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Mittwoch, 02. Mai 07

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Ein Hoch aus dem Norden: Skandinavische Mode macht Furore

Kopenhagen/Stockholm (dpa) - Der Wind hat sich gedreht. Strömten Modetrends bislang eher aus südlichen Ländern wie Italien und Frankreich ein, bringt nun eine frische Brise aus dem Norden einen neuen, unkomplizierten Kleidungsstil nach Deutschland.

Skandinavische Mode

Zwei Modelle tragen Kleidung der skandinavischen Modefirma Sand. (Bild: dpa)

Geheimtipp waren sie ja schon eine Weile, die Designer aus Kopenhagen und Stockholm. Doch derzeit wächst ihre Fangemeinde so rasant, dass manche schon von einem „Hype” sprechen. Skandinavische Mode? Lange Zeit stand dafür einzig und allein H&M. Zwar hat der Textil-Koloss seinen Ursprung in Schweden, mit seinem Konzept der Schnellstverwertung internationaler Laufstegtendenzen, ist er letztlich jedoch eher frei von einer nationalen Identität.

Nicht kopieren, sondern selbst Trends setzen, lautet hingegen der Anspruch der Designer aus dem Norden. By Malene Birger, Day Birger et Mikkelsen, Bruuns Bazaar oder Munthe plus Simonsen heißen einige der Topmarken aus Dänemark, denen das derzeit so trefflich gelingt. Vom Nachbarn Schweden haben es J. Lindeberg, Acne Jeans, Tiger of Sweden oder Filippa K. bisher zu großem internationalen Bekanntheitsgrad gebracht.

Deutsche Einkäufer geraten fast ins Schwärmen, fragt man sie nach ihren Erfahrungen mit diesen Kollektionen. Das in Frankfurt/Main erscheinende Fachmagazin „TextilWirtschaft” zitiert die Händler mit Aussagen wie „hoher Designanspruch, aber keine Designerpreise” oder „Proportionen, die näher an der deutschen Wirklichkeit liegen, als das, was etwa die Italiener bieten”. Man lobt den Mut, das Gespür für Kommendes, aber auch den Realitätssinn der Skandinavier, die Unkompliziertheit ihrer Kleidung. Der Stil der Schweden ist pur und nüchtern, wogegen der dänische eher auf dekorative Elemente aus Romantik, Ethno und Hippie zurückgreift.

Kopenhagen gilt bei Kennern schon seit geraumer Zeit als eine der neuen Trendmetropolen. Zwei Mal im Jahr findet hier die „Copenhagen Fashion Week” mit einem Mix aus mehreren Messen und aufwendig inszenierten Modenschauen statt. Die Defilees der dänischen Designer weisen mittlerweile ein ähnliches Niveau auf wie die der berühmten „Schwestern” in Paris oder Mailand - inklusive der in diesen Städten üblichen halbstündigen Verspätung.

„Unserer Wirtschaft geht es gut, die Menschen verdienen entsprechend und wollen sich etwas leisten. Sie legen Wert auf gutes Design”, sagt Bettina Bakdal, die Designerin von InWear, die darin einen Grund für das Aufblühen einer kreativen Szene sieht. Thomas Ulstrup, Brand-Manager dieser Marke, erklärt: „Wir leben in einer sehr offenen Gesellschaft. Jeder darf hier sagen, was er denkt. Schon Lehrlinge werden angehalten in einem Unternehmen ihre Vorschläge einzubringen.” Das fördere den Mut zu Individualität und schärfe den Weitblick.

In der Tat hat Design aus dem Norden bereits einen guten Ruf in der Welt. In den 50er und 60er Jahren waren es vor allem dänische Möbeldesigner, die ihre Spuren hinterließen. Dazu kommen die Bausteine von Lego, die Hi-Fi-Anlagen von Bang & Olufsen und - aus Finnland - Mobiltelefone von Nokia. All diese Produkte streben nach einer perfekten Mischung aus Funktionalität und Ästhetik.

Heute bringt Dänemark ständig neue Marken und Designer hervor. „Mit den Erfolgen der Etablierten wächst das Selbstbewusstsein der Jungen. Sie haben keine Scheu vor dem Wagnis, weil sie sehen, dass Wagnis sich auszahlt”, sagt etwa Søren Sand. Zusammen mit seiner Frau Lene lenkt er die Geschicke des Labels, das den gemeinsamen Nachnamen trägt.

Nicht zuletzt können Dänen und Schweden im Ausland mit einem eher emotionalen Verkaufsargument wuchern. Beide Völker genießen gerade bei den Deutschen viel Sympathie. Ein „Markenimage” von nahezu unschätzbarem Wert. Von Axel Botur, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/02/magazin/szene/t/rzo327294.html
Mittwoch, 11. April 2007, 11:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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