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Dienstag, 08. Mai 07

So bleibt Lisa Bund bei DSDS in MAINZ. "Deutsch­land sucht den Super­star" ist vorbei - und Mark Medlock (28) aus Offen­bach hat den Titel gewon­nen. Doch für die Mainzer gibt es eigent­lich nur eine echte Sie­gerin bei DSDS: Lisa Bund. Die 18-Jäh­rige...

Bian Yuan, der Sänger von "JoysDer aktu­elle chi­nesi­sche Musik­film "Bei­jing Bub­bles" begeis­tert derzeit das Pub­likum in deut­schen Kinos. Die Band "Joy­side" kommt jetzt zwei Mal nach Mainz. MAINZ. China ist Synonym für den Wirt­schafts­boom über­haupt.

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China-Punker rocken in Mainz

Der aktuelle chinesische Musikfilm "Beijing Bubbles" begeistert derzeit das Publikum in deutschen Kinos.

Bian Yuan, der Sänger von "Joys

Bian Yuan, der Sänger von "Joyside", fällt mit seiner Band in China kaum auf. Sie sind dort Rebellen, die kaum jemand wahrnimmt. Foto: Franz X.A. Zipperer

Die Band "Joyside" kommt jetzt zwei Mal nach Mainz.

MAINZ. China ist Synonym für den Wirtschaftsboom überhaupt. Gute Filme aus China finden sich auch immer häufiger. Aber Punk aus Peking und musikalischer Untergrund in China geht auf den ersten Blick in etwa so zusammen wie Tango tanzen und eine Kuh. Und doch ist gerade ein Film mit dem Titel "Beijing Bubbles" in die Kinos gekommen, der dokumentiert, dass sich selbst in einem so autoritären Regime eine Gegenkultur entwickelt hat. Zeitgleich tourt die Band "Joyside" um den Sänger Bian Yuan durch Deutschland und macht am morgigen Mittwoch, 9. Mai, ab 21 Uhr Station im Mainzer KUZ.

Am Pfingstmontag, 28. Mai, kommen sie zum Open Ohr Festival erneut in die Stadt. Natürlich kommen auch sie im Film vor. Und der Tourzeitpunkt wäre schlecht gewählt, hätten sie nicht ihre neue CD "Booze At Neptun`s Dawn" im Gepäck.

Nun ist es nicht so, dass dieses junge Musikphänomen in China zur Massenkultur gehört. Es wird von der Hektik des fünfzehn Millionen Stadtmonsters Peking einfach verschluckt, ignoriert und ist von einem Interesse, das ein an einer beliebigen Straßenecke umfallender Sack Reis auslöst. Bian Yuan, der Sänger von "Joyside", kann in aller Öffentlichkeit das Credo seines Lebens verkünden, "ich möchte singen, trinken und ficken." Um ihrer Attitüde weiteren Ausdruck zu verleihen, wird natürlich in Englisch gesungen. Sofort schießen Bilder von Polizeirazzien, Schlagstöcken und Festnahmen durchs Hirn. "Wir geben hier in Peking Konzerte, wir veröffentlichen CDs. Für uns Punks interessiert sich hier wirklich niemand. Es gibt deswegen keine Polizeieinsätze oder irgendwelche Repressalien", versichert Bassist Liu Hao. Er ist auch am Arm tätowiert. Stolz schiebt er den Hemdärmel hoch, "das ist cool, das haben sonst nur Verbrecher." Der Raum für individuelle Lebensentwürfe ist eng. "Joyside" haben keine Chance, aber genau die nutzen sie. Sie sind anders in einem Land, im dem fast jeder nur dem sozialen Aufstieg Konsum und dem Wohlstand frönt. Es geht einerseits um Musik, andererseits um ein rebellisches Lebensgefühl. Es gibt keine Bewegung und es steckt keinerlei politische Motivation dahinter. Es steckt eher gar nichts dahinter. Auch wenn "Joyside"-Sänger ein dahingerotztes "es bringt nichts hart zu arbeiten, da schreibe ich doch lieber Stücke über das faule Leben eines Trinkers" in die Runde wirft, ist dieser Satz ganz und gar nicht politisch geladen. Das Einzige, was Bian Yuan passieren kann, ist dass sich im Bus niemand neben ihn setzt, wenn er mal wieder sein weißes Hemd mit roten Herzchen drauf trägt, seine Lederhose und dazu Schlüpf-Stiefeletten.

Wirtschaftlich mag uns Angst und bange vor den Chinesen sein. Musikalisch muss das nicht sein. Bei näherer Betrachtung ist es nicht die Musik, die für chinesische Verhältnisse wild und ungestüm sein muss, die den Blick so interessiert nach Peking schweifen lässt. Denn das, was in China als Punk durchgeht, klingt für unsere Ohren eher nach härterem Rock. Es ist das Phänomen, dass in einem sonst so straff organisierten und durchaus autoritären Land wie China dieses Subkultur so unbehelligt existieren kann.

Franz X.A. Zipperer

Der Film "Beijing Bubbles", der Chinas Punkbewegung in Szene setzt, ist in Mainz am Freitag und Samstag, 11. und 12. Mai, ab 22 Uhr im Capitol in der Neubrunnenstraße 9.

RZO


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/magazin/szeneregional/t/rzo333645.html
Dienstag, 08. Mai 2007, 13:53 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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