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Dienstag, 08. Mai 07

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Frühlingsblüten im Steingarten: Alle Farben des Regenbogens

Bonn - Im Frühjahr hat das graue Einerlei im Steingarten ein Ende: Dann schwelgen die Polster zwischen Steinen, Kies und Schotter in allen Farben.

Rosenprimel

Die Rosenprimel: Blickfang zwischen grauen Steinen (Bild: Marion Nickig/dpa/gms)

Das sonst so zurückhaltende Grau und Grün der Blätter verschwindet fast angesichts der Blütenpracht.

Später im Jahr gibt es dort zwar auch noch Farbe. Aber dann werden die Polster meist von den Prachtstauden und Sommerblumen überstrahlt.

Warum viele der Steingartengewächse im Frühjahr blühen, ist rasch erklärt: Wo Stein und Geröll die oberste Bodenschicht bilden, herrscht Trockenheit. Brennt die Sommersonne herab, müssen die Pflanzen mit ihren Kräften haushalten. Nur wenige Lebenskünstler wagen es, dann zu blühen. Die anderen Polster, Matten und Rosetten regen sich nicht. Im Herbst wird die Zeit bereits knapp. Nur das regenreiche Frühjahr bietet günstige Bedingungen. Deshalb gibt es genau dann Blüten in fast allen Farben des Regenbogens.

Rot und rosa blühen beispielsweise Primeln. Die Rosenprimel (Primula rosea) trägt den Farbton bereits in ihrem Namen. Auch von der Kissenprimel (Primula juliae) gibt es rote und rosa Sorten wie 'Frühlingsfeuer' oder 'Bergfrühling'. Bei den Moos-Steinbrech entfaltet Saxifraga arendsii 'Purpurteppich' Massen weinroter Blüten auf dünnen Stielchen. 'Harder Zwerg' blüht blutrot, und Saxifraga pensylvanica 'Peter Pan' zeigt ein frisches Karminrosa. Konkurrenz erwächst ihnen in den Polsterphloxen. Die rosa Blütenrädchen von 'Zwergenteppich' blicken den Betrachter mit kräftig rotem Auge an. 'Atropurpurea' zeigt knalliges Rosarot, und 'Candy Stripes' bringt zartrosa Streifen auf weißem Grund.

Strahlend gelb erblüht das Steinkraut (Alyssum). Die rund 20 Zentimeter hohe Staude breitet sich kissenartig aus. Das Bergsteinkraut (Alyssum montanum) kann bereits Ende März blühen. Das Felsensteinkraut (Alyssum saxatile) folgt erst im April. Noch mehr Gelbnuancen zeigen Sorten wie 'Citrinum' oder 'Goldkugel'.

Als eine der Kostbarkeiten im kalkhaltigen Steingarten gilt das 20 Zentimeter hohe Adonisröschen (Adonis vernalis) mit seinen großen gelben Blüten. Zierlicher ist das Hungerblümchen (Draba aizoides). Das nur fünf Zentimeter hohe Pölsterchen bekommt am besten einen Stein zum Anschmiegen, vor dem die kleinen knäuelförmigen Blütendolden schön zur Geltung kommen.

Charaktergestalten des Steingartens sind die Walzenwolfsmilch (Euphorbia myrsinitis) und die Vielfarbige Wolfsmilch (Euphorbia polychroma). Die erste entwickelt walzenförmige Triebe, die dem Boden aufliegen und an der Spitze zitronengelbe Blütenstände tragen. Die zweite wächst zu vieltriebigen, runden Büschen heran mit Blütenständen, die alle Nuancen zwischen Grün und Gelb durchspielen.

Wer klares Blau im Steingarten liebt, greift am besten zu Frühlingsakelei (Aquilegia flabellata), deren frühe Sorten bereits im April da sind. 'Mini-Star' wird nur 15 Zentimeter hoch und zeigt außen leuchtendes Blau, innen Weiß. Die graziöse Pflanze braucht einen schattigeren Platz im Steingarten. Volle Sonne ist dagegen das Lebenselixier der Zwergiris. Die mit 15 bis 40 Zentimeter kleinste Form der Iris germanica (früher Iris barbata) ist auch die früheste. Sie öffnet ihre Blüten im April mit verschiedenen Farbkombinationen, darunter 'Kleine Möwe' oder 'April Ballet' in schönen Blautönen.

Neben Akelei und Iris liefern die Blaukissen (Aubrieta) die Blautöne im Steingarten. Die flachen, breiten Polster zeigen allerdings meist kein richtig klares Blau, fast immer spielt Violett hinein. 'Blaumeise', 'Blue Beauty' und 'Blauer Schatz' besitzen die stärksten Blauanteile. Warmes Violett liefern 'Dr. Mules' und 'Schloß Eckberg' oder das violette Rot von 'Bressingham Red'.

Mit einem weichen Violett zieht auch die Küchenschelle (Pulsatilla vulgare) mit ihren großen Blütenglocken die Blicke an. In warmen, kalkhaltigen Steingartenpartien bildet sie 20 Zentimeter hohe Büsche. Das Violett der Soldanella fällt ähnlich aus. Allerdings ist die zierliche Alpenblume etwas wählerisch. Sie verlangt einen kalkarmen, kühlen Platz, belohnt aber mit graziösen lila Troddelglöckchen.

Weiß bringen die fast unverwüstlichen Schleifenblumen (Iberis) in den Steingarten. Iberis sempervirens wächst zu stattlichen, 25 Zentimeter hohen Polstern heran. Im Garten haben sich Sorten wie 'Schneeflocke', 'Findel' oder 'Zwergschneeflocke' bewährt. Mit zehn Zentimetern Höhe entwickelt sich Iberis saxatile, die Felsen-Schleifenblume, deutlich zierlicher.

Niedliche weiße Blüten schweben über den Matten der Gänsekresse. Meist findet man die 15 Zentimeter hohe Arabis caucasica mit Sorten wie 'Schneehaube' oder 'Plena'. Mit nur fünf Zentimetern Höhe schmiegt sich Arabis procurrens noch dichter an den Boden. Sie ist auch außerhalb der Blütezeit ein Hingucker, wenn sie kleine Tochterpflänzchen an kurzen Stielen in die Welt schickt. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/magazin/t/rzo319876.html
Donnerstag, 08. März 2007, 10:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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