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Dienstag, 08. Mai 07

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„Skywalk”: Grand Canyon aus der Vogelperspektive

Hualapai Reservat (dpa/gms) - Die Felswände des Grand Canyons locken jährlich Millionen Menschen an.

Grand Canyon

Die Hualapai-Indianerin Silvia Querta schwärmt vom „Skywalk”. (Bild: dpa/gms)

Die meisten riskieren vom Südrand einen Blick über die rotbraunen Formationen des Naturwunders.

Wagemutige steigen über steil abfallende Serpentinen bis zum Colorado-Fluss ab. Nun winkt ein weiterer Nervenkitzel: der gläserne „Skywalk”, eine frei schwebende Aussichtsplattform, 1200 Meter hoch über dem Talboden der berühmten Schlucht. Sie ragt 21 Meter weit über den Rand hinaus.

„Auf den Spuren eines Adlers wandeln” und den Canyon aus der Vogelperspektive erleben, damit werben die Betreiber des „Himmelspfads” für die Ende März eröffnete Touristenattraktion auf dem Reservat der Hualapai-Indianer, am Westrand der Schlucht. Am „Eagle Point”, wo die Stahl- und Glaskonstruktion in den Untergrund verankert wurde, fällt der Blick erst auf einen versteinerten Adler mit ausgestreckten Flügeln.

Über Millionen Jahre hinweg haben Wasser und Wind den riesigen Vogelumriss in die Wand geschliffen. Kaum setzt man den Fuß auf das sieben Zentimeter dünne Glas, geht der Blick in die Tiefe, auf den grünen Colorado River, neben senkrecht abfallenden Felswänden, vier Mal so hoch wie der Pariser Eiffelturm. Der gläserne Nervenkitzel ist drei Meter breit und von einem zum anderen Ende 45 Meter lang. Nur 120 Wagemutige dürfen die hufeisenförmige Brücke gleichzeitig betreten.

Die Hualapai-Indianerin Silvia Querta, eine von 2200 Stammesangehörigen des Reservats, schwärmt von ihrem „ersten Spaziergang in der Luft”, und räumt entschuldigend ein: „Wir wollen den Canyon nicht verschandeln oder entweihen, aber wir brauchen Jobs, wir müssen an unsere Kinder denken”. Die Aussichtsplattform ist der erste Meilenstein in der Entwicklung des „Grand Canyon West”. Es gibt große Pläne für die schroffe Kante, wo jetzt noch Staub zwischen Blechhütten aufwirbelt.

Bis Ende 2007 soll ein Besucherkomplex mit Museum, Restaurants, Kino, Souvenirläden und Unterkünften entstehen. Bis dahin müssen Besucher über Waschbrettstraßen holpern, um ein Bett zu finden. 300 000 Touristen besuchten 2006 den Hualapai-Westrand des Grand Canyons. Kein Vergleich mit dem Ansturm der über 4 Millionen Menschen am 400 Kilometer östlichen gelegenen „South Rim” im Grand Canyon Nationalpark. Doch mit dem „Skywalk” soll es auch hier bald eine Million Ausflügler geben, die Geld in die Stammes-Kassen bringen.

Umworben werden die 40 Millionen Besucher des Spieler-Paradises Las Vegas. Zweieinhalb Stunden dauert die Fahrt an den Rand des Canyons. Am Hoover-Damm entlang, durch staubige Wüsten, vorbei an exotisch-stacheligen Joshuabäumen, die man sonst nur in dem kalifornischen Joshua-Tree-Nationalpark findet. Für die letzten 20 Kilometer auf einer kurvigen Schotterstraße sind gute Stoßdämpfer und starke Nerven hilfreich. Plötzlich endet die Fahrt am Rand der über 1000 Meter tiefen Schlucht, und der Blick in den Abgrund macht alle Mühe wett.

Hualapai Reservat Grand Canyon West: www.destinationgrandcanyon.com Von Barbara Munker, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/magazin/reise/t/rzo330255.html
Dienstag, 24. April 2007, 9:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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