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Mittwoch, 8. Feb. 12
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Beruf & Bildung
Tabletten und Streichhölzer: Networking für Profis Köln - Keine Abendveranstaltung ohne Streichhölzer, Papiertaschentücher und Kopfschmerztabletten.
Das ist nicht etwa so, weil Hermann Scherer raucht oder ständig Schnupfen hat, sondern weil die Ausrüstung zum „Small-Talk-Kit” des erfahrenen Netzwerkers gehört. „Ich bin immer wieder ganz verwundert , wie viele Kopfschmerztabletten ich im Jahr weitergebe - doch die Investition lohnt sich”, erklärt der Managementtrainer aus Freising in seinem Buch „Wie man Bill Clinton nach Deutschland holt”. Seit der Verbreitung des Internets hat es sich herumgesprochen, dass wir alle mehr oder weniger Netzwerker sind. „Hier in Köln sagen wir Klüngel”, sagt der Vertriebsmitarbeiter Martin Müller. „Und da ist auch immer noch was dran.” Aber da es den Lebensberuf nicht mehr gebe und Jobwechsel an der Jahresordnung ist, brauche jeder Berufstätige Kontakte, um voranzukommen. Auch Martin Müller tritt , wenn es darauf ankommt, an sein Netzwerk heran und würde beispielsweise eine Rundmail schicken, bräuchte er einen neuen Job. „Ich bekäme auch Angebote”, ist sich Müller sicher. Schließlich hat er jahrelang investiert, Kontakte und Informationen weiter gegeben, Beziehungen gepflegt. Damit angefangen hat der Betriebswirt nach dem Studium, weil er neu in Köln war. Das Netzwerken gelernt hat Martin Müller bei den Wirtschaftsjunioren, einem Verband von jüngeren Führungskräften. Perfektioniert hat er es dank der Internetplattform „Xing.com”, über die er 3000 Kontakte online verwaltet: „Macht 3000 Geburtstagsgrüße im Jahr, die ich per E-Mail verschicke”, erklärt der Account Manager. Die sehr guten, mit denen er mindestens einmal im Monat in Kontakt ist, kennzeichnet er als A-Kontakte: „Das sind immerhin fast 500.” Um alle Kontakte auf dem aktuellen Stand zu halten, benötigt Vertriebsleiter Müller etwa eine Stunde seiner Arbeitszeit täglich. „Das ist für meinen Chef okay, schließlich gehört Kontaktpflege zu meinem Arbeitsbereich.” Dazu kommen noch Business-Veranstaltungen virtuell oder ganz real am Abend. Schon im fünften Jahr organisiert Yvonne Laage Visitenkartenpartys in 14 bundesdeutschen Städten. „Meine Gäste kommen in der Regel allein, und sie kommen alle aus demselben Grund: Sie wollen Kontakte knüpfen.” Dafür bietet die Hamburger Unternehmerin ein Forum: An Profilwänden stellen sich alle Teilnehmer vor. Zusätzlich erleichtern Animationsspiele wie das „Visitenkartenbingo” die Kontaktaufnahme. „Netzwerken” nennt Yvonne Laage diese oder andere Versuche, das eigene Netzwerk zu erweitern. Networking ist für die Expertin dagegen der dauerhafte Prozess, die eigentliche Kontaktpflege dahinter. Und die ist manchmal ein knallhartes Geschäft: „Wenn ich jemanden vermittele oder empfehle, der sich aber dafür nicht erkenntlich zeigt, dann vermerke ich das.” Der Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München ist das viel zu berechnend. In der neuesten Ausgabe des Handbuchs „Durchstarten zum Traumjob” weist die Co-Autorin aber nach, dass drei Viertel aller Jobs nicht über Ausschreibungen, sondern über Bekannte und Kontakte, auch über virtuelle Plattformen wie „Xing.com” vergeben werden. Literatur: Hermann Scherer: Wie man Bill Clinton nach Deutschland holt. Networking für Fortgeschrittene, Campus ISBN-13: 978-3-593-37766-7, 24,90 Euro; Richard Nelson Bolles: Durchstarten zum Traumjob, Campus, ISBN-13 978-3-593-38243-2, 24,90 Euro (März 2007). Virtuelle Plattform: www.xing.com Von Deike Uhtenwoldt, dpa dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/07/04/17/service/berufbildung/t/rzo320736.html |
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