IVWPixel Zählpixel
Nachrichten Sport Magazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Service & Kontakt
Ticker Wetter Regionales Foto des Tages Karikatur Kalender Forum Archiv
Freitag, 14. Juni 13

Mann­heim/Lud­wigs­hafen (dpa/lrs) - Die Aktionäre des welt­größten Che­mie­kon­zerns BASF treffen sich morgen (Don­ners­tag/10.00) zur Haupt­ver­samm­lung des Unter­neh­mens. Im Mann­hei­mer Con­gress Center Rosen­gar­ten werden mehr als...

Mör­fel­den - Kurz vor Ablauf der Frie­dens­pflicht gehen die Tarif­ver­hand­lun­gen der Metall- und Elek­tro­indus­trie in Hessen, Rhein­land-Pfalz und im Saar­land morgen (Don­ners­tag/10.00) in die vierte Runde.

Mainz - Betreu­ungs­ange­bote für Klein­kin­der, der Einsatz von Sai­son­arbei­tern auf dem Spar­gel­feld und der Weinbau sind morgen (Don­ners­tag/09.30) Thema im rhein­land-pfäl­zischen Landtag in Mainz.

Mainz - Der Stand­ort Rhein­land-Pfalz wird bei der Neu­orga­nisa­tion der Bun­des­poli­zei gestärkt. „Es wird künftig deut­lich mehr Poli­zei­beamte des Bundes im Land geben, ins­beson­dere im Poli­zei­voll­zug”...

Saar­brü­cken - Ange­sichts der fest­gefah­renen Gespräche um den mas­siven Stel­lenab­bau bei der Telekom hat ver.di Saar für diesen Don­ners­tag und Freitag weitere Warn­streiks angekün­digt.

Saar­brü­cken - Die saar­län­dischen Firmen beur­tei­len ihre aktu­elle Geschäfts­lage und ihre Aus­sich­ten derzeit so positiv wie schon lange nicht mehr. Wie die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer des Saar­lan­des am Mitt­woch in...



Ob im Verein oder in der Pro­jekt­arbeit:

Eine Million Rhein­land-Pfäl­zer "tun was"

Feu­erwehr­jubiläum! Vom Landrat bis zu den Grund­schul­kin­dern stehen die Gra­tulan­ten Schlange beim 75. Geburts­tags­fest der frei­wil­ligen Feu­erwehr in Schal­ken­bach (Kreis Ahr­wei­ler). Nicht nur zum "Lö­schen, Helfen, Ber­gen", auch aus dem Ver­eins­leben ist die Wehr nicht weg­zuden­ken - eines von vielen Gesich­tern des Ehren­amts im Land. Zum klas­sischen Ver­eins­wesen kamen im Laufe der Zeit neue Formen des frei­wil­ligen Ein­sat­zes hinzu: Selbst­hilfe, Part­ner­schafts­ver­eine, Bür­ger­stif­tun­gen, das Mit­wir­ken an Pro­jek­ten.

rlp1.jpg

Stif­terin und selbst aktiv: Edith Peter (80) hilft ehren­amt­lich im Büro der Koblen­zer Bür­ger­stif­tung.

Fast 40 Prozent der Über-14-Jäh­rigen sind ehren­amt­lich aktiv - wohl­gemerkt: Sie "tun was", um mit dem Slogan der Lan­des­regie­rung zu spre­chen, sind nicht nur pas­sives Ver­eins­mit­glied. Das sind sechs Pro­zent­punkte mehr als 1999, wie die zweite Lan­des­stu­die zum frei­wil­ligen Enga­gement im Jahr 2004 ergab. "Damit hat sich Rhein­land-Pfalz inner­halb von fünf Jahren aus dem Mit­tel­feld auf Platz zwei der Bun­des­län­der gescho­ben, neben Hes­sen", sagt Frank Heu­ber­ger, Koor­dina­tor für das Poli­tik­feld "Ehren­amt" in der Mainzer Staats­kanz­lei. In Zahlen heißt das eine Million Aktive. Auf der Inter­net-Platt­form der Lan­des­regie­rung unter dem Motto "Wir tun was" finden sich mehr als 12.400 Ein­träge von Verei­nen, Gruppen und Ini­tia­tiven - ohne Anspruch auf Vollstän­dig­keit.

Tra­ditio­nell stark enga­gie­ren sich die Lan­des­kin­der im Bereich "Sport und Bewe­gung" (11,5 Prozent der Über-14-Jäh­rigen) sowie in Kirche und Reli­gion (6,5 Pro­zent). Im Bun­des­ver­gleich über­durch­schnitt­lich aktiv sind sie auf den Gebie­ten Kultur, Musik, Frei­zeit und Gesel­lig­keit sowie im poli­tischen Ehren­amt. Letz­teres erklärt sich aus der Kom­munal­struk­tur: Kaum ein anderes Land hat im Ver­hält­nis zur Bevöl­kerung so viele ehren­amt­liche Rats­mit­glie­der wie Rhein­land-Pfalz mit seinen 163 Ver­bands- und mehr als 2000 Orts­gemein­den.

Ent­wick­lung nicht erforscht

Die Ent­wick­lung des Ehren­amts in den sechs Jahr­zehn­ten seit der Lan­des­grün­dung ist nicht erforscht. Fest steht: Ehren­amt muss mit der Zeit gehen, wenn der Nach­wuchs nicht aus­blei­ben soll. Viele Tra­diti­ons­ver­eine und die Frei­wil­ligen Feu­erweh­ren über­stan­den den Krieg oder lebten danach wieder auf. Heute zählt der Lan­des­sport­bund in seinen Mit­glieds­ver­einen 150.000 ehren­amt­liche Mit­arbei­ter, die Liga der fünf großen Wohl­fahrts­ver­bände rund 100.000, die Feu­erweh­ren 65.000 Akti­ve.

rlp2.jpg

Klas­sisches Ehren­amt: Die Frei­wil­lige Feu­erwehr der Wes­ter­wald-Stadt Bad Mari­enberg bei einer Übung in den 80er-Jah­ren.

Neue Betäti­gungs­fel­der eröff­neten sich im Zuge der Ver­söh­nung mit den europäi­schen Nach­barn. Seit einem halben Jahr­hun­dert wirkt der Part­ner­schafts­ver­ein Rhein­land-Pfalz/Bur-gund. Die sozia­len und poli­tischen Bewe­gun­gen der 60er- und 70er-Jahre wei­teten den Blick für globale Zusam­men­hänge: In "Eine-Welt-Läden" ver­kau­fen Ehren­amt­ler Pro­dukte aus der Dritten Welt, seit einem Vier­tel­jahr­hun­dert sprießen Gras­wur­zel-Part­ner­schaf­ten unter dem Dach von "Rhein­land-Pfalz/Ru­anda". Daneben haben in den ver­gan­genen Jahren viele Betrof­fenen-Ini­tia­tiven von der Sucht­bekämp­fung bis zur Erwerbs­losen-Selbst­hilfe ihr "Sil­ber­jubiläum" gefei­ert.

Nicht nur die Themen ändern sich, auch die Formen. Die Bereit­schaft nimmt ab, sich lang­fris­tig an einen Verein zu binden. Ande­rer­seits wollen viele ihr Wissen und Können für bestimmte Pro­jekte und begrenzte Zeit in den Dienst der Gemein­schaft stel­len. Diesem Trend tragen 17 Ehren­amts-Bör­sen im Land Rech­nung, indem sie Angebot und Nach­frage zusam­men­führen.

"Bür­ger­schaft­liches Enga­gement"

So treten neben das klas­sische "Ehren­amt" neue frei­wil­lige Akti­vitäten unter dem Ober­begriff "Bür­ger­schaft­liches Enga­gement". "Dabei steht der Wunsch im Vor­der­grund, die Gesell­schaft ein Stück mit­zuge­stal­ten", erklärt Heu­ber­ger. Gleich­zei­tig erwar­ten die Aktiven mehr öffent­liche Aner­ken­nung und Ver­wert­bar­keit für ihr beruf­liches Fort­kom­men. Das Land hat deshalb ein Zer­tifi­kat aus der Taufe geho­ben, das Leis­tun­gen und Fähig­kei­ten aus dem frei­wil­ligen Enga­gement für die Arbeit­geber doku­men­tier­t.

Noch recht jung ist die Idee der "Bür­ger­stif­tung", von der es bisher fünf im Land gibt. Inspi­riert vom angelsäch­sischen Raum mit seiner starken Stif­tungs­kul­tur, wollen auch hier­zulande immer mehr Men­schen ihr Ver­mögen "von Bürgern für Bürger" arbei­ten lassen - und sei es, dass sie die Stif­tung im Testa­ment beden­ken. Die jüngste Bür­ger­stif­tung wurde im März von mehr als hundert Stif­tern in Koblenz aus der Taufe geho­ben. Heu­ber­ger hofft, dass ihre Zahl bald steigt, und fasst ein wei­teres Gebiet ins Auge: Unter­neh­men enga­gie­ren sich für ihr sozia­les Umfeld. Einige große wie Boeh­rin­ger oder BASF tun das schon. Es gilt, auch den Mit­tel­stand dafür zu gewin­nen, so Heu­ber­ger.

Ein wei­teres Ergeb­nis der Ehren­amts­stu­die macht ihn jeden­falls zuver­sicht­lich. Ein Drittel der Über-14-Jäh­rigen gab an, sich künftig frei­wil­lig enga­gie­ren zu wollen, bei den Befrag­ten mit Zuwan­derungs­hin­ter­grund sagten das sogar 38 Pro­zent. Heu­ber­ger ist sicher: "Das Poten­zial ist da."

Clau­dia Renner


http://rhein-zeitung.de/on/07/04/25/rlp/r/regio.html
Mittwoch, 25. April 2007, 08:45 © RZ-Online GmbH (aj)
Artikel empfehlen    Leserbriefe     Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
Event-Kalender
RZ-Tickets
Neu im Kino Neu im Kino Kino-Programm
Klasse Intermedial
Newsletter
Druckversion
Lexikon
Sie kennen ein Wort nicht?
Doppelklick genügt!
Sudoku