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Dienstag, 11. Aug. 20

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Drohende Abhängigkeit: Schmerzmittel möglichst nicht kombinieren

Berlin/Kiel - Wenn der Schädel brummt, ist Hilfe meist schnell zur Hand: Ein Schmerzmittel herunterspülen - und weg ist die Pein.

Brummschädel

Bei starken Kopfschmerzen helfen Schmerzmittel. (Bild: Schierenbeck/dpa/gms)

Wenn die Ursache des jeweiligen Schmerzes bekannt ist, spricht nichts gegen eine Selbstmedikation.

Die ersten drei Plätze in der Verkaufscharts für rezeptfreie Schmerzpräparate teilen sich die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Paracetamol. Nicht jeder dieser Wirkstoffe ist jedoch für jeden Patienten gleich gut geeignet.

„Das Problem fängt an, wenn Schmerzen immer wieder auftauchen”, sagt Prof. Hartmut Göbel, ärztlicher Direktor der Schmerzklinik Kiel. Müssen Schmerzmittel dauerhaft eingenommen werden, sollte sich ein Profi der Sache annehmen, der sich auf die Suche nach den Ursachen macht.

Für die Selbstmedikation von Schmerzmitteln gibt die Pharmazeutin Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin folgende Faustregel vor: „Nicht länger als drei Tage hintereinander, nicht häufiger als zehn Tage im Monat.” Um eine schnelle Wirkung zu erzielen, sollten Schmerzmittel möglichst auf nüchternem Magen geschluckt werden. Und sie sollten grundsätzlich mit einem Glas Flüssigkeit und möglichst in Form von Brausetabletten oder -granulaten eingenommen werden.

Nach Angaben des Branchendienstleisters IMS Health in Frankfurt/Main ist Paracetamol das in Deutschland am häufigsten verkaufte rezeptfreie Schmerzmittel. Auf Platz zwei und drei folgen Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen.

Hartmut Göbel rät, Präparate zu verwenden, die nur aus einem einzigen Wirkstoff bestehen. Kombinationspräparate, die ASS, Paracetamol und auch Koffein enthalten, lehnt er ab: „Die führen sehr schnell dazu, dass man sich daran gewöhnt.” Bei den so genannten Monopräparaten bestehe keine Gefahr, abhängig zu werden.

Der Aspirin-Wirkstoff ASS wirkt, indem er die Freisetzung von Schmerzsubstanzen hemmt. Dies geschieht an den Synapsen, den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Im zentralen Nervensystem aktiviert es laut Hartmut Göbel die Schmerzabwehr. Zudem wirkt ASS entzündungshemmend und fiebersenkend.

ASS ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Bestimmte Personengruppen sollten den Wirkstoff dennoch meiden: „Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte es nicht nehmen”, sagt Sellerberg. Gleiches gelte bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren. Um eine empfindliche Magenschleimhaut zu schützen, sollte bei Acetylsalicylsäure vorher etwas gegessen werden. Auch Asthmatiker sind gut beraten, auf ASS zu verzichten. Und Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft sollten ASS nur nach Rücksprache mit dem Arzt nehmen. Vor Zahnarztbesuchen ist die Einnahme von ASS ebenfalls wenig ratsam, da es die Blutgerinnung heruntersetzt.

Ibuprofen wirkt ähnlich wie ASS und hat auch ähnliche Nebenwirkungen. „Es ist aber nicht so potent wie das Aspirin. Es wirkt kürzer, aber dafür schneller”, erklärt Hartmut Göbel. Ibuprofen hat zudem eine krampflösende Komponente. Paracetamol wirkt direkt im Gehirn: „Das Besondere am Paracetamol ist, dass es sehr gut verträglich ist.” Sprich: alle, die das ASS nicht nehmen dürfen, sind mit Paracetamol gut beraten. Von Arnd Petry, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/04/25/service/gesundheit/t/rzo327239.html
Mittwoch, 11. April 2007, 9:18 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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