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Mittwoch, 02. Mai 07

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Deutscher Filmpreis: „Parfum” und „Vier Minuten” sind Favoriten

Berlin - Die Fußstapfen sind groß, die Erwartungen riesig.

Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) verliebt sich in den Duft des Mirabellen-Mädchens (Karoline Herfurth.

Gleich drei Favoriten gibt es beim 57. Deutschen Filmpreis, der am Freitag (4.5.) in Berlin verliehen wird.

Jeweils acht Mal sind Tom Tykwers Bestseller-Verfilmung „Das Parfum” und Chris Kraus' Gefängnisfilm „Vier Minuten” nominiert. Stefan Ruzowitzkys Berlinale-Beitrag „Die Fälscher” über Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen geht mit sieben Nominierungen an den Start. Alle drei Regiearbeiten sind auch in der Kategorie „Bester Spielfilm” nominiert.

Dass die Auszeichnung als bester nationaler Film der Anfang einer internationalen Karriere sein kann, hat der letztjährige Lola-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck bewiesen. Sein Stasi-Drama „Das Leben der Anderen” holte anschließend nicht nur den Europäischen Filmpreis, sondern schließlich sogar den Oscar. Auch Fatih Akin, mit „Gegen die Wand” der große Filmpreis-Gewinner des Jahres 2004, macht inzwischen weltweit Karriere. Sein jüngster Film „Auf der anderen Seite” läuft im Wettbewerb um die Goldene Palme bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes.

Die Hoffnungen der Nominierten dürften also beträchtlich sein - nicht zuletzt, weil es bei dem mit insgesamt 2,9 Millionen Euro höchstdotierten deutschen Kulturpreis auch um hohe Gewinnprämien geht. Ganze 500 000 Euro gibt es für den Gewinner des „besten Spielfilms”; die Preissumme muss allerdings für ein neues Filmprojekt investiert werden.

Zum dritten Mal entscheiden die inzwischen 900 Mitglieder der Deutschen Filmakademie unter Vorsitz der Schauspielerin Senta Berger über die Preisträger. Die Juryauswahl zeigt die Vielfalt und damit die gegenwärtige Stärke des deutschen Films: Von Tykwers in Hollywood-Manier designter Kinoversion von Patrick Süskinds Roman „Das Parfum” bis zu dem immerhin noch fünf Mal nominierten Heimatfilm „Wer früher stirbt ist länger tot” von Marcus H. Rosenmüller ist fast jedes Genre dabei. Als beste Spielfilme sind auch die Tragikomödie „Emmas Glück” von Sven Taddicken und das Drama „Winterreise” von Hans Steinbichler im Rennen.

In 15 Kategorien wird der Filmpreis verliehen. Nicht vorbeigehen kann die Jury wohl an der 25-jährigen Hannah Herzsprung, die für ihre furiosen Rollen in „Vier Minuten” und „Das wahre Leben” (Regie Alain Gsponer) sowohl als beste Haupt- als auch beste Nebendarstellerin nominiert ist. Als beste Schauspielerin ist auch Monica Bleibtreu im Rennen, die in „Vier Minuten” die Klavierlehrerin der von Herzsprung verkörperten Gefängnisinsassin spielt. In der Endrunde ist außerdem Jördis Triebel für „Emmas Glück”.

Als beste Schauspieler sind Josef Bierbichler für „Winterreise” und Karl Markovics für „Die Fälscher” in der Auswahl. Jürgen Vogel wurde für seine Rolle eines Vergewaltigers in Matthias Glasners „Der freie Wille” nominiert. Den kontrovers diskutierten Film auch ins Rennen um den Hauptpreis zu schicken, dafür fehlte der Jury aber offenbar der Mut.

Ein Gewinner steht schon fest: Der in Los Angeles lebende Schauspieler Armin Mueller-Stahl erhält für sein Lebenswerk den Ehrenpreis. Der 76-Jährige („Shine”, „Die Manns”) wird als „sensibler Menschendarsteller” für seine hervorragenden Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet, wie die Jury erklärte. Demnächst ist Mueller-Stahl in David Cronenbergs Thriller „Eastern Promises” zu sehen.

Durch die Gala im Berliner Palais am Funkturm führt bereits zum dritten Mal der Schauspieler, Komiker und Produzent Michael „Bully” Herbig. ZDF überträgt die Preisverleihung zeitversetzt ab 21.15 Uhr.

Die Nominierten in den wichtigsten der insgesamt 15 Kategorien: 

BESTER SPIELFILM - „Das Parfum” von Tom Tykwer - „Vier Minuten” von Chris Kraus - „Die Fälscher” von Stefan Ruzowitzky - „Wer früher stirbt ist länger tot” von Marcus H. Rosenmüller - „Emmas Glück” von Sven Taddicken - „Winterreise” von Hans Steinbichler

BESTER KINDER UND JUGENDFILM - „Hände weg von Mississippi” von Detlev Buck - „Die Wolke” von Gregor Schnitzler

BESTER DOKUMENTARFILM - „Workingman's Death” von Michael Glawogger - „Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez” von Heidi Specogna

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE:  - Monica Bleibtreu („Vier Minuten”) - Hannah Herzsprung („Vier Minuten”) - Jördis Triebel („Emmas Glück”)

BESTER MÄNNLICHER HAUPTDARSTELLER:  - Josef Bierbichler („Winterreise”) - Karl Markovics („Die Fälscher”) - Jürgen Vogel („Der freie Wille”)

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE: - Hannah Herzsprung („Das wahre Leben”) - Barbara Auer („Der Liebeswunsch”) - Sabine Timoteo („Ein Freund von mir”)

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE: - Sylvester Groth („Mein Führer”) - Hinnerk Schönemann („Emmas Glück”) - Devid Striesow („Die Fälscher”)

BESTE REGIE:  - Tom Tykwer („Das Parfum”) - Chris Kraus („Vier Minuten”) - Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot”) - Matthias Glasner („Der freie Wille”)

BESTES DREHBUCH:  - Chris Kraus („Vier Minuten”) - Marcus H. Rosenmüller/Christian Lerch („Wer früher stirbt ist länger tot”) - Stefan Ruzowitzky („Die Fälscher”)

www.deutscher-filmpreis.de Von Elke Vogel, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/02/magazin/t/rzo332204.html
Mittwoch, 02. Mai 2007, 12:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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