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Wie werde ich...? Auktionator

Berlin/Hamburg - Jeden Tag treten in Deutschland Auktionatoren in Aktion. Sie versteigern Fische, Blumen und Gemüse, aber auch Kunstwerke und Immobilien.

Auktionator

Mit dem Hammer besiegelt der Auktionator am Pult das Geschäft. (dpa/gms)

Mit den Worten „...und zum Dritten” sowie dem Schlag eines Holzhämmerchens besiegeln sie das Geschäft.

„Auktionator ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf”, erklärt Hella Lüth vom Fachbereich Bildungspolitik des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) in Berlin. Eine kaufmännische Grundlage sei aber eine sehr gute Voraussetzung.

Wer Auktionator werden will, muss beim Ordnungsamt eine Genehmigung nach Paragraph 34 b der Gewerbeordnung beantragen. Bei Vorstrafen und ungeordneten finanziellen Verhältnissen wird keine Lizenz vergeben. Die berufliche Steigerung für einen Auktionator ist die öffentliche Bestellung zum Versteigerer durch die zuständige Behörde. Dafür sind mindestens fünf Jahre Berufspraxis notwendig sowie der Nachweis besonderer Sachkunde auf einem der Spezialgebiete.

In den Auktionshäusern für Kunst sind Kunsthistoriker mit abgeschlossenem Studium gefragt. Dorothée Rather, promovierte Kunsthistorikerin, arbeitet als Sachverständige und Auktionatorin beim Auktionshaus Schopmann in Hamburg, des ältesten derartigen Unternehmens in Deutschland. Hier kommen wertvolle Gemälde ebenso unter den Hammer wie einfache Truhen. Die Stücke müssen zuvor von Fachleuten auf ihren Wert geschätzt werden.

Rather nennt als Beispiel Porzellan. „Das war im 18. Jahrhundert Luxusware und wurde häufig nur in kleinen Stückzahlen hergestellt. Doch die teuren Marken wurden schon von Anfang an kopiert und werden bis heute für echt angeboten.” Mit dem Wissen der Experten soll eine Versteigerung von Fälschungen verhindert werden. Auktionshäuser schulen ihre Mitarbeiter für Versteigerungen. „Dann muss man sich da oben hinstellen und loslegen”, sagt Markus Eisenbeis, Chef des renommierten Kunstauktionshauses VAN HAM in Köln und Vizepräsident des Bundesverbandes deutscher Kunstversteigerer (BDK). In der Vereinigung sind etwa drei Dutzend der führenden Unternehmen organisiert.

Etwa 100 Versteigerer gibt es nach Schätzung Eisenbeis in Deutschland. Seine Firma bildet selber zum Einzelhandelskaufmann und zur Einzelhandelskauffrau im Kunsthandel aus. Neben großem Interesse für Kunst sind Mittlere Reife oder Abitur sowie Englisch in Wort und Schrift Voraussetzung. Wer als Auktionator erfolgreich sein will, muss aber vor allem verkaufen können, so Eisenbeis. Er soll die Menschen zum Bieten anregen und den besten Preis erzielen.

Die Bezahlung in den Auktionshäusern richtet sich nach der Qualifikation. Volontäre können mit anfangs 400 Euro und nach Einarbeitung mit 800 Euro brutto rechnen. Im Verkauf liegt das Gehalt bei etwa 1500 Euro monatlich. Spitzenkräfte erreichen bis zu 6000 Euro.

Informationen: Bundesverband Deutscher Kunstversteigerer, Internet: www.kunstversteigerer.de.

www.kunstversteigerer.de Von Horst Heinz Grimm, dpa

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/07/05/08/service/berufbildung/wiewerdeich/t/rzo308785.html
Montag, 22. Januar 2007, 9:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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