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Freitag, 14. Juni 13

Frie­dels­heim/Stutt­gart (dpa/lrs) - Die vier Inno­vati­ons­preise in Gold der Wein­bau­fach­messe „In­ter­vitis” gehen nach Baden-Würt­tem­berg, Rhein­land-Pfalz, Nord­rhein-West­falen und Frank­reich.

Baum­hol­der - Mehr als 1200 militäri­sche und zivile Spe­zia­lis­ten aus 42 Natio­nen wollen in einer zwei­wöchi­gen Übung die Leis­tungs- und Ver­net­zungs­fähig­keit ihrer Kom­muni­kati­ons­sys­teme testen.

Haßloch/Fran­ken­thal (dpa/lrs) - Elf Jahre nach dem gewalt­samen Tod einer Geschäfts­frau im pfäl­zischen Haßloch ist der Täter gefasst. Ein 48 Jahre alter Mann aus dem Kreis Bad Dürk­heim habe die Tat nach seiner Fest­nah­me...

Mainz - Ein pen­sio­nier­ter Post­beam­ter, dem nach der Ver­set­zung in den Ruhe­stand trotz seiner Hin­weise noch drei Jahre lang volle Bezüge gezahlt wurden, kann mög­licher­weise einen Teil des zu viel gezahl­ten Gel­des...

Bo­lan­den/Bran­dis - Für den Solar­park „Wald­polenz” in Sach­sen, der von dem Ener­gie­unter­neh­men juwi aus Bolan­den (Don­ners­berg­kreis) betrie­ben wird, haben am Montag die Bau­arbei­ten begon­nen. Bis 2009 soll auf dem Gelän­de...

Gemünd - Die Eifel-Kom­munen wollen den West­wall, eine Grenz­befes­tigung aus dem Zweiten Welt­krieg, künftig tou­ris­tisch besser nutzen. Die Kom­munen spürten ein wach­sen­des Inter­esse an den Bun­ker­anla­gen...



Mund­art, His­torie und Land­schaft:

Unser Land reizt mit Klein­oden

Rhein­land-Pfalz - His­torisch reiz­voll und kos­mopo­litisch modern, bedacht auf Tra­dition und mit Gefühl für die Heimat: Das alles ist Rhein­land-Pfalz, das prägt Typi­sches und Typen im Lan­d. "Ich bin Rhein­land-Pfäl­zer": Selten gehört. Was dem Hessen oder Bayern selbst­ver­ständ­lich erscheint, scheint hier­zulande eher schwer über die Lippen zu gehen.

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Ge­schich­te, Sagen und Tra­dition - die Cochemer Reichs­burg, der Lore­ley­fel­sen und der Mainzer Rosen­mon­tags­zug stehen exem­pla­risch für die Viel­falt, die das Leben im Land prägt. Doch da gibt es noch einiges mehr Altes und Neues, Gewach­senes und Geschaf­fenes, Fei­erli­ches und Sport­liches: Wein-Wan­der­wege und Vul­kan-Seen, flotte Flitzer am Ring und im Sta­dion, Aus­gra­bun­gen der Römer-Spu­ren und Umgra­bun­gen für Flughä­fen...

Und das mag nicht allein am Bin­destrich zwi­schen dem Rhein­land und der Pfalz liegen, der im Alltag so wenig gefühlt wird. Wir sind Rhein­län­der, Pfäl­zer, Kowe­len­zer, Huns­rig­ger, Wäller, Meenzer - die Hei­mat-Scholle zählt. Das Selbst­bewusst­sein gründet auf der Region, gerne auch mit einer necki­schen Spitze in Rich­tung Nach­barn. Eine Tat­sache, die der his­tori­schen Ent­wick­lung geschul­det ist. Die Men­schen im neu zu grün­den­den Rhein­land-Pfalz einte nach 1945 allen­falls dies: "dass sie alle seit rund 150 Jahren mehr oder weniger in Grenz­gebie­ten wohn­ten, gleich­sam im Abseits gestan­den hat­ten", so der Mainzer Zeit­his­tori­ker Michael Kißener in seiner "Klei­nen Geschichte des Landes Rhein­land-Pfalz".

60 Jahre später ist Rhein­land-Pfalz längst aus dem Abseits in die Mitte gerückt - zeit­weise, bis zur jüngs­ten EU-Erwei­terung, sogar geo­gra­fisch ver­bürgt. Klein­maischeid im Wes­ter­wald als Mit­tel­punkt der Europäi­schen Union - ein hüb­sches Bild für dieses Land mit wenigen Zen­tren, aber einer Fülle von regio­nalen Beson­der­hei­ten.

Su­per­lative vor­zuwei­sen

Frei­lich haben wir Super­lative vor­zuwei­sen: die welt­berühmte Renn­stre­cke am Nür­burg­ring, die betörende und wohl inter­natio­nal bekann­teste deut­sche Sagen­gestalt Lore­ley, die his­tori­schen Römer­ther­men in Trier, die ähnlich alte Bäder in Rom blass erschei­nen las­sen.

Doch das Typi­sche im Kleinen - das macht das Lie­bens­werte an Rhein­land-Pfalz vor allem aus. Es ist ein Land, wo andere Urlaub machen, 7,4 Mil­lio­nen Tou­ris­ten kamen im ver­gan­genen Jahr. Und sie können kaum irren - selbst falls sie, knapp dane­ben, im Sou­venir­shop in St. Goar zur ori­ginal Schwarz­wäl­der "Cuckoo Clock" grei­fen. Tho­net-Stühle aus Boppard, Sahm- und Rastal-Glä­ser aus Höhr-Grenz­hau­sen, edle Steine aus Idar-Ober­stein, Straußen­wirt­schaf­ten und Spit­zen­weine an Mosel und Rhein, Man­delblüte in der Pfalz und Fuß­ball-Fie­ber in Kai­sers­lau­tern, Mainz und Koblenz - das alles trägt die Facet­ten der Lebens­kunst und -lust in Rhein­land-Pfalz weit über die Grenzen hin­aus.

Auch wenn die Ver­stän­digung - rein akus­tisch - eine Her­aus­for­derung und bereits für des Hoch­deut­schen Mäch­tige nicht immer ganz unfall­frei ist: Die Kul­tur­for­men in Pfalz und Huns­rück, Rhein­hes­sen, Taunus, Eifel, Wes­ter­wald und den Flusstä­lern schla­gen sich auch in der Mundart nieder. Und zwar nicht nur in den Kar­nevals- und Fast­nachts-Rufen: "Ordnen Sie fol­gende Rufe den Regio­nen von Süden nach Norden zu: Helau, Holau, Ahoi, Alaaf, Mayoh, Olau" - ob Günther Jauch mit dieser Frage die Million los wür­de?

Nahezu baby­loni­sches Dia­lekt­gewirr

Bei der Mundart in Rhein­land-Pfalz gilt: Jedem die seine - ein nahezu baby­loni­sches Dia­lekt­gewirr. Aller­dings eines, an dem sich nicht nur Hei­mat­for­scher ent­zücken können. Ein Füll­horn an his­tori­schen Wurzeln (der dem franzö­sischen ,Jean' ent­lehnte Koblen­zer Schän­gel nur als eines von unzäh­ligen Bei­spie­len) und längst kein Grund für man­gelnde Inter­natio­nalität: Selbst Asterix spricht seit 2006 Huns­rücker Plat­t.

Und auch die Post widmet sich den Reizen der Region: Wer will, kann seine Grüße aus St. Goar mit einer roman­tischen Son­der­marke "Welt­kul­tur­erbe Oberes Mit­tel­rhein­tal" schmü­cken. Rhein, Mosel und Lahn bedeu­ten indes viel mehr als prä­gnante Bild­motive: "Ver­kehr, Handel und Offen­heit prägen Fluss­land­schaf­ten - das über­wiegt wohl auch die Nach­tei­le", meint die Mainzer Volks­kund­lerin Dr. Hil­degard Frieß-Rei­mann. Die Nach­teile, die da wären: Das Hoch­was­ser bringt regel­mäßig nasse Füße, wer am Wasser baut, hat das sai­sonale Kel­lerräu­men meist mit­gepach­tet. Das braucht Gelas­sen­heit - und ein Gespür für den rich­tigen Moment.

Womit wir bei den Winzern wären: Denn wie könnte ohne diese beiden Tugen­den ein richtig guter Tropfen ent­ste­hen? Selbst den steils­ten Lagen wird so ihr Bestes abge­trotzt. 65 Grad Neigung auf 380 Meter Höhe nutzen dem Calmont nichts: Der Mosel­hang wird tapfer erklom­men, zur Trau­benernte - aber auch einfach als Spor­t.

Sogar zum Win­ter­sport locken die Höhen, bis auf luftige 818 Meter: Vom Erbeskopf im Huns­rück geht es rasant abwärts, wenn es nicht schneit, dann halt auf der Som­mer­rodel­bahn. Über­haupt ist Rhein­land-Pfalz ein Land, in dem Natur erleben richtig Freude macht. Das haben auch die Tou­ris­tiker erkannt - und locken mit The­men­wan­der­wegen auf Rhein­steig und Co.

Viele Nach­barn

Wer will, kann natür­lich in die Ferne schwei­fen: Unser Land schmiegt sich an die Nach­barn, es ist nicht weit nach Brüs­sel, Ams­ter­dam, Luxem­burg und sogar Paris. Auch größere Sprünge meis­tern ein­hei­mische wie fremde Rei­sende nun kos­mopo­litisch: Vom Hahn aus heben sie ab in alle Him­mels­rich­tun­gen - nach Mal­lorca oder Marra-kesch, Dublin oder Dan­zig.

Und trotz­dem muss es daheim beson­ders schön sein: Während einer Umfrage zufolge in ganz Deutsch­land mit 37 Prozent jeder Dritte glaubt, derzeit seine glück­lichste Zeit zu erle­ben, sind es hier 43 Pro­zent. Die meisten Glück­lichen leben in Rhein­land-Pfalz - wen über­rascht's?

Doris Betzl


http://rhein-zeitung.de/on/07/04/23/rlp/r/regio.html
Montag, 23. April 2007, 10:10 © RZ-Online GmbH (aj)
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