklärt Roetzel.

Auf die Frage, was - abgesehen vom Sakko - über dem Hemd getragen wird, gibt es für die Fachmänner im Moment vor allem eine Antwort: ein vergleichsweise enger Pullover mit V-Ausschnitt. Von Bülow empfiehlt nicht zu weit ausgeschnittene Varianten. „Das geht etwa bis zum dritten Knopf.” Ob die Kragenenden aus dem Ausschnitt „herausschauen”, bestimmen die Größe des Kragens und der eigene Geschmack. Über die Schulterteile des Sakkos werden sie aber besser nicht geschlagen. Von Florian Oertel, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/01/23/magazin/szene/t/rzo309040.html
Dienstag, 23. Januar 2007, 9:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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