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Dienstag, 11. Aug. 20

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Zeckengefahr: Impfung und Vorsicht verringern Risiko

Berlin/Jena - Der Schutz vor Zeckenbissen wird immer wichtiger: Denn die von den Insekten übertragene Gehirnentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), breitet sich in Deutschland immer weiter aus.

Zecken

Zeckengefahr herrscht nicht mehr nur in Risikogebieten.(Bild: zecken.de/dpa/gms)

Von 2004 bis 2006 hat sich die Zahl der Erkrankungen laut Robert-Koch-Institut in Berlin von 274 auf 541 verdoppelt. Erstmals wurden in diesem Jahr auch in den Wintermonaten Infektionen gemeldet. Außerdem erkranken nach Schätzungen der Gesundheitsämter jährlich 60 000 bis 80 000 Deutsche an der Bakterien-Infektion Borreliose, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird.

Ein Grund für die Ausbreitung der Krankheiten ist, dass es mehr Zecken gibt als je zuvor. Bislang ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) die häufigste Zecke in Mitteleuropa. Sie ist schon bei sieben bis zehn Grad aktiv. „Durch zunehmenden Tourismus wurde zudem eine neue Zecke, die Auwaldzecke, aus feucht-warmen Regionen zu uns eingeschleppt”, erklärt Prof. Heinz Mehlhorn, Leiter des Instituts für Zoomorphologie, Zellbiologie und Parasitologie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. „Außerdem liegt die Braune Hundezecke auf der Lauer. Sie ist bis Grenoble vorgedrungen.”

Alle drei Zecken können FSME-Erreger und Bakterien übertragen, die für Borreliose verwantwortlich sind. „Je wärmer es ist, umso schneller entwickeln sich die Erreger im Tierkörper”, erklärt Mehlhorn. Das hat auch Auswirkungen auf die Schwere der Infektion.

FSME-Erkrankungen häufen sich in bestimmten Risikogebieten wie Bayern oder dem Schwarzwald. Aber auch außerhalb der offiziellen Risikogebiete gibt es Einzelerkrankungen. „Es werden auch FSME-Fälle gemeldet aus Regionen, wo es sie vorher nicht gab”, erklärt Prof. Jochen Süss vom Friedrich-Loeffler-Institut in Jena. Auf der Internetseite www.zecken.de sind Karten zu finden, welche auch diese Einzelerkrankungen erfassen. „Jeder, der in einem Risikogebiet lebt oder sich kürzer oder länger darin aufhält und im Freien unterwegs ist, sollte sich unbedingt gegen FSME impfen lassen”, rät Süss.

Die Impfstoffe werden über neun bis zwölf Monate verabreicht. Möglich ist auch eine Schnellimmunisierung binnen 21 Tagen. Eine Auffrischung erfolgt nach drei Jahren. „Innerhalb von Deutschland übernehmen die Kassen die Kosten”, sagt Rainer Oehme, Infektiologe am Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in Stuttgart. Doch selbst in Risikogebieten liegt die Impfrate nach Schätzungen unter 25 Prozent.

Ob geimpft oder nicht - ein Zeckenstich sollte in jedem Fall vermieden werden. Ganz Deutschland ist Risikogebiet für Borreliose. Und gegen sie gibt es keine Impfmöglichkeit. „Ein wichtiger Schutz sind Insekten-Repellents”, sagt Süss. Das Mittel sollte bei Ausflügen in die Natur auf Haut und Kleidung gesprüht werden. Daneben muss den Zecken der Weg an die Haut erschwert werden. „Tragen Sie lange, möglichst eng anliegende Kleidung”, empfiehlt Oehme. Außerdem sollte der Körper abgesucht werden - vor allem Kniekehlen, Achselbeugen, Leisten und Haaransatz.

Jede Zecke muss schnellstmöglich beseitigt werden. Bleibt dabei der Stechapparat hängen, kann zwar eine Hautreizung entstehen. Entscheidend ist aber, dass der Körper und damit die Speicheldrüsen mit den FSME-Viren und der Darm mit den Borrelien entfernt werden. Dann sollte die Stichstelle gereinigt, desinfiziert und beobachtet werden. Typisch für Borreliose ist eine größere, kreisförmige Rötung, die sich nach außen verbreitet: die so genannte Wanderröte. Tritt sie auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden, der die Krankheit behandelt. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/04/25/service/gesundheit/t/rzo328923.html
Mittwoch, 18. April 2007, 10:21 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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