IVWPixel Zählpixel
NachrichtenSportMagazinService
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Kino Kino-News Musik Szene Reise Charts Event-Kalender Ticket-Shop
Freitag, 14. Juni 13
[an error occurred while processing this directive]

Mode prägt immer stärker das Wohnen

Bad Honnef/Rodgau (dpa/gms) - Sofas sind jahrelang treue Begleiter. Ebenso wie Stühle, Teppiche oder Schränke.

Sofa

Sofa: Ausgefallen Farben und Formen sind gefragt. (Bild: Brühl/dpa/gms)

Schon allein aus Kostengründen haben sie eine wesentlich höheres Verfallsdatum als Hosen, Röcke und Mäntel.

Statt modischer Experimente sind eher klassische Formen und Farben gefragt. Das galt zumindest bisher. Denn in den vergangenen Jahren haben sich Mode und Möbel immer weiter angenähert - und jetzt erstmals gleichgezogen.

Lila ist nicht mehr nur bei Shirts, sondern auch bei Sofas die Trendfarbe der Saison. Accessoires schimmern am liebsten in Gold. Und florale Drucke zählen zu den Muster-Favoriten. „Ich wundere mich auch, dass das plötzlich so schnell geht”, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef. Denn eigentlich haben sich Modetrends auf dem Möbelmarkt bislang immer nur mit einer erheblichen Verzögerung niedergeschlagen.

Im kommenden Frühjahr dagegen blühen üppige Blüten sowohl auf Kleidern wie auf der Couch. Gleiches gilt für Grafisches in Schwarz-Weiß. „Da wird einfach mit dem Romantik-Trend und dem Sixties-Feeling mitgegangen”, so Geismann.

„Die Zyklen haben sich stark angenähert”, bestätigt Jürgen Hopf von der Pressevertretung des Unternehmens Rolf Benz in Nagold (Baden-Württemberg). Für die Hersteller birgt dieses Mitreiten auf der Modewelle aber auch Risiken: Gegenüber Klassikern wie schwarzem Leder besteht bei Modefarben und -materialien zum Beispiel immer die Gefahr, darauf sitzen zu bleiben oder auf den Stoffmessen zu wenig eingekauft zu haben.

Lila in den unterschiedlichsten Abstufungen zählte zu den großen Farbfavoriten auf der diesjährigen Möbelmesse. Bei Pullovern und Kleidern sind Violett- und Beerentöne bereits ein Renner. Ob sie es - wie von den Designern propagiert - bald auch im Wohnzimmer sind, darüber sind sich die Experten nicht einig.

„Lila wird nicht kommen. Schon allein, weil es eine Farbe ist, die Männer nicht mögen”, sagt Anne Jung vom Beratungsunternehmen „Form und Folgen” in Rodgau. „Lila wird nicht Rot ersetzen. Es ist aber ebenso im Anmarsch wie Blau”, hält Manfred Spörl vom Hersteller Brühl und Sippold dagegen.

Ähnlich sieht man es bei Rolf Benz: „Beerenfarben sind ein Trend - von Flieder über Lila bis hin zu Rosttönen”, so Hopf. Blau käme im Zuge des im Frühjahr aktuellen Maritimtrends hinzu. Einen Aufwind für Violett und Rosa sieht auch Winfried Titze von der Pressevertretung des niederländischen Polstermöbel-Spezialisten Leolux. Daneben verzeichne das Unternehmen schon seit einiger Zeit eine steigende Nachfrage nach der anderen großen Trendfarbe des kommenden Sommers. „Reines Weiß ist wieder salonfähig geworden”, sagt Titze.

Ein stärkeres Zusammenwachsen von Mode und Möbeln ist aber nicht nur bei den Stoffen, sondern auch bei den Materialien zu beobachten. Ein Beispiel dafür sind die neuen Formstrick-Bezüge für Sofas und Sessel. „Das ist ein Herstellungsverfahren, das aus dem Modebereich kommt”, sagt Jürgen Hopf. Wie ein Pullover oder eine Socke lassen sich die Bezüge über Sitzmöbel ziehen - und erinnern sowohl von der Optik wie von der Haptik her an die derzeit angesagten Schals, Mützen und Pullover in Grobstrick.

„Bei Bezugstoffen gibt es ein totales Out für die Microfaser”, bestätigt Ursula Geismann den Trend zu sinnlicheren Bezugsstoffen. Strick zähle ebenso wie Leder zu den Gewinnern der Entwicklung. „Strukturähnliche Stoffe” nennen sich die gestrickten Bezüge und ihre Verwandten im Fachbegriff. Und auch wenn die Herstellungsverfahren neu sind - zumindest von der Optik her sind sie gute alte Bekannte. „Das erinnert schon ein bisschen an das, was die Oma im Wohnzimmer stehen hatte. Eigentlich ist es ähnlich wie in den sechziger Jahren”, so die VDM-Expertin.

Wie viel Mut Käufer zu neuen Farben und ungewöhnlichen Materialien haben, hängt nicht nur mit Geschmacksvorlieben, sondern auch mit dem Geldbeutel zusammen. „Je hochkarätiger die Zielgruppe, desto mehr trauen sich die Leute”, sagt Anne Jung. Außerdem kommt es darauf an, was angeschafft werden soll. „Je kurzlebiger die Produkte sind, desto eher sind die Verbraucher zu Experimenten bereit”, hat Jung beobachtet. Für die Wohnungseinrichtung heißt das: Während Sofas eher in zeitlosen Farben und Mustern gekauft werden, darf es bei Kissen der modisch letzte Schrei sein. Von Sandra Cantzler, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/03/28/magazin/t/rzo322411.html
Montag, 19. März 2007, 9:21 © RZ-Online (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum    

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet

Sudoku

Kino
Event-Kalender
Kino-Memo-Quiz
Kino-Memo-Quiz
Doppelkarten für Koblenz
oder Mainz zu gewinnen!
Druckversion