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Nowitzki tut Ausscheiden „unwahrscheinlich leid”

Boston - Er sollte die Dallas Mavericks in dieser Saison zum lang ersehnten Titel in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA führen.

Am Boden

Symbolcharakter: Dirk Nowitzki verliert beim Debakel in Spiel 6 seinen Schuh.

Doch ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Saison erwischte Dirk Nowitzki seinen schwärzesten Abend.

Der Deutsche ging bei der 86:111-Niederlage im sechsten Spiel der Playoff-Serie „Best of Seven” gegen die wie entfesselt aufspielenden Golden State Warriors ebenso unter wie seine Mavericks. Als Baron Davis, bester Akteur der Golden States, zwei Minuten vor der Schlusssirene unter Ovationen der 21 000 enthusiastischen Fans vom Feld ging und seinem Trainer Don Nelson jubelnd in die Arme fiel, saß Nowitzki zehn Meter entfernt auf der Dallas-Bank und vergrub sein Gesicht in einem Handtuch.

Fair

Nach der Niederlage gratuliert Dallas' Dirk Nowitzki dem Mann des Spiels: Baron Davis.

Nowitzkis Bilanz war erschreckend: acht Punkte, nur zwei von 13 Würfen aus dem Feld landeten im Korb. „Ich habe mich stark unter Druck gesetzt, aber in der gesamten Serie nie das gespielt, was ich selbst von mir erwarte. Das ist sehr enttäuschend”, sagte Nowitzki selbstkritisch. „Wir haben 67 Spiele in der regulären Saison gewonnen. Das alles ist jetzt wertlos. Es tut mir unwahrscheinlich leid für unsere Fans und den Verein.” Die Meisterschaft und nur die Meisterschaft hatten der 28-Jährige und seine Mitspieler vor Saisonbeginn als Zielstellung ausgegeben - und sind kläglich an den eigenen Erwartungen gescheitert. Letztlich sei der Druck zu groß gewesen, gab Nowitzki zu.

Während Dallas frustriert den Heimweg antrat, feierten die Warriors ihren historischen Erfolg. Erstmals in der NBA-Geschichte hatte die Nummer acht der regulären Saison in der „Best of Seven”- Serie den Ligaprimus eliminiert. „Das ist ein großartiges Gefühl, wir haben das Topteam rausgeschmissen. Das war erst der Anfang”, sagte Baron Davis, der zur Symbolfigur für die sensationelle Serie der Kalifornier wurde. Bereits in den ersten fünf Partien war der 28- Jährige überragend. Und im sechsten Spiel zeigte er das, was Dallas gänzlich vermissen ließ - unbändigen Willen und Kampfgeist. In der fünften Minute zog sich Davis eine Oberschenkelzerrung zu. Nach kurzer Behandlung spielte er jedoch weiter. Und Obwohl Davis größtenteils nur übers Feld humpelte, führte er glänzend Regie und erzielte 20 Punkte.

Spielentscheidend war das dritte Viertel, das die Gastgeber nach einer 50:48-Pausenführung mit 36:15 für sich entschieden. Herausragend in dieser Phase war Stephen Jackson, der 21 seiner 33 Zähler von der Dreier-Linie erzielte. Dallas-Trainer Avery Johnson sprach vom schlechtesten Viertel der Saison und der schwärzesten Stunde seiner 19-jährigen NBA-Karriere. Gleichzeitig zollte er Golden State, für die er einst selbst unter Don Nelson gespielt hatte, großen Respekt. „Don, was ihr geleistet habt, verdient höchste Anerkennung. Und was Baron Davis gespielt hat, ist einfach unglaublich.”

Während die Warriors erstmals seit 1991 wieder in der zweiten Playoff-Runde stehen, haben Nowitzki und Co ab sofort Sommerpause. Der nächste Gegner von Golden State steht indes noch nicht fest. Die Utah Jazz besiegten die Houston Rockets in eigener Halle mit 94:82 und glichen in der Serie zum 3:3 aus. Das entscheidende siebte Spiel findet in Texas statt.

dpa-infocom



http://rhein-zeitung.de/on/07/05/04/sport/t/rzo332689.html
Freitag, 04. Mai 2007, 10:38 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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